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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-07-26 · N° 30. (26.7.1888) · p. Seite 118

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 30. (26.7.1888)
Date
1888-07-26
Page
Seite 118 (sequence 5)
Language
German
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kWW«'MU1׳ i l.WUJi'H'.fmHPl — 118 11״ 1 ,,.11 npi, uiren. Inders auch wo die•« unaittlioh« Abaioht nioht vorwaltet, sind dieee allsavielen, ,siebe, vergleiche", die anf entlegene, kaam in. grossen Staatsbibliotheken vorhandenen Bücher hin weisen, von Uebel; man kommt sich als Leser vor wie gebunden and gesohnürt und willenlos dem Autor »hingegeben; mit einem Worte, es sind gelehrte aber nioht lehrreiche Bäoher; sie erwecken eine dunkle Vorstellung, wie gescheidt der Herr Verfasser sein mag, aber dies ist ja wohl häufig, aber sollte nie der letste Zweck der Bücher sein. Gädemann8 Arbeit nun ist ein grundgelehrtes Buch, das Heiner, der die jüdische oder auch die.deutsche Geschichte dieses Zeitraums genau kennen lernen will, übersehen darf; eine Fundgrube des Neuen und Wissenswerten ist hier vorhanden; auf jeder Seite merkt der Leser, dass der Vert. aas der Quelle geschöpft hat; aber die Gelehrsamkeit ist keine aufdringliche, keine ver• wirrende; sie thut sich gerade soweit kund, um uns die Ueberzeugung zu verschaffen, dass wir dem kun- . digsten Führer folgen; das Buch ist lesbar and unterhaltend von der ersten bis zur letzten Seite und ist 60nach nioht nur für die enge Zunft, sondern für Alle geschrieben, die an solchen Kulturstudien Gefallen haben. Gödemann hat auch noch eine Kraft, durch die er Theilnehme erweckt über den Kreis der Fachgelehrten hinaus; er schreibt mit dem Herzen; er macht kein Hehl daraus, dass er ein Vertheidiger des Judentham8 ist; aber er ist einsichtig genug, um zu wissen, dass nichts der Verteidigung einer grossen geschichtlichen Erscheinung schädlicher ist, als Mangel an Wahrheit, an Objeotivität, als das Verschweigen and Unterschlagen unbequemer Thatsachen. Er übertreibt nioht, er vergöttert nicht, seine Phantasie schafft keine Heroen, aber er sucht liebevoll all die einzelnen verbürgten Züge aus jüdischen und nichtjüdischen Schriften zusammen, er übersieht nichts, er vergisst nichts, nicht das kleinste Steinchen wird verworfen, sondern Alles wird benutzt, um em von einigen hellen Farben durchzogenes Mosaik auch dieser bösen and trüben Zeit zu Stande zu bringen. Darin zeigt sioh seine Liebe; so dunkel ist das Zeitalter, dass die meisten die lichtem Momente nioht sehen; Güdemann sieht auch diese bellera Punkte und weist ihnen einen Platz ah in dem Zeitbilde, das er liefert. ' (Fortsetzung lolgt) Litterarlsche Notizen. 1. Wir erhielten 3 Broschüren aas der Feder des Herrn Lncian Wo'f, deren Anschaffung wir dringend empfehlen können. Sie enthalten einen Schatz von Ergebnissen gelehrter Forschungen, welche die höchste Beachtung verdienen. In der ersten, ״das Mittelalter der englisch-jüdisches Geschichte1‘, beweist der Verfasser klar und deutlich, dass die Austreibung der Jaden aus England (1290) nicht die Folge hatte, die man fewöhnlich damit in Verbindung bringt. Die Geschichte uer aden von dieser Zeit bis 1656 bietet viel Interessantes selbst für diejenigen, welche keinen besondem Geschmack an der Kunde des Alterthums haben. Die zweite Broschüre: ״Die Wiederansiedlung der Juden in England“, ist eigentlich nur eine Fortsetzung der ersteren. Ihr eigentliches Interesse gipfelt in dem Versuch, nachzuweisen, dass M enasseh ben Israel nicht die Hauptperson war, welche die Erlaubniss zur Rückkehr der Juden erwirkt hatte, sondern dass die Ehre hierfür dem Carvajal gebühre. Auf die dritte Broschüre wollen wir noch ganz besonders auTmerksam machen. Sie führt den Titel: ״Plan zu einem Dictionnaire englisch-jüdischer Biographie“ (England, Amerika und die Colonien). Es verspricht dies ein Werk von besonderer Wichtigkeit werden zu wollen und hoffen wir daher, dass es dem Verfasser an Unterstützung bei der Ausführung seines Planes nicht fehlen werde. SeineAbsicht^uch dieNamen derAmeri- Iraner auisunshmen, sollte unsere dortigen Glaubensgenossen an- 8pornen,dasubeizutragen,dass dieListe unserer bamerkenswerthen amerik. Brüder so vollständig wie m&gliob werde, gleichzeitig