Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 44. (1.11.1888)
- Date
- 1888-11-01
- Page
- Seite 172 (sequence 5)
- Language
- German
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, Landau, Dr. E. Die dem Baame entnommenen Synonyma für Gott in der nen-hebr. Litteratar. Zfirioh, 1888, bei Ciaar Schmidt. Spezialarbeiten anf dem Gebiete der Spraohe oder der Grammatik pflegen, da sie nicht, wie diejenige» der Geschichte oder der Litteratar, zam bessern yerständniss odw sur richtigeren Würdigung and Erkenntniss de/ganzen wissenschaftlichenDisoiplinbeitragen, grade nioht ein allgemeines and angetheiltes Interesse abzngewinnen. Nor da, wo aaoh die lingaistischen Forschungen gewisse Ansohaaangen eines Volkes, deren Ursprung and Ursache lange Zeit Gegenstand wissenschaftlicher Polemik gewesen, in’s rechte Licht setzen, da müssen wir dieselben aaoh vom ^Standpunkte des Nichtspecialisten freadigst begrüssen. Obige Arbeit gehört za denjenigen Specialarbeiten, die aaoh über manohs nioht streng za den Sprachstudien gehörige Fragen den notha endigen and, wir müssen hinzafügen, befriedigenden Aufsohlass gewähren. Nachdem der Verf. die in der rabbinisohen Litteratar zerstreut angeführten Synonyma für Gott — 57 an der Zahl — aafgezählt, erklärt er in drei grossen Capiteln die dem Baum entnommenen Be- Belohnungen in eingehendster Weise, nämlich r0*SSf 8ס!ים! und המקום. Was den Begriff עולם anlangt, von dem Verf. (S. 3 u. 4 f.) behauptet, dass er aas der naohexilischen Zeit, aas der Berührung mit dem Parsismus stamme and dem Begriff ״Universum“ (xöcp©4) nicht gleichkomme, so dürften doch wohl Stellen wie Deutr. XXXIII, 15 and 27 oder W LXVI, 7. u. a. diese Behauptung nioht grade bestätigen. Dagegen weist der Verf, der mit der einschlägigen Litteratar sehr vertrant ist, recht eingehend die Bedeutung and Entstehung von שמים für ״Gott“, bei den Babbinen sowie die sinnverwandten and ״gleichdeatigen“! (8011 wohl heissen ״ gleich bedeutenden “) Worte ״ מעלהTDl u. a. nach. Dass die Bezeichnung מקום für ״Gott“ nicht ihren Ursprung bei den Alexandrinern hat, die bekanntlich gleichfalls symbolisch vom 16x0$ reden, giebt der Antor Geiger zu, kommt jedoch gegen Letztern, der die Anwendung des מקום anf Gott für ״aas dem talmudischen Geiste entstanden“ hält, za der Annahme, dass der Einfluss des Parsismus von der Göttlichkeit des Baumes die Anregung gegeben, diesen mit Gott za identiflciren. Was endlich שכינה betrifft, 80 weist obige Schrift überzeugend nach, dass dieser Ausdruck, der ja so oft in den Targamen vorkommt, in der rabbinischen Litteratar nichts weiter als das -Wesen Gottes bedeute. Schon aas dieser ganz kurzen Inhaltsangabe der obigen Schrift, welche die Beherrschung der eo reichen rabbinischen Litteratar aufweist, ist zur Genüge zu ersehen, dass dieselbe eine Fülle von interessanten Aufschlüssen enthält über die Synonyma für Gott im Neuhebräischen, in der Xabbala und im Arabischen, sowohl nach der sprachlichen als auch nach der kulturellen Seite. Es wird darum Jeder, dem die rabb. Litteratar ein Gegenstand besonderen Studiums ist, aus obiger Schrift manchen werthvollen Nutzen schöpfen können, zumal auch die äussere Austattang des Werkchens und besonders der korrekte Text des Hebräischen und Arabischen die Anziehungskraft bedeutend erhöht. Kaiserslautern. Dr. Lands berg. Litterarlsche Notixen. 1. Paris. Herr Darlacher in Paris veröffentlichte ״Hügel- Inschriften der alten israelitischen B egräbnissplätze in Algi er“ gesammelt, übersetzt and erklärt von Herrn Isaac Bloch, Oberrabbiner von Algier. 2. Paris. des Herrn Ghilo deutsch er Ueber charakterisirt.“ Cazeneaoe anf seltsames Werk erschien in dem Verlag» ierselbst. Der französische Titel heisst in ,Berühmte Männer, nach ihren Namen hat za Verfassern die Herren J de Levy Bing. Gewisse sehr sinnreiche Kunstgriffe zeigen wie die Schicksale der in dem Bache vorgeführten berühmten Männer, in deren Namen vorherbestimmt waren. 