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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-06-14 · N° 24. (14.6.1888) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 24. (14.6.1888)
Date
1888-06-14
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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M 24. Jahrg.XYlf. Jüdisches LitteHatur-Blatt. Zw Belnektoig Aller liieitki■ iRd /■dem betreffende■ IltterArieehe■ Er• Her ansgegeben Kleb er der eliNkliglfea Littereter, welche der Bed«et;o■ ngnnit werde•» Indes J X « lekaliugai ■af de» (taktet« der Pkllo• lopkle* Geeeklehte, Etkaogrepkle, TkeolORie» OrleatAlU, Exegeee, Bo»Metlk. Lltarglk a. PUagoglk• S B.bbm«r Dr. *orit־ iUhm.r. ifSXZIZ'IZ.’ZSZ Sr1888!״״. Das »J Mische Lltterstur-Blatt« ers< Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgan allen Postanstalten und Buchhandlungen 8 Mi 86 Pf. für die gespaltene Petitzeile, Beilagei PW* Buchhändler u. Lehrer, welche di heint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Buchhandlungen (in 5 8 Mark. Abonnenten der .Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei rk kostet) erkalten das .Jüdische Litteratar-Blatt“ gratis. — Inserat• werden mit mit 80 Mark, berechnet und sind an die Expedition dieses Blattes za senden rect oder durch Bobert Friese Inserate einsenden, erhalten 25 )( Rabatt. Inhalt: AVis 8 enschaft liehe Auf Sätze: AVarJosephK! Zur Chronologie. Von L. Cohen in Ree! L itte raturbericht: Recensionen: יל;וספות על ספר הערוך מד־ שמואל בר• לאור בפעם רשונה עם מראה מקומות, ת ממני שלמה כאכער, תרמה ברעסלר. ״Wosclio d“, Journal fürAVissenschatt, Lit' Litte ra ris ch e Notizen. .ro einKabbalist? a Rh. (Forts ) אגור, כוי הקדמה וקצת ו יערוב נמצ, יצא - הערות והנה; eratur u. Politik. wer sie in flhrej hielt, hielt sich nioht für bereohtigt, auoh nur erneu Deut za opfern; wer sie verwarf, hielt sich nicht verpflichtet, auoh nur das Geringste zu beobachten, auf, Mendelssohn folgte. Friedländer, auf den strikten Verehrer der wüste Verletzter der Tradition, weil jedes Augenmass fehlte, um die verschiedenen Stadien iu der Entwicklung des Mosaismus zu unterscheiden. Was ,geschrieben stand“, war über alle Prüfung erhaben. Es konnte geschehen, dass einer ein Werk, trotz- ' dem es den Namen eines hochgefeierten Mannes an Unbefugter Nachdruck aus dies׳m Blatte ist n cht gestattst. War Joseph Karo ein Kabbjalist? ine W> K; lässt Vielleicht am schärfsten prägt sich schaftliche Gegensatz zwischen unser«! vorangegangenen Jahrhundert in der W aus, welche wir der geschichtlich zollen. Besonders die Religion, in der 80 u: auf Tradition beruht, hat viel ge Werk der religiösen Aufklärung ist worden durch exakte historische den verschiedensten Religionsgenossensol. denen kirchlichen Ueberlieferungen. Im vorigen Jahrhundert ging das klärung wesentlich von der Philosophie stritt die Möglichkeit gewisser in den religji gemeldeten Ereignisse vom Standpunkt Menschenverstandes; als die Philologie schiohtsforsohnng in Deutschland zn ־־ wurden die Methoden dieser Wissensoh die Religion angewendet und leugnen, dass dadnroh den starren Traditi viel gefährlichere Gegner entstanden, 1 ־ die philosophischen Aufklärer gewesen ein Beispiel ans nicht jüdischem Gebie Stranss und die Tübinger sind gefährlioh« r nnd die Encyklopädisten. Wem freilioh auf religiösem Gebi um Aensserlichkeiten, wie alt eine Lehn sie gefunden, minder wichtig ist, nnd v auf die innere Begründung dieser Lehre der hat für seinen religiösen Standpunki der unersohrookensten gesohiohtliohen niohts zn fürchten; was kümmert ihr wenn er nur den Kern behält 1 Unter nns Juden lag die gesohiol t besonders im Argen. Alle Prüfung Bränohe nnd Berichte war im vorigen rein rationalistisch; die Tradition war Gläubigen nnd den Neuerern, gänz und der wissenm und dem Brthschätzung n Forschung ndlich Vieles Tonnen, das mächtig gefung der in aften vorhanerk der Aufaus, man be- Ösen Büchern des gesnnden nnd die Ge- ׳äften kamen, 1 aften anoh auf sich nicht ionsgläubigen 18 es jemals waren. Um!be zn holen, als Voltaire ebe der Streit sei, nnd wer r vor Allem Gewicht legt,;t anoh von 1 Jnter8nohnng die Schale, de: tliohe Kritik 1r religiösen Jahrhundert Allen, den; untheilbar, seiner Spitze trug, verwarf; aber dass er prüfte, ob hier nicht eine Fälschung, der Missbrauch eines berühmten Namens vorliege, gehörte zn den grössten Seltenheiten. Die Kabbala profit irte am meisten von dieser Harmlosigkeit des Urtheils; alle Grössen unserer Glaubensgemeinschaft mussten ihr dienen; alle grossen Namen unserer Geschichte wurden geplündert, nm. mit ihnen geringwertige Arbeiten zn sohmüoken Der Name Kabbala, Ueberlieferung, den die Gesammtlitteratur der Mystik trägt, ist selbst ein Pseudonym, ein falsches Aushängeschild; wie man heutzutage falsohe Antiquitäten für den Kunstmarkt fabrioirt, 80' verfertigte man dazumal falsohe Antiquitäten für den Büohermarkt. Die Kabbalisten, die Träger einer vermeintlioh heiligen Ueberlieferung, waren konsequent; sie fingen netto bei Adam an; ds lässt sioh nioht ypj verkennen, dass diesem Mangel an geschiohtliohem - ’ Sinn die Kabbala einen gut Theil 'ihrer Erfolge ver- *'־ dankt. Autorenruhm, heut eine 80 gesuchte und vielge- -'j? liebte Waare, muss bei den eigentlichen Verfassern. vjj dieser Werke, die vor der Welt so hochklingende Namen trugen, keinen besondem Kurs gehabt haben, . :S sie logen sioh um ihren eigenen Ruhm, wie denn» überhaupt die Eitelkeit, ein Verfasser zu sein, zu den Geisteskrankheiten der Neuzeit gehört. Vielleicht wussten auoh die Verfasser, dass von diesen pseudo-^; '?'* nymen Werken nioht viel Ruhm zu holen sei, dass'־ das Beste derselben der falsohe Name ■ei. Erst in unserem Jahrhundert kam die Kritik und, riss diesen Büchern die ehrwürdigen Masken ab; es ist zweifellos, dass anoh hier Ueoertreibungen stattgefunden haben und neuerdings ist die Inge ,ob י ein kabbalistisches Werk, das den Namen Joseph .j, ‘ Karo’s führt, wirklich diesen ausgezeichneten Talmu- £•' disten zum Verfasser hat, daroh eine Arbeit. David '%■. 0as8el’s*) wieder in den Vordergrund der jüdisohen Forschung gestellt worden. Cassel undGräts, die}Ji■: beiden um die jüdisohe Wissenschaft hochverdienten : *)-Oassei: Joseph Karo und das Maggid Ifeaoharim. :-^5■

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