Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 46. (15.11.1888)
- Date
- 1888-11-15
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei Mark kostet) erbalten das ״Jüdische L.itteiatur-Blatt•‘ gratis. — Inserate werden m>t mit 20 Mark, berechnet aud sind an die Expedition dieses Blattes za senden rect oder durch Robert Priese Inserate einsenden, erhalten 25 Rabatt. v Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: DieHebraic des British Museum Von 8 Schechter i Chronologie. Von L. Cohen in Rees a. I Litteratnrbericht: Recensionen: Merx, Tatgnmica, qaam collatis libris manuscri Tiberientibus editionibusque impressis c dicea vocalibus Babylonicis instructos c., critica et glossario instruxit A. M■ — R<f’ Henneganer. > Litterarische Notizen. 1 in der Bibliothek 1 London — Zur h. (Forsetz.) Ad., Chrestomatia ptis antiquiasimia ■ älebenimis ad coqdidit adnotatione ׳ttmann, B., Isaac Unbefugter Nachdruck aus die»»m Blatte ist licht gestattet. Die Hebraica in d-T Bibli vpek des British Museum. Von S Schechter in Londot• Die Sammlung der hebräischen We| Museum bildet einen der grössten M Geisteserzeugnisse. Sie wird nur 11 Schätzen, welche die Bodleiana zu 0 übertroffen. Der Ruf dieser beiden Sammlungen ist weit und breit bekan in die entferntesten Länder gedrungen Gelehrtenjünger irgend eines abgeleg Polen, welche sonst weder Kenntniss Givilisation haben, noch sich um dies haben eine dunkle Ahnung von de! Fundgruben jüdischer Gelebisamkeit. nämlich unter denselben allerlei tagen . onen Bücher, welche der .Königin vop bören. Sie sprechen geheimnisvoll i ־ graphisches Exemplar der Prove־.־bier Königin von Saba bei Gelegenheit ihr! Jerusalem geschenkt und durch die engl 1 als Trophäe aus Abessynien, welch : heute von den Nachkommen jener b<>: beherrscht wird, nach England gebrach B011. Ebenso sprechen sie von einem Talmudexemplar, welches einst dem später einem Papste, weloher es ein Czaren geschenkt hat, von welohem es. im Krimkriege weggeführt haben 80116ץ sprechen sie von einem Manuscript welches 80 gross ist, dass kein Regal vermag, und welches deshalb am einer auigehängt ist. Wie sehr verlangen Bliok in diese kostbaren Dinge zu w _i_L1 T י ■ d«B eä nioht ,Jemand schon weiser werden, Autograph des Weisesten der Menschen könnte? Aber auch die Gelehrten Deutsch reichs etc., welche solchen Fabeln abh׳ duroh Zedner's, Steinschneiders und Net! ׳ke im Britishjttelpnnkte jüd och von den |xford enthält, grossartigen |nt. Er ist bis und sogar die enen Ortes in |e von unserer leibe kümmern, Natur dieser Es circnliren über die Milli- England gev|ber ein auto- |n, welches der!8 Besuches in sehen Truppen 8׳ Land noch!rühmten Frau t worden sein jjerusalemisch en ritus gehörte, sm russischen die Engländer; desgleichen ״Or Sarua“, aufzunehmen eisernen Kette Jie, nur einen rfen 1 Müsste wenn er das nur an sehen lands, Oesterbld sind and .bauer’s Katalöge einen richtigeren Begriff von unsern Bibliotheken haben, nähren den Glauben,' dass sie an Weisheit und Gelehrsamkeit zunehmen würden, wenn sie diese Sammlungen nur untersuchten. Wie oft wurde ich von jüdischen Gelehrten des Continents doch schon gefragt: ״Sind Sie wirklich 1m British Museum gewesen? Haben Sie wirklich dieses oder jenes seltene Buch oder Manuscript schon gesehen? Verursacht es Ihnen nicht grosse Schwierigkeiten sie sehen za könn׳ n? Ist nicht der Platz, wo diese Haufen von Juwelen aufgespeichert liegen, immer von Gelehrten und Besachern überfüllt?“ Wie wenig weiss dagegen unser englisches Publikum von diesen wunderbaren Dingen! Wir haben grosses Interesse für griechische aud römische Kunstdenkmäler; wir zeigen das böohste Interesse für die verschiedenen egyptischen Dynastien; wir blicken mit Bewunderung auf die Keilinschriften des Nimrodsaales; wir betrachten sogar ohne Widerwillen die Götzenbilder der wilden Völkerstämme. Aber was die Erzeugnisse des jüdisctren Genius betrifft, — wohlan, es scheint am besten, wir führen hier die Worte Heine’8 an, welcher den Indifferentismus für Alles, was jüdisch ist, in folgenden Strophen geisselt: ״Alte Mumien, aasgestopfte, Pharaonen von Aegypten, Merovinger Schattenkön’ge, Ungepuderte Perücken, Aach, die Zoptmonarchen China’s . Porzellanpagodenkaiser — Alle leinen sie auswendig, Klage Mädchen, aber, Himmel! Fragt man eie nach grossen Namen, Ans dem grossen Goldzeitalter Der arabisch-althiapanisch Jüdischen Poitenschale; Fragt man nach dem Dreigestim, Nach Jebada ben Halevy, Nach dem Salomon Gabirol Und dem Moses Ihn Esra; Fragt man nach dergleichen Namen, — Dann mit grossen Angen schau’n Uns die Kleinen an — alsdann Stehln am Berge die Ochemnen.“ Hierauf giebt Heine seinem Lieblinge den Rath, die hebräische Sprache au studieren. Das würde in der That das beste Mittel gegen derartigen Indifferentismus sein. Aber diese Gar wirkt so drastisoh, dass man fast nicht hoffen darf! dass Jemand sich ihr antersiehen werde. Einige Bemerkungen in der Landessprache, durch welche wir versuchen wollen, einen Begriff von der hebräischen Bäohersammlung des ״ British-Museam * au geben, dürften daher wonl nioht ganz nnd gar überflüssig sein. a