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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-10-18 · N° 42. (18.10.1888) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 42. (18.10.1888)
Date
1888-10-18
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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M 42. Jüdisches Jshrg.] Litterätur-Blatt Zu Bileathtaatf alt«r JNHth•■ ••4 Jiiw kttreffead«! IlttwulKbe■ Kr• uMani«■ uf dev Gebiet« der Pkllo• Nfkle« Geeehlebte, Kthaofrepble* Tbeo• legle« Orie■ teile, Kzegee«, Homiletik. Litarglk 1, Pldagoglk. Herausgegeben von äabbiner Dr. Moritz Rahmer. 18. öctoßet• 1888. UtkK daMklid■» UtUraUr.walck 4m ■1<teka> mw•« wsrSM, M« 1■ <!«■ BUIU slarakMl• B*prMk »m» Bd Bimlni m ■«•I B1e—«1•■■‘ bapltn• <rf»l(t (!■■all■• kan« 0 ratU - Ikscrtl•«• Baa ״Jldlseh• Litte ratvr-BlatU‘ ersch^i L eipsig bei Robert Friese) pro Jahrgang allen Postanstalten und Buchhandlungen 8 Äa 26 Pf. für die gespaltene Petitzeile, Beilagen BaohhJLndler a. Lehrer, welche dire jint wöchentlich in einem halben Bogen Pseis bei allen Buchhandlungen (in 8 Bark. Abonnenten der .Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei k kostet) erbalten das ״Jüdische Litteiatur-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit mit 20 Hark) berechnet and sind an die Expedition dieses Blattes sa senden ct oder durch Robert Friese Inserate einaenden, erhalten 25 1ן Rabatt. \ ׳ Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Der ״Baum . ״der Baum der Erkenntnis»“ in Schiller’ iitterarische Studie. Von Dr J. Goldach (Schluss.) — Zur sprachlichen Erklärung Trauerreden auf Kaiser Friedrich III. Litteraturbericht: Recensionen: Pressei, Streuung des Volkes Israel. Zweites Heft: Zerstreuung. (Forts.) — I'i c[es Lebens“ und s Muse. Eine ipidt-Birkenteld. - .איירי Wilh Die Zerie Stufen dieser Unbefugter Nachdruck aut diessm Blatte ist ni(ht gesUttel. Der ״Baum des Lebens“ und ״deij Baum der Erkenntniss“ in Scbiller’s Muse. Eine Iitterarische Studie. : Von Dr. J. Goldschmidt-Birkenfeld. (Schluss) Wir finden diese Sohiller’sche Auffassung der biblisohen Erzählung in der 2. Strophe (nach der jetzigen Fassung), welche den Hauptgedanken enthält: Das Reich des Scheines giebt dem Menschen die dem Leben fehlende Harmonie zwischen ״ Binnenglück“ and ״Seelenfrieden“. Die Strophe lautei;: ״Wollt ihr schon auf Erden Göttern gleichen, Frei sein in des Todes Reichen, Brechet nicht von seines Garten!! Frucht. An dem Scheine mag der Blick sich weiden, Des Genusses wandelbare Freuden Rächet schleunig der Begierde Flucht. Selbst der Styx, der 9 fach sie umwindet, Wehrt die Rückkehr Ceres’ Toohter nicht: Nach dem Apfel greift sie, und es binde( Ewig sie des Orkus Pflicht“ ״Breche( nioht von seine! Gartens Frucht“ — an welohen ״Garten“ ist lier gedaoht? Hören wir Düntzer! ״Die Erde wird hier als ein Garten des Todes gedaoht, wobei schon die Sage von der Proserpina (V. 7 ff.) vorschwebt. Die Fraoht ist der Sinnengenuss“. ■ Wir begegnen hier bei Düntzer demselben leicht zufriedenen Manier, wie in ״Kassandra“ J wo Düntzer, wie wir sahen, die Verse: -Nur der Irrthum ist das Leben Und das Wissen ist der Tod“ mit den Aasdrüoken ״das ist mein Leb m“, ״das ist mir in den Tod zuwider“, als Commen ar abfertigt. So trivial ist dooh nnn einmal Sohiller’! Muse nioht zu denken. — Und welohen Geschmack tränt Düntzer seinem Sohiller zu, wenn er ihm so hon hier die Sage von Proserpina versohweben lässt, die dann am Sohlasse der Strophe breit and ausführlich oitirt und gedeutet ist. Solohe Wiederholungen darf man bei Schiller gar nioht für möglich halten, eher muss man bekennen, man verstehe ihn nioht. Und ein solche« Bekenntniss leistete dem Sohiller•Yerständniss wahrlioh bessere Dienste, als dürftige Commentare, die man selber für unzalänglioh hält. — ״Die Erde wird hier als ein Garten des Todes gedacht“, — — wie kommt aber Schiller dazu, so anvermittelt dies za denken? Aber noch mehr: wie durfte die Erde als ein ״Garten des Todes“ hingestellt werden, in dem Augenblicke, wo uns von ihm die An weisang gegeben wird, wie die Erde za einem Garten des Lebens gemacht werden kann? Ist denn dieselbe Erde, die den ״Körjfer“ hervorbringt, nioht auch die Matter der Gestalt, die ״frei ▼on allen Erdenmalen“ ist? — Aber freilioh hat man das Schiller’sohe ״Beioh des Ideals“ über allen 7 Himmeln, losgelöst von allem Stoff, gesaoht! Das wäre aber anoh eine sohöne Anweisung: ״Entrinne dem Tode, indem da aas dem Leben, aas aller Wirklichkeit fliehst 11?“ ( Die Lösung aller dieser Schwierigkeiten ist, nach dem, was wir sohon ansspraohen, nioht mehr schwer. ״Brechet nioht von seinem ״Gartens Fraoht״ — das ist eine Allusion auf den ״Garten Eden“ und auf den ״Baum des Lebeus“ and den ״Baam der Erkenntniss“. Es ist dieselbe Vorschrift, die, naoh der biblisohen Erzählung, Gott, der Herr, dem . Adam gegeben. ״Gott, der Herr, pflanzte“, so erzählt die Bibel, einen Garten in Eden and setzte hinein den Adnm, den er erschaffen. Gott, der Herr, liess wachsen aus dem Erdboden allerlei Bänme schön für den Anbliok and gut zur Speise, and zwar den Baam des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntniss des Gaten and Bösen ... Und Gott, der Herr, sprach za Adam: Von )•dem Baame des Gartens darfst da essen. Aber von dem Baame der Erkenntniss des Gaten and des Bösen darfst da nioht essen, denn an dem Tage, an dem da davon essen wirst, wirst du sterben.“ Ist das nicht genau dasselbe, was Sohiller sagt: ״Wollt ihr schon auf Erden Göttern gleichen, Frei sein in des Todes Reichen, Breohet nicht von seines Gartens Frucht.“ ■ Aber freilioh: in der biblisohen Erzählung steht dem Baume der Erkenntniss der Baum des Lebern s gegenüber!^ Der Baum der Erkenntniss erscheint also als der Baum des Todes, und nur sein via-4-vis siohert oder gewährt Leben. Naoh der Sohiller’sohen Idee ist der Banm der Erkenntniss einaig in/ Stande Leben zu gewähren, alles ausser ihm üt dem Tode unterworfen, and der Baum der Erkenntd ■:k*־

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