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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-08-30 · N° 35. (30.8.1888) · p. Seite 132 (Seite 138)

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 35. (30.8.1888)
Date
1888-08-30
Page
Seite 132 (Seite 138) (sequence 5)
Language
German
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192 — im engeren and eigentlichen Sinne kann hier nioht die Bede sein. Wohl aber finden wir in diesen litt•- .rariaohen Kundgebungen ■ehr werthvolle and beaohtenewerthe Materialien an einer Synonymik and Etymologie de■ Hebräinchen. ln Form von Briefen, angeblioh gerichtet an seinen gleich - strebenden and gelehrten Vetter Samael Lolli, provooirt daroh briefhohen Gedankenaastaasch mit dem oongenialen J. S. Reggio in Goem, werden hier Jugendarbeiten Lax- ■atto'8 veröflentlioht. In den Jahren 1828 and 1829 brachte die Zeitschrift בכורי העתים in zwanglosen Briefen die meisten dieser etymologischen Aafseiohnnngen, die im litterarisohen Nachlasse sioh unter verschiedenen Titeln, wie: המבדיל נרדפים( ע&קי שפה vorfinden. Die Unteraaohangen erstrecken sioh aaf 100 etymologisohe Begriffebestimmnngen and Worterkläranged, welche im Ganzen 280 Wörter amfassen. Die Erörterung an sind?alle, wie dies Lazzatto za seinem grössten Vorzüge eigen, klar, liohtvoll, knapp and präois gehalten, 25 bis 30 Jahre naoh ihrer ersten Aufzeichnung hat er an seinen jagendliohen philologischen Auseinandersetzungen strenge Selbstkritik bt nnd als an bestechlicher Freund der Wahrheit er manchen seiner blendenden and verlockenden Erklärungsversuche unbedenklich geöpfert. Aaoh da, wo seine synonymischen Begriffsbestimmungen nioht Uber alle kritischen Bedenken erhaben sind, wirken sie geistig anregend. Dieser Zweck schwebt ihm aaoh, wie er dies gelegentlich selber aassprioht, vor Aagen and man darf hier, das Dicht wort variirend, aus rufen: ,Greift nur hinein in^s volle Denkerleben und, wo ihr's packet, da ist es interessant.“ Um nur eine Probe anxaführen,!will der Verf. für ״Kundschafter“ die Synonyma מרגלים und תרים nicht promiscae gebraucht wissen. רגל leitet er ab von רע גלה and חור ' * T ־ von 4אתא ראה Danach würde sohon aas der etymologischen Ableitang die genaa begrenzte Bedeatang jedes dieser Worte sich ergeben. Das erstere würde correct nur_ in xnalam, das letztere nur in bonam partem za verstehen and za gebrauchen sein. Diese Distinction macht nioht den Eindruck der Willkür- Hohen Begriffsbestimmung. Er sucht and findet Belegstellen genug, welche ganz frappant seine Hypothese za stützen scheinen. Joseph nennt seine Brüder in Egypten bei ihrer ersten Begegnung mit ihm beharrlich מרגלים, was nicht zufällig za sein scheint. מרגלים wären alsdann identisch mit ״Spionen“, תרים mit ״Kundschaftern“. In Wahrheit hält diese ganze Distinotion nioht Stich. Mose schickt Männer aas *לרגל את ארץ יעזו. Hier wird die beste Absicht und lauterste Tendenz vorausgesetzt. Bei רגל und תור wird vielmehr nar an verschiedene organische Thätigkeiten im Dienste einer and derselben Sache and zur Förderung eines and desselben Zweckes sowohl in bonam als aaoh in matam partem gedacht. ך?ל heisst ״die Fasse eifrig in Bewegung setzen“, תור heisst ״die Aagen eifrig in Bewegung setzen, am irgend eine Sache genaa za erkunden.“ Nach 80 Jahren verwirft Lazzatto selbst den Erklärungsversuch seiner Jagendjahre, als anhaltbar. — Sehr lehrreich sind die meisten etymologischen Aaseinandersetsangen. Uebrigens finden sich sehr anregende, philologische and ezegetisohe Ezcarse über besonders wichtige oder besonders schwierige Piecen der hl. Schrift, wie den Dekalog, das Deborahlied, über den Segen Isaak’s; grammatische Abhandlungen über das verbam Impersonale, über die Bedeatang der Tempora. Sehr geschickt wird von ihm der wissenschaftliche Standpunkt gewahrt and begründet, dass auch neahebräisohe Spraohelemente zum besseren Verständnisse der kanonischen Sohriften za verwenden and za verwert hen sind. Die Sprache der Misohnah entwickelt sioh homogen and organisoh als lebende Spraohe aas dem Kanon. Man darf darum gegebenen Falles den neahebräisohen Spraohsohatz mit Fog and Recht heranziehen, am lingmstisohe and grammatisohe Erscheinungen in den 24 kanonischen Sohriften za erkennen und za erklären. Man darf daher bei einem X*y6|a*vov sioh gern naoh einem Analogen in der Misohnah and im Neahebräisohen amsehen. Jeder Kandige sieht sofort ein, wie das ganze Spraohstadiam des Hebräischen durch diese Theorie aaf eine ebenso breite wie berechtigte Basis gestellt wird. Um so auffallender muss es erscheinen, dass er in grammatisoher Hinsioht gegen seine ety- ' mologische Norm sioh aussohliessHoh auf den statas qao steift, wodurch er za ebenso bedenkUohen, wie verfehlten Erklärungsversuchen hingedrängt wird. Dahin gehört z. B., was er S. 107—109 ausführt. Der Form רגש hält er für eine Niphalform, weil aaoh im Praeteritum and partioipiam nar die entsprechenden Formen צש and נ3ש im Niphal und nioht im Kal Vorkommen. Aach will er Formen, wie יתן, י5]ח יואר יתץ, ןל}£3 תתש nioht für Hophaiformen halten, weil analoge Hiphilformen von diesen Wörtern sioh nioht auffinden lassen. Alle diese Formen haben für ihn die Geltung von Pualformen, bei denen der erste liquide Konsonant sioh gegen die Permatationsregel mit dem zweiten Warzeikonsonanten assimilirt, obgleich er in doppelt geschlossener Silbe seine Konsonantenpotens gar nicht aufgeben dürfte. Ob er TTV welches wohl im Hiphil vorkommt, auch für eine Paalform hält, darüber spricht er sioh leider nicht aus. Er gelangt zu diesen sonderlichen und verfehlten Ergebnissen, weil er hier befangen genng den talmadisohen Satz nioht anerkennen will: לא ראינו אינו ראיה. Sehr orientirend sind seine einleitenden Bemerkungen, in welohen er gebührend darauf hinweist, dass Mendelssohn and namentUoh Hartwig Wessely in seinem רוח חן, יין לבנון, גן נעול und in seinem Commentare zu רקרא die Synonymik des Hebräischen augebahnt, dass Bensew und Lewysohn sie weiter geführt and ausgebaut. Deren Verhältnis» 2u ihren bahnbrechenden Meistern und Vorgängern oharakterisirt er, wie etwa das Verhältnis» von Condillac za Malebranohe. —Ueber Luzzatto’s Ausführungen im Einzelnen wollen wir Niohts weiter verrathen. Im Allgemeinen begnügen wir uns zum Schlüsse nochmals mit allem Nachdrucke za betonen, dass es einen ebenso grossen psyohologischen wie wissenschaftlichen Reiz hat, den geintvollen und feinfühligen Sprachforscher seine Ansiohten entwickeln za sehen, selbst da, wo man ihm nicht za8timmen kann. Dem Studium seiner Ausführungen verdanken wir die lohnendste und fruchtreichste Anregung in etymologischer, grammatischer, exegetischer Beziehung. Sohraa O.-S. Dr. Immanuel Deatsch. kaleuder für das Jalir 5649 sind ans zagegangen und bestens za empfehlen: 1. Destacker Telks-Kalender zum Gebrauch für Israeliten. Mit litterarisohen Beiträgen. 26. Jahrg. Von H. Liebermann in Brieg O.-S. 2. Illastrirter Israelitischer Volks-JCaleader, mit ״Gallerie von jüd. Denkwürdigkeiten“. Von Jacob W. Pascheies in Prag 37. Jahrg. 3. Poppelaaer* Berliner Telkskmlender für Israeliten Berlin C., Nene Friedrichsstrasse 61. 4. Hebräischer Kalender tür die Jahre 5649 nnd 5660, nebst ״Führer für das heil. Land“. Von M. Adelmann in Jerusalem. 3.. Jahrg. Vwniilw ml lieber Bedactear Dr. Eshmir, Magdeburg. Draehvöo'^rirWüTff, Magdebnrg. Veriagvon Boberl Friese, Leipaig.

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