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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-06-28 · N° 26. (28.6.1888) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 26. (28.6.1888)
Date
1888-06-28
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Litteratur-Blatt Zar Beleicktiag aller Jadeathaai aad Jade« betreff•■««* lltteraiiiebea Er• 'thelaaBgea aaf daat Gebiet« der Pbllo• sipble, Gesehiebte, Etha«fr*phle, Tbeoic־*lr, OrleataUa, Exegese, BoM’lettk, Lltargfk a. Pidagogik. Herausgegeben TO& labbiner I)r. Moritz Rahnier. £} Zayd&&u.zy, 28. alwm. 1888. ■Icker dereUcekligice■ UttanUr.walek« Cer BeCaettoa!■!eault werde■• lade■ ta dleeeai Blette ■[■gekeade ■eefreekaag Bel Ktaaeadaag ▼ea ■wei Beeeaeloa■• Kzw^larea 0rf»lgt eiaaiallaa karae Sratla-Iaaerttea. Du ^fldlsch« Lltteratar-ßlatt“ ersc Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang allen Poetanstalten and Buchhandlungen 3 Ha 25 PL ttlr dia gespaltene Petitzeile, Beilagen Buchhändler u. Lehrer, welche d i 1!eint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Buchhandlungen (in f, 8 Hark. 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Sonst sieht man wenig ragenden Autoren auf jüdisch-theologis! sich mit diesem etwas spröden Stoff worüber auch, wie ich mich erinnere, rabbiner Dr. Goldschmidt in einer vorigen Jahrganges dieser Zeitung sein fremden ausgesprochen hat. Und in der That, dieses Ignoriro wichtigsten Glaubenslehren aller positiv«!: von den hierzu Berufenen hat sicher dazu beigetragen, den Unsterblichkeitsgl schlimmsten Misskredit zu bringen, 80 leicht nur noch bei den am wenigsten denkenden und zwar in der nicht fassung existirt. In jenen Schichten der Gesellschaft man schon mit der Vernunft zu rech|1 findet der Unsterblichkeitsglaube kaui nöthigen Anklaug, zumal der Wissenschaft! lismus das Seinige thut, das geistige Menschen nach dem körperlichen Toc 1 zu machen und in dieser Beziehung de: Menschen jeden Vorzug vor dem der nehmen. Freilich wird die Unsterblich!׳ sehen in den Sohulen gelehrt, und find! den Kanzeln ihre Proteotion und Allein der Umstand, dass die Belegs nicht aus Bibel und Talmud hergeholt aus Quellen, welche für unser Zweifel!; schleoht kaum noch autoritative Bedetj — lässt die dort dargelegte Beweisfüh Unsterblichkeit des Menschen auf das brachte uns ine dankenssglauben im der hervordhem Gebiete beschäftigen, Herr Land- Nummer des gerechtes Ben einer der n Religionen nicht wenig!üben in den fass er vielqarüber Nachichsten Aufhingegen, wo nen beginnt, noch den iche Materia- Jfortleben des e illusorisch m Ende des Creatur zu :eit des Menet auch auf ertheidigung. t eilen hierfür werden, also :üchtiges Getung haben, g von der Minimum der ת in; Glaubwürdigkeit herabsinken. An Beispielen fehlt es nicht. - Ausserdem giebt es —wie man mir gegenüber wiederholentlich geäussert — eine Anzahl von Predigern, die auf der Kanzel den Unsterbliohkeitsglauben in einer Weise za idealisiren versuchen, dass sohliesslich nichts mehr von dem übrig bleibt, was er wenigstens uns Juden zu sein hat. Was nun aber zu thun? Mit einem .sogenannten ״Herumdrücken“ um die Schwierigkeit, welche nun einmal in der Behandlung dieses Glaubenssatzes liegt, haben wir durchaus nicht unsere Schuldigkeit gethan, und ganz ohne Erklärung kann man ihn auch nicht lassen. Da aber eine solche,, wenn sie einigermassen annehmbar sein soh, so viel wie möglioh mit den sogen. Vernunftsgründen Zusammentreffen muss, so ergiebt 8ioh hieraus, dass wir unsere Beweise für die Unsterblichkeit uns möglichst aus dem Gebiete der profanen Wissenschaft zu holen haben. Schreiber dieser Zeilen hat es sich zur Aufgabe gemacht, den grössten Theil der Beweise für die Un- Sterblichkeit der Mensohen, wie sie im Bereiche der Erfahrung und profanen Wissenschaften vorhanden sind, zusammenzusteUen und beabsichtigt sie als ein Ganzes in einem Werke herauszugeben, das sich betitelt: ״Der Unsterblichkeitsglaube in seiner empirischen, analytischen und moralischen Behandlung, nioht vom theologischen Standpunkte.“ — Es wird ׳in diesem Buche sowohl aus der Natur- und Völkerkunde, wie an der Hand berühmter Psyohologen und Physiologen die Existenz einer Seele als gesondertes Wesen im Menschen nachgewiesen. Es wird allen gegenteiligen Behauptungen des wiesenschaftlichen Materialismus, wie er in Carl Vogt, Moleschott, Carl Mayer u. a. vertreten ist,׳ mit Argumenten begegnet, die den wissenschaftlichen Werken von Profi Beneke und Prof, der Anatomie Hvrtl u. a. entnommen sind. Ausserdem wird die hohe Bedeutung der Unsterbliohkeitslehre für die moralische Entwiokelung der Menschen in ausführlicher Weise dargelegt. Wir glauben, dass es von allgemeinem Interesse sein dürfte, wenn wir einige Stellen dieses Werkes, und zwar aus jeder der drei Abtheilungen eine, hier wiedergeben. In dem empirisohen Theile heisst es, naoh dem besprochen worden, wie der Unsterblichkeitsglaube bei den Parsen sich äusserte: ״Für sie existirte ein gutes und böses Prinzip. Die Erde liegt zwischen dem Reiche des Liohts und dem der Finsterniss. Auf dieser Erde tobt der Kampf zwischen Gutem und Bösem, beides im Mensohen vertreten, dessen letzte Aufgabe es ist, den in ihm waltenden Geist der Finsterniss d. h. des Bösen zu überwinden, auf dass

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