Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 45. (8.11.1888)
- Date
- 1888-11-08
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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M 45♦ Jahrg.XYii Jüdisehes Litterfrtur-Blatt. Zir Belcachtiag •Iler Jideatkiai and Jade« betreffende• Httnrnrinehea Eraeknlaaagea ••r dem Gebiete der Philo- •ophle» Geaehiehte, Ethnographie, Theoogle, Orientalin, Exogene, Homiletik, Lltarfffk Pidngogtk. Heraasgegeben von!Rabbiner I)r. Moritz Rahmer. 91£a׳j9<j6wt<j, 8. i3Lovz׳m(>cz 1888. Siehe« der elaacbllgig•■ Lltteretar.weleh der Redart.om rap.«aa«1lt ward«, ladt■ la dlMeia Blatte elagaheade Beagreehaag Bel Haaeadaag tm ■wel Baeaaalaa«- Raeai,larea «rrelgt elaatallge karae Sratla-laaertl•■. Das »JIdlicfc• Lttterstmr-Blstt“ er8ch0int wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Buchhandlungen (in Leipzig bei Bobert Friese) pro Jahrgang allen Postanstalten nnd Bachhandlungen S Mapfc ZS Pf. für die gespaltene Petitzeile, Beilagen Buchhändler u. Lehrer, welche din unt wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Bachhandlungen (in 8 Mark. 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Wie das Schnhanhaben auf dem verpönt, in der Synagoge aber erlaubt i: Aasspacken. “ Dass die Schuhe ebenfil seien, behauptet Niemand mehr, die Pra|xis reits diese Ansicht überwunden. des Kopfbeir lesen Bera- ׳licken in der den Schuhen Tempelberge ebenso das ,11s verboten hatte be- Wi 11, Synla, Die Amoräer erklären also, die nicht den nämlichen Grad der Heiligkeit Tempel beanspruchen. In letzterem durfft ausspuckei; noch die Schuhe anhaben; kann man beides. Also hat unsere Anwendurg auf dasselbe, und es wäre bedeokang wie mit dem Schnhau6ziehe:1 lacha, keine rabbinische Satzung, sonder: nnd Belieben. goge könne als der alte jte man weder im Bethause isebna keine der Kopfkeine Ha- Sitte Mi: nit ■n nur 18:: Aber es liesse sich auch anders spneken nnd Schahanziehen erlaubten aber Haaptbedecknng (das ״Lo jekal“) aut die Synagoge anwendbar. Lesen wir Casuisten, so finden wir sie zwisohen c Ansichten schwankend. Manche halten haben nnr für eine fromme Sitte in dagegen fast für eine Halacha, obwohl Es soheint, da man daroh Raschi veranlag; druck: ״Lo jekal“ für Leichtfertigkeit, a: für Hatabnehmen nahm, so liess man de Kopfbedeckung unr als Sitte, wenn aao^ und heilig, aber nioht als Gesetz (Din) Ueber die eben erwähnte Gemara, Bethauses und des Schnhansziehens, eigentlich eine Disoassion. Baba giebt f 31gern: Ausdie Amoräer, bleibt aaoh die späteren lesen beiden das Hutaafael, Manche leine da ist. st, den Aas• nioht aaoh Brauch der unantastbar bestehen. nd tezüglich des erhebt sich seine frühere ר רקיקד, נ בית הכנסת שריא. מידי דהוה אמנעל.t , Dedaotion auf. Er vergleicht die Synagoge dem Privathaase. *) Wie man in seinem Hanse sich jeden fremden Durchgang verbittet, aber Aasspaoken and Schuhe erlaubt, ebenso muss die Synagoge den Durohgang verbieten, Aasspaoken nnd Anhaben der Schuhe aber gestatten. Wie aber steht’s mit dem Tempelberge jetzt? Nun, obwohl wir oben gesehen haben, dass unsere Mischna sich blos auf die Zeit der Existenz des Tempels bezieht (שהשכינה שורה p!3) so lesen wir doch an letzterwähnter Stelle: ״Bab Bibi, im Namen des Babbi Jehoschua, Sohn Levi's, sagte: Wer in jetziger Zeit anf dem Tempelberge aasspnekt, ist gleich dem, der es Gott ins Auge that“. (lb. 62 b.) Also der Ort des ehemaligen Tempels war den Gelehrten heiliger, als der, in welchem sie jetzt die Gottheit sich gegen• wärtig dachten. Hier finden wir zweierlei anzamerken. Erstens die ungeheure Verehrung des alten Tempels, derart, dass dessen leerer Banm and Rainen immer noch viel heiliger seien, als die vorhandene Synagoge in Tiberias, Pampeditha und Nehardea. Zweitens finden wir hier ein unzweideutiges Zeichen der Decadenz; dass man im steifen nnd etikettenreiohen Babylonien zu Hanse und im Bethause das Aasspacken erlaubte, zeugt sicherlich von einen bedeutenden Vorfall der Sitten und des Reinlichkeitssinnes, die Folgen des Exils. Während andererseits das Erlaaben der Schnhe im Privatnnd Gotteshaase eher anf einen Umschwung der Sitten und der herrschenden Volksansiohten hinweist Die Schnhe dürfte man sohon anhaben, die Kopfbedeckung aber nicht abnehmen. Es war also' ein langsames Herannahen des Orients an den Oocident. Das Schnhabnehmen (של נעלך! Exod. 3,5) war bereit« als ein aasgelebter Brauch betrachtet; der ursprüngliche Sinn des ״Lo jekal“ war ziemlich vergesjen, nnd da nberdiess unsere ganze Mieohna nur anf den alten Tempel anwendbar ist, so hören wir, meines Wissens, keine Casuisten mehr von einem wirklichen ״Din“ and Verbot bezüglich der Entblössnng des Kopfes, sei es in der Synagoge oder im Leben überhaupt, spreohen. Der Tor, wie aaoh der Sohalehsn Araoh übergehen daher unsere fragliche Mischna mit Stillschweigen; denn sie hat mit der Jetztzeit nichts zu than; der Tempel besteht nicht mehr; das Schnhansxiehen an heiliger Stätte hat sioh gänzlich aasgelebt. Höchstens müsse der ״Chasan“ beim Vorbeten keine Stiefel tragen. Der Kopf dürfe aber heute wie früher, in *> אלא אמר רבא כי ביתו. מה ביתו אכפנדריא הפיר אינש ארקיקה ומנעל לא... אף בית הכנסת.