Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 23. (7.6.1888)
- Date
- 1888-06-07
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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M 23. JahrgXVIl. Jüdisches i Litterfeitur-Blatt. Zar Beleichtui aller iadeatbam 1ad Jodea betreffeadr■ llttarariachea Kr* «ehelaaaffea aaf drei Gebiet« der Philo• eophle* Geaehlchte, Ethaographt«, The«•• loid«, Orleatalia, Exegese, Hom'letlk. Utorfik n. P8d1fO|(|k. Heraasgegebeu von Rabbiner l»r. Morilz Itahmer. a^3c(nH^., 7. cfuni 1888. Bieber d«ret1Khlift|H Lltteratar,welch « aer Kedaet oa s«geeaadt werdea, fladaa ta diene« Blatt« eiaftheade Beapreehaag Bei Elaaeadaag vea awet leteailea»■ KxeoipUrea erfolgt elaaeallge karae Gratla-laaertloa. Das ^fldlsche Littermtnr.Blatt« ergeh« Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang a len Postanstalten and Buchhandlungen 3 “ 25 Pf. tür die gespaltene Petitzeile, Beilagen l■' Buchhändler u Lehrer, weiche di eint wöchentlich in einen halben Bo^eu Preis bei allen Buchhandlungen (!1 8 Mark. 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Schriftstelleren ״schnell“ t dieser letzaber ist diese ersten Ranges Allen voran geht der auch als volle A. B Lebensohn, der in seine der heiligen Sprache“ “ einen hohen A nommen und manche echte poetische Lebensohn war ein Zeitgenosse Lette letztere der ״galizischen1 Schule augeh) diese Schule am würdigsten repräsentirte Zusammenstellung kann nur zu Gunsten sprechen. Manche seiner Gedichte, wie rende דל מבק״., ist Volkslied geworden den Israeliten Lithauen’s, wo der Dicht mann die meiste Verehrung gefunden, in Melodie gesungen. Diesem Genre gehü ״Neuen Gedichte der heiligen Sprache“ ״Glauben und Wahrheit* einen reflec|ti anschlagen. Exeret verdienstn ״Gedichten It Die rassische Schule hat viele weisen — es sei erwähnt der greise lober, Werbel — aber keinen so ei, J. L. Gordon. Dieser, im Jahre 1830 die hebräische Spraohe um viele köstl « Schöpfungen bereichert. Sein Erstlings er in die Oeffentlichkeit getreten, war 6« Liebe David’s zur Michel“, welohes i erschienen and mit grossem Beifall wurde. Was Spraohe, Diction, Schönhi: - r ■ ‘schwung ge- Perle geliefert. 1ri8’, welcher >rte und eben; aber diese Lebensohu’s das räsonni- und wird von er als Landseiner schönen reu anch die i betrifft, ist dieses Epos eine hervorragende Leistung, j Der Anfänger zeigte also. schon bei seinem ersten , Debüt eine meisterhafte Beherrschung der Sprache j und ein echtes, poetisches Talent. Hingegen ist die Diction und der dramatische Gehalt der Dichtung mangelhaft. Der Dichter hat überhaupt einen unglücklichen Einfall gehabt, den Helden David als | Liebhaber darzustellen. Bekanntlich war König David j eher alles andere, als ein Liebhaber nach modernen Begriffen. Dazu leidet noch die Dichtung an zu | langen Reflexionen und Detaiiliruugen, welche keineswegs die Reize des Epos erhöhen. Alles dies verräth den Anfänger. Es wurden die Mängel dieses Epos bei dem Erscheinen der zweiten Auflage von mir in einem hebr Journal ausführlich besprochen, und der Dichter hatte die Liebenswürdigkeit, brieflich!heilweise mir beizustimmen, die gerügten Mängel der damaligen Jugendlichkeit zuschr«sibend. Nun, derartige ״Jugendsünden“ wollen wir gerne verzeihen. an, wogegen ,irenden Ton ichter aufzaft״ B. Gotti jenartigen als geboreD, hat che poetische werk, mit dem tin'Epos ״Die Jahre 18(17 aufgenommen it der Worte Gordon tändelte aber nicht lange mit der Muse. Bei dem ausgebreiteten Wissen, das er besitzt, und der grossen Anhänglichkeit für seine Stammesgenossen war es leicht vorauszusehen, dass auch unser Dichter den Kampf für Cultur und Civilisation kämpfen wird. In der That" erblicken wir in den sechziger Jahren den Dichter in der ersten Raihe. Diese Kamptperiode hat Gedichte gebracht, welche die hebr. Sprache qualitativ wie quantitativ bereicherten. Was Humor, Satire und Schärfe betrifft, können die Gedichte Gordon’s einen Vergleich mit Heine’s Schöpfungen sehr rnhig anshalten. Ebenso stimmungsvoll ist die LyrikGordon’s, und sie wird oft ergreifend, wenn Scenen aus dem jüdischen Volksleben das Thema bilden. Da der Dichter tief in das menschliche Herz zu W61S8 greifen und eine Theilnahme hervorzazaubern, die uns für dessen Empfindungen und Gefühle ganz einnehmen. Gordon ist ein hebr. Volksdichter im edlen Sinne des Wortes. Sein polemisirender Ton erinnert lebhaft an Bftranger. Wie dieser, versteht es unser Diohter, unter Thräaen zu weinen, lächelnd aud spielend tief zu verwunden. Das Jahr 1869 brachte eine hebr. Monatssohrift, der es besohieden war, in der Entwickelungsgeschiohte der russischen Judenheit eine bedeutende Rolle za spielen. Ich meine den השד»ר, welchen der leider 80 früh verstorbene P. Smolenaky ins Leben gerufen und über fünfzehn Jahre geleitet hat. Es wird von diesem Journal und dessen talentvollen and originellen Herausgeber in