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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-11-01 · N° 44. (1.11.1888) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 44. (1.11.1888)
Date
1888-11-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Lehrer, welche direbt oder durch Robert Friese Inserate einsenden, erhalten 25 X Rabatt. Inhalt: i Wissenschaftliche Aufsätze: Samson Wertheimer. — Kopfbedeckung und -Entbl&ssang im Gojteshause Von Rabbiner M. Flügel. — Litteratnrbericht: Recensionen: Stolle, Fr. Aus der Geschichte der Juden in Köln am Rhein. — Landau, Dr. E. Die dem Raume entnommenen Synonyma für Gott in der nea-hebr. Litteratnr. Unbefugter Nachdruck aus diesem Blatte iet nidht gestattet Samson Wertheimer. bc: ee: In alter and neuer Zeit haben Jaden aktionen gewaltiger enropäiseher Krieg( unwesentliche Nebenrolle gespielt, indem Liefernngen fiir das Heer nnd der Ordi nanzen mit Rath nnd That eintreten wissen, dass auch in dem grossen Krie: und 1871 die Jaden, sowohl als Lie^< Lebensmitteln and Kleidern für das H< als erfahrene Finanziers hervorragend th! sind, nnd wenn sie l!ei Geschäften ordentlichem Umfange natargemäss grosse erwarbeD, 80 müssen sie doch anderer^ Allgemeinen als sehr vertrauenswürdig b denn viele dieser Männer sind vom durch Titel und Würden ausgezeichnet es lässt sich annehmen, dass bei der judenfreundlichen Stimmung der staatli sowie bei dem durch die Ansammlung sitzes erweokten Neide diese Ehren um faltigster Prüfung des ganzen , geschäftli i rens ertheilt worden sind. Ja es ist kommen, dass ein jüdischer Finanzma: gab, den Franzosen die fünf Milliarden abzunehmen, nnd dieser scheinbar 80 nnsohlaae Gedanke hat sioh naohher, als Reich sioh anfähig erwies, das viele G dauen, erst recht als hohe Weisheit offen Aber dies Talent, in schwierigen dürfnisse der Heere nnd der Staatsverwj herbeizuschaffen, giebt heut za Tage d serer Glaubensgenossen, die sioh dabei weder bei der Regierang noch bei den ezimirte Stellung. Anders in frühem J1 der Rechtlosigkeit. Da waren diejenige^ Zugang hatten zu den Thüren der Gross s: i den Staatseins nicht sie bei den ang der Fissten. Wir ie von 1870 eranten von!r wie auch ätig gewesen 60 ausser- Reichthümer eits sioh im!e währt haben, Staate später worden, und : licht gerade i iheu Kreise, grossen Benach sorghen Gebah- *) Samson Wertheimer. Der Oberhoffakt >r and Landrabbiner nnd seine Kinder von Prof. D. Kaufmann. Wien. Friednce Beck. 1888, 118 Seiten. nn ni :;Oger vorgeden Rath oht za rasch irollige nnd das deutsche eld zu verhart. iten die Bealtang rasch .etnjenigen anhervorthaen, Jaden eine ihr hunderten Jaden, die n, sohon am dessentwillen in den Kreisen ihrer Genossen hoohangesehene Männer; eine Gemeinde die solch einen Takiph, wie man ihn nannte, in ihrer Mitte hatte, war vor vielen Gefahren geschützt and einzelne Männer, die die Ganst der Mächtigen gewonnen hatten, wandelten einen Lebensweg, der sioh glänzend abhoh von dem Elend der Genossen, wie der Regenbogen von den dank ein Gewitterwolken. Ihre Macht, ihr Reichtham, der Glanz ihres Haases fiel um so mehr ins Auge in einer Zeit allgemeiner Veraohtung nnd Erniedrigung für die Jaden; allerdings erfahren auoh sie häufig, dass es nicht gut ist, hoch hinaaszuragen über die Kreise, aas denen wir entsprossen sind und za denen wir gehören; es war eine gefährliehe Höhe, auf die sie dte Gunst der Fürsten emportrug und die Kirschen, die sie mit den hohen Herren asseu, sind nur wenigen gut bekommen. Einen der interessantesten und einen der würdigsten dieser Hofjaden schildert Prof. Kaufmann in einem nicht nur gelehrten, sondern auch lehrreichen Büchlein, das bis auf die knrze Vorrede gut nnd klar geschrieben ist. SamsonWertheimer war es vergönnt, nicht nur in wichtigen Staatsgeschäften seine Hand zu haben, sondern seinen Einflass auch in religiösen Affairen von der grössten Tragweite za verwerthen, er war in den ersten Jahrzehnten des achtzehnten Jahrhunderts der ״Stadien“, der gewandte and eifrige Fürsprecher der Jaden heim österreichischen Kaiserhaase nnd inmitten des Fanatismus, dem nirgendswo die Gesetze wehrten, war sein Wort der Rückhalt für die vielgeplagten Juden. In einem Paukte unterschied sioh Wertheimer wesentlich and zu seinem Vortheil von den jüdischen Geldleaten der Gegenwart, die das Ohr der Grossen gewinnen; den Grossen wollte er dienen, wohl aaoh bei ihnen verdienen, aber sein Ehrgeiz verlangte nur nach den Triumphen, die ihm aaf jüdischem Boden erwachsen. Prof. Kaufmann nennt ihn schon aaf dem Titelblatte den Oberhoffaktor and Landesrabbiner; hierin liegt aaoh die ganze Originalität dieser; Er-; soheinung, gewiss ist er nar Landesrabbiner geworden, weil er Oberhoffaktor war; die Jaden haben die’ talmudischen Kenntnisse and Fähigkeiten dessen nioht allsastreng geprüft, der ihnen Synagogen and ״ Lehrhäaser haute and gut dotirte und überdies beim Kaiser persona gratissima war; aber ihm war dis Rabbinerwürde, welohe ihm von den Verachteten geboten wurde, ungleich wichtiger, als die Ehren, welohe sein Amt bei Hofe ihm eintrag. Dieser Mann, dem der Staat zehn Soldaten als besondere Wache sar Verfügung stellte, war glücklioh, wenn er am Sebbath _ -_4

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