3. Paris. In dem Jahresberichte der ״asiatischen Gesellschaft“ (Paris-Imprimerie Nationale) ist die Uebersicht der orientalischen Untersuchungen unter 10 Haaptartikeln geordnet. Unter ״Indien“ befindet sich ein Sammarium von Prof. Herrn James Darmeateter’s Werk über die persischen Eiemente in ״Mahajbarata“; unter ״Persien“ werden die gleichwerthigen Ansichten der Herren Oppert und Halevy über den Ursprung Ides persischen Alphabets fortgesetzt; unter ״Assyrien utid Chaldaea“ handelt Herr Halevy über die ״Hetiten“, welche! er für semitischen Ursprungs hält. Eine andere Rubrik in! dem Berichte handelt ״über Jadäa and Judentham. 4. Paris. Di4 theosophische Gesellschaft hat ein Gemisch von Unsinn, welcher, wie ans berichtet wird, im Jahre 1836 in einer Broschüre unter dem Titel ״der hebräische Talisman“ erschien, reprodacirt Diese soll von dem ״ewigen Jaden“ geschrieben worden sein. Der ,.Talisman“ besteht aas dem Siegel Salomons, in dessän Besitz der ewige Jade gelangte, ehe die römischen Legionen unter Titas den Tempel zerstörten. Herr Richard Harte| hat eine Einleitung za der Broschüre geschrieben, aber diäse verbreitet darebaas kein Licht über den Zweck, za welchem man diesen Kohl aas dem Jahre 1836 noch einmal wieder aafgewärmt hat. 5. London. Fogende Notiz des Herrn Charchi 11, Mitglied der britischen Gesindtschaft za Teheran, über jüdisch-persische Litteratar eitnehmen wir dem ״Indian Antiqaaiy: ,Die JadenPe rsi ens, welche über Yezd, Kennen, Schiras, Jspahan, Kascban etc. zerstreut sind, schreiben and correspondiren in persischer Sprach«^ wobei sie sich der hebräischen Schrift- Zeichen bedienen. Auf diesem Wege haben sie einige persische, sonst anzagänglict e Werke bis auf unsere Zeit erhalten. Jedoch habe ich bei ihnen wenig Anderes als Geschichten and Sagen in dieser Di irstellungsweise gefunden. Die Divans des Hafis. Sadi, das Chamsch des Nizami, sowie die prosaischen and poetischen W srke anderer volksthümlicher Autoren haben sie in ihren eigen« n Schriftcharacteren. Sie besitzen auch eine metrische Ueberse zung des Pentateuch, welche nach ihrer Angäbe aaf Befehl dos Nadir Schah geschrieben wurde and einige andere Werke in (;emischter persischer and hebräischer Schrift. Ich hoffe, das Resultat meiner weiteren Forstdiangen über diesen Gegenstand bald mittheilen zu können.“ Wir fügen hinzu, dass der {;rosste Theil der vorerwähnten metrischen Uebersetzung des Pentateach jetzt handschriftlich sich im ״British-Maseam‘‘ befindet Persische Originalgedichte in hebräischen Schritte!aracteren von R. Jehnaa ben Mar Eieasar tauchten in üngster Zeit in einem von Herrn Charchiil dem Herrn Dr. Neabaaer geschenkten Manuscripte auf. Hoffestlich wird aach eine alte persische Aasgabe des berühmten ,,Kalila we-Dimna! “ bei den Juden in Persien getänden werden. 6. Herr M. G. Montefiore am portugiesischen Tempel za Paris hat Am aerkangen za einem nebräischen Manascript aas dem Jahre 4016 (1285) geschrieben. Dasselbe enthält die 3 letzten Bücher des Pentateach mit einer grossen Anzahl masoretischer Not« n. 7. London. Harr Benedite, vom Lonore, ist im Begriff nach dem Sina' za reisen, um an .־eröffentlichte Inschriften für das ״Corpus Inscri ptionum Semiticaram“ zu sammeln. 8. Herr William Scharp hat eine kurze Biographie Heine’s geschrietx n, welche in der Novembernummer des ״Great Writers“ ei schien. 9. Herr Sign und Fassei in Wien hat die Veroffentlichang der Schriften seines sei. Vaters, des Oberrabb. Hirsch Fassei in Gr. Kaniiza, a. d. Titel: ״Die Thora u. der Talmud“, unternommen. 10. Von Herrn Dr. L. Madona erschien ein Catalog der ״Codici ebraici“ in der Königl. Universitäts-Bibliothek zu Bologna. Derselb« ist aaf Kosten des Unterrichtsministeriums gedruckt worden. 11. Arabien. augenblicklich a ist ein öaterreichis: in Sanas. Dam d’Marib and zart cl forschte er mit sei bäische Insch: phischen G1 tere hat die Aufm rationen aaf diesen briftea. Jesellsch ift Der bekannte Tourist Glaser durchwandert Land nach allen Rchtungen. Derselbe :her Glaubensgenosse and war in letzter Zeit machte er eine Reise von hier nach Wadi :k. Diese gefahrdrohende Gegend durchen Begleitern and entdeckte dabei 391 sa- Herrn Glaser’s Name ist der ״geograza Mailand vortheilhaft bekannt; Letz-!erksamkeit auch anderer ähnlicher Corpounternehmenden Touristen gelenkt. V—ntwartlicher Redacteur Dr. Rah me r, Magdeburg. Druck von D. L. Wolf f, Mag ]»barg. Verlag von Robert F riese, Ieipzig I