auch, die Herausgabe des Werkes durch rege Sabscription zu ermöglichen. Die uns vorliegende Liste ist natürlich nur eine Probe die durch Nachträge und Berichtigungen ergänzt werden soll; Namen noch lebender Personen werden, wie aus dem Plane zu scnliessen ist, nicht aufgenommen. A. H. 3 New-York. Die Aprilnummer des prachtvoll ausgestatteten Journal! ״Hebraica“ theilt eine Anzahl willkommener Beiträge für semitische Wissenschaft mit. Professor C. A. Briggs eröffnet die Reihe mit einem werfhvollen Artikel über den hebräischen Pentameter. Dessen Abhandlung über hebräische Poesie ist sehr scharfsinnig und führt uns nichtige Fragen vor. welche indess heute noch nicht gelöst werden können, weil das Material an geeigneten palaeographischen Studien fehlt. — Professor Henry Smith schreibt über das Targum zu Jeremiab. Einige Ausdrücke, welche er als Characteristica dieses Targum ansieht, können indess in der übrigen Targumlitteratur gefunden werden. — Dr Robert Harper bringt eine Fortsetzung seines Werkes über die Keilinschriften E9arhaddons - Dr Samuel Davidsohn aus London liefert einige interessante Bernerkungen za den Psalmen. — Dr. J. H. Gott heil bringt syrische Texte mit Uebersetzung und Anmerkungen, an welchen er die natürliche grammatische Behandlung der syrischen Conjunctionen zeigt. — Dr. Hugo Winkler aus Berlin übersetzt einen babylonischen Text über den Bau von Nebekadnezar’s künstlichem Wasserbehälter. — Rev. Dr. H. Pick bringt die Fort- Setzung seiner Stadien über die alttestamentlichen messianischen St llen, auf welche sich die alte Synagoge bezieht. — Professor N. O Spraul von der Universität zu Cincinnati meint, dass die ursprüngliche Sprache Abrahams aramäisch ״ar. Seine Gründe hierfür sind jedoch nicht einleuchtend Zum Schluss kommen Bücherrecenstonen und eine kurze Bibliographie. London. Herr M. D. Davis fragt in ״Notes and Querie•»“: ״In den Gerichtsacten und Quittungen der englischen Schatzkammer finde ich verschiedene jüdische Namen mit der Endung ״ard“ welche ich entweder für eine Verkleinerungs- oder Vervielfältigungssilbe halte; die meisten dieser Wörter sind mir verständlich, nur weiss ich nicht, was die Wörter ״Babbard, Babbelard, Baggard und Chabbard“ bedeuten sollen. Kann Einer des alten Normannisch-Französischen Kundigen mir Ausknnft geben? Das hebräische und jüdische Schriftthum lässt uns über diese Namen ganz im Stich. ■T. St Paris Herr Moise Bloch, Professor der arabischen Sprache am Rabbinerseminar zu Paris und jüngst zum Rabbiner in Versailles berufen, beabsichtigt, die ganze hebräische Uebersetzung des ספר המצות von Maimonides durch ״Salomon ben Joseph Ibn Ayub aus Granada“ herauszugeben. Einen Theil dieser Uebersetzung veröffentlichte 1882 Herr Dr. Moritz Peretz in Breslau In jüngster Zeit hat Herr Bloch bei Durlacher in Paris das ספר המצות nach dem arabischen Original mit einer Einleitung und Noten erscheinen lassen. Hierbei benutzte er die Manuscripte, welche der verstorbene Albert Cohn dem Pariser Seminar geschenkt hatte, so wie die Handschriften der Bodleiana und der Königlichen Bibliothek zu Berlin. Paris Unter dem Titel ״Controvers eines Bischofs“*; hat Herr Leon Schlossberg die Uebersetzung eines merkwürdigen Manuscripts aus der Pariser Nationalbibliothek veröffentlicht Dasselbe enthält einen Briet, welchen um das Jahr 514 ein Bischof an einen andern schrieb, worin zahlreiche und triftige Gründe enthalten sind, welche es ihm unmöglich machen, an die Göttlichkeit Jesn zu glauben Wie es am EingaDge des Manuscripts heisst, hat sich der Bischof zum Judenthum bekehrt. *) Vgl. No. 27, Notiz 1. 6. Singer - Triest i empfiehlt zu nachstehenden Preisen gegen Einsendung einer entsprechenden Anzahlung אתרוגים, לולבים, הדסים; in gewähltester, fehlerfreier, ritueller Waare, mit הכשר vom Babbinatsamte versehen: אתרוגים כשרים, allerfeinste, No. 1. per Stück Mark 1.10 do. feine, No. II. מ״ — do. gute No. HI. 55•— ״ ״ נרינע לולבים כשרים מגנות גדנדא, feinst« 86.- ״ ״ הדסים מ*זולעדם, feinste per 100 Stück 3 ״.— Referenzen: Ehrw. Herr Oberrabbiner Baf. 8. MeUl-Trieat und jede respectable Firma in Triest. Verantwortlicher Redacte ar Dr. Rahmer Magdeburg. Druck von D. L. Wo Iff, Magdeburg. Verlag von Robert F ri e se, Leipzig

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