Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 32. (9.8.1888)
- Date
- 1888-08-09
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Jahrg.XVIl. M 82. Jüdisches Litterätnr-Blatt. Zmr Btletrktaif •Iler Jileitha■ ■n<! Jidea batreffcadea lltt«r4rlR<*he■ Er• «ehftlaBBfe■ aaf dem OebUt« der Philo• •ophle, GnehlrhU, Etjtaofraphl«, The••• to*f«. OrleatolU, ExUiae, Homiletik. Lltenrlk ■« Piri««0frH. Heraasgegeben i TOD Rabbiner l)r. Horltz Kahmer. $l£a>j3<j6ut<j, 9. (Stürmt 1888. Bl.kef dcrcl1HUi|lp■ UtUrmtkr.w.leh. 4m Mul 0■ ■■!«■uil nriu, ■a.«■ 1■ .!•Mai Blatt« •iagekea.« Büfruk»■ B«! üiHitiig th!«11 luuiliii• Kuailtm ^folgt elauall(• kam firatla-Ias<rtl.a. Du ״Jfldlsche LHtermtar-Blattu ersehe Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang a len Postanatalten und Buchhandlungen 8 Marl 86 Pf. tür die gespaltene Petitzeile, Beilagen 0•^ Buohhändler u. Lehrer, welche dir jint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Buchhandlungen (in 8 Hark. 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VIII. d 31 W Ia meinem letzten Artikel habe ich betont, dass ich mich der Erörterung die Mischnab wirklich das traditionell^, nur consequent aasgelegte, mosaische kÖDne, enthalten will, und nur darnach das in der Mischnah niedergelegte, rabbm im Laufe >:er Zeit keine wesentliche Ver&i fahren habe. Bei allem Respeet vor dem sittl welcher die Mischnah durchzieht, bei achtung vor dem religiösen Ernste, der minutiösesten Gesetzesbestimmungen sic! müssen wir doch zugeben, dass die ~ Uebels, welches einerseits die religiöse einer schweren Bürde gemacht hat, and Jndentham von aussen her soviel begründ! Spott einbrachte; des Uebels, welches anf d 3: durch die ewige Betouang des Gesetze Menge für die geistigen und sittlio heiten der Religion unempfänglich mac andern Seite sie den wahnwitzigen Lehren in, die Arme trieb, in der Misohnah z Die Wurzel dieses Uebels 18t die setzesauffassung d. b. die Methode, bei 1 des Gesetzes nicht dem Sinne dessellj dem Buchstaben gerecht za werden freilich von gegnerischer Seite ein wenden, Anschauung keine nene sei. Es giebt Wahrheiten, die alt sind, ohne daram hifi! kannt za sein. Die Aufgabe eines p schaftlichen Aufsatzes ist es aber die der Lese weit in fasslicher Weise mit den der Forschung bekannt ■ca machen, na. Zurüokgehen auf die Quellen die Möglichk! i sich über das behandelte Thema selbst bilden. Beginnen wir nun bei dem Sabf> Die Misohnah zahlt in einem offenbar standtheil neunanddreissig Kategorien von Da sie mit der Aufzählung der Arbeiten ausdrücklich r Frage, ob , oder auch Gesetz sein gefragt, ob ische Gesetz ndernng eriahen Geiste, aller Hochselbst in den aus8prioht, u r z e 1 des UebuDg za erseits dem eten (? Red.) r einen Seite die grosse h e n Wahr- :fite, anf der der Kabbala 1 suchen ist. rockene Ge- Erörterung en, sondern Man wird dass diese aber anoh länglich be- ] lulär-wissen- 0886 Menge Resultaten ihr durch it za bieten, ein Urtheil athgesetze: älteren Be- Arbeit aaf. beim Ackerbau beginnt and daran die zar Herstellung von Kleidem erforderlichen Arbeiten reicht, 60 haben wir Grand anzanebmen, dass die Misohnah den Versuch maohte, als verbotene Arbeit alles das aafzazählen, was zar Thätigkeit des Erwerbslebens ihrer Zeit gehörte. Wenn sie aber bei der Arbeit das Minimalma88 angiebt, z. B. zwei Buchstaben schreiben, zwei Stiebe nähen und dergl., so finden wir wohl darin einen berechtigten Versnob, die Wirkungen des Gcsetzes davor za schützen, dass sie anf dem Wege der Deutelei sich verlieren, aber wir sehen auch darin schon den Ansatz za dem späteren Uebel, dt» Gesetz durch Einzelbestimmungen 80 za entwickeln, dass es eine geradezu kindische (sic! Red) Gestalt gewinnt. Es ist z. B. ganz reoht, dass das Tragen einer Last am Sabbath als Sabbathsohändang betrachtet wird, wenn auch die. Bestimmung, dass das Hinaasreichen eines Gegen- Standes zam Fenster bereits eine Sabbathsohändang sei, nicht mit unserem religiösen Gefühl übereinstimmt. Die Einzelbestimmangen aber, was man alles am Sabbath nicht tragen dürfe, wie z. B. Wein, soviel als man für einen Becher, in dem man Wein und Wasser misoht, braucht, oder Miloh soviel, als man mit einem Sohluck trinkt, Oel soviel, als man braaoht, am etwa einen kleinen Finger zu salben, Tinte soviel, am zwei Buchstaben schreiben za können, Leim 80viel, als man für eine Leimrathe braucht, sind für das religiöse Gefühl geradezu verletzend (?), wenn man bedenkt, dass die wahre Sabbathruhe nicht in einer Knechtung des Lebens, sondern in der Gewinnung seines geistigen Selbst daroh Erholung von den Mühen and Sorgen des Alltagslebens liegt, wie es die heilige Schrift sagt mit den Worten ״da sollst gedenken, dass da ein Knecht gewesen bist, im Lande Egypten und Gott der Herr dich von dort befreit hat*. Von den zahlreichen pedantischen Gesetzen das Mass des Verbotenen, des Gestatteten and des Gebotenen za bestimmen, hebe ich nur die Gesetze über die gemisohten Saaten (כלאים) hervor, weil ich eine, nach dieser Richtung bedeutsame Jagenderinnerang hier vot führen kann. Als Sohn eines sehr frommen Mannes wurde ich frühzeitig in das Stadium des Talmads eingeführt and nahm als Knabe sohon an den Versammlungen des Vereins zur Förderung des Talmadstadiam8 theil. Der Verein wurde natürlioh nach von einzelnen Ungelehrten besacht, die theils um durch Anhören der Vorträge ein frommes Werk za üben, theils anoh nur am sioh die Zeit za vertreiben, den Vorträgen beiwohnten. Mein Vater, ganz von dem heiligen Ernst seiner Sache erfüllt, trug Mischnah vor und zwar mit Beziehung aller ihm zugänglichen Erklärungen bis_ anf die damals