Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 37. (13.9.1888)
- Date
- 1888-09-13
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/6492408-6488258-9805962--1530-4856655- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
ייייוויי M 87. 14, l) llli|jlHWJM'iM Jüdisches, Litteraturr« tu Beltitktu! illir Jiiutki■ nl J14e» k1trclk14c■ ItttuirlMku Cr- Mkiliiign «•f den 6«ki«t« der Philo• Ngklt, Gucklekt«, Etfca0fr*9hfe, Theo• 10*10, OrltaUlU, b«f«ae, HoKMetlk, Litvrglk 1. PI<lM«|lk. Heraasgegeben bbiner Dr. Moritz Bahmer. ST£.agj9z6ttt^, 13. Szptetntci• 1888. >l«k«r l*r elmBChl ififm LltUratsr.weleb• 4m MuU*■ n|W>4t w*r4••, «■4«• 1» 411m Bist«• •l>|d«4< leiyMtMil M UaMMas« »•■ ■•11 IimmIo•■•; Extaplur» •iaaill«• kan• flntli-IaMitt••. Das »Jadisehe Utterat«r-Blstt« ersehe Leipzig bei Bobert Friese) pro Jahrgang allen Postanstalten and Buchhandlungen 8 Kar M PL für die gespaltene Petitzeile, Beilage«; Buchhändler a. Lehrer, welche dir« int wöchentlich in einem halben Bogen Preis hei allen Baohha1!dlang«n (in 8 Mark. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei t kostet) erkalten das ״Jüdische Litteiatur-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit ait 20 Mark, berechnet and sind an die Expedition dieses Blattes zu senden ct oder durch Bobert Friese Inserate einsenden, erhalten 25 % Babatt. j Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Meir ben Elia Von D. Davis. — Zu Wiinsche’s Bibliothe! Zur Chronologie. Von L. Cohen in Bees a jus talionis. Litteraturbericht: Becensionen: Hoff, I hillimud, Hebr. Lehr- und Sprachfibel. — £ dächtnisreden auf hervorragende Männer d mit eingehender Würdigung ihrer Thaten u Dr. Samuel Back. — Ein Schnitzer! Litter'arische Notizen. 9 aus Norwich. a rabbinica. — Bh. — Das r. E. Derech- צרוד החייו Gees Judenthums ad Werken von künden kommt er als Elias Chabbard vor. Ferner finde ich in alten jüdischen Gescbichtswerken eipen Rabbi Meir Cochab, eine unbekannte Persönlichkeit; in den lateinischen Norwioh-Documenten entdeckte ioh einen Rabbi Meir Chabbard, welcher Eigenthum in Norwich besass. Der hebräische ünd der lateinische Meir sind offenbar identisch. Da nun diese Beinamen 80 eigentümlich sind und ihre Träger beide zu derselben Zeit in Norwich wohnten, sollte man da nicht vernünftigerweise dieselben in Zasammenbang bringen, sie als Vater und Sohn jerkennen und so die Identität des Meir ben Elijas Meir ben Elias aus Norwi( Von D. Davis.!h. Wenn ich es unternehme, einige Zeilen, welche auf diesen vorzüglichen Gelehrten aus alter Zeit Bezug haben, zu veröffentlichen, so ist es I nicht meine Absicht, diesen Gegenstand ersohöpfen zu wollen, da mir viele der hierzu gehörigen Einzelheitein nicht mehr erinnerlich sind. Ich wünsche nur, die Aufmerksamkeit auf gewisse Punkte zu lenken, welche die Specialisten veranlassen sollen, entweder meine Ansichten zu bestätigen, oder aber, wenn sie glauben (hinreichende Gründe hierfür zu haben, sie zu widerlegen. Obschon der Gegenstand eine weitläufige Ausführung zulässt, will ioh mich nur auf das Allernothwiendigste beschränken. — Die Gedichte des Meir ben Elias haben, Dank der Munificenz des Herrn F. D. Mocatto, ungefähr vor einem Jahre das Licht der Welt!rblickt und sind von dem Entdecker Herrn Dr. Jlerliner veröfientlicht worden. Sie wurden mitget heilt sowohl von dem delegirten Oberrabbiner in ״Chief Rabbis of England“ p. 271, als auch von Herrn Jakobs in seinem Essay ״London Jeweiy“, pp. 45 1nd 47. Ich aus Norwich über allen Zweifel feststellen könne Mir scheint diese Annahme unumstösslich zu sein. R. Meir Coohab alias R. Meir Chabbard 10t, aller Wahrscheinlichkeit nach, der Sohn des R. Elijas Cochab, alias R. Elias Chabbard. Wenn $ch nun noch über die eigentümliche und fremdar Benennung — hebräisch doch a b, lateinisch Chabh — meine Ansioht äussern soll, 80 glaube ich in fler Lage zu sein, das Räthsel lösen za können. Bezi_ lieh des Vaters, Elias, sagt Dr. Adler (Chief Rabbis p. 271): ״Seltsamer Weise ist in einem der len verweise den Leser auf diese Schriftejn, bevor er weitergeht. Die Namen Meir und Elias sind sehr häufig in den alten Norwicher Urkunden anzt treffen, und zwar so häufig, dass es grosser Vorsicht ledarf, wenn man die gemeinten Personen unterscheid en will. Es ist hierbei sehr leicht, von der richtigen Fährte abznirren. Alle Versuche indess, ein Band zu finden, wodurch ein Meier und ein Elias all Vater und Sohn in Beziehung zu bringen wären, hi iben sich als vergeblich erwiesen, denn ein solohes fand scheint nicht za existiren. Alle Meir haben Väter, aber keiner einen Elias als solchen; alle Elias haben Söhne in Menge, aber kein Meir ist unter diesen zu finden. Dieser Umstand führt mich nun zu meiner Ansicht, welche aber nur auf Folgerungen und Schlüssen beruht. Ich finde in Norwich einen Rabbi Elias Cochab (Schetaroth No. 6, 46, 53); in den lateinischen Ur- Gedichte (No. 16) der Vater des Verfassers ה החזה genannt. Nun steht es aber fest, dass gewöhnlich das Beiwort DTTTt einen Astronomen oder Astrolc bezeichnet.* Wenn Dr. Adler Recht hat, was übrigens nicht bezweifle, 80 ist Elias Cochab (£ nur ein Synonym für חזה und Meir Coohab 1 führt diesen Beinamen seines Vaters. Chabbard ist demnach gleichbedeutend Cochab. Also: Wir heutigen Juden haben den1 brauch, die zweite Silbe vom Familiennamen ab werfen; bei uns heisst Samuel-Sam, Jacob-Jaoll David-Dave etc. Nicht 80 verfahren unsere V(1 ganger hier za Lande; diese warfen gewöhnlich erste Silbe ab und machten aus Samuel-Muel, ins Jacob-Cob, Cobalin, Cop(in), aus Abram-Bra:n, aus Ishak-Hak etc. Aehnlioh verfuhr man wahrscheinlich auch bei כוכב. Nach Abwerfang der erst 3n Silben, blieb noch C h a b, welchem man, dem C ekrauche folgend, die Verkleinerung«• oder Vervififältigungssilbe ״ard“ anhängte, woraus alsdann Chabbard entstand. Möglicherweise sind meine Dedaotionen nicht stichhaltig; in diesem Falle wolle mir der gelelute Leser aber die Gerechtigkeit widerfahren lassen, dazugestehen, dass sie wenigstens nicht zu hypothetisch sind und dass ioh immerhin einigen Grand habe, meine Ansicht für richtig halten za dürfen. (Aus dem ״Jew. Stand.“ übersetzt von C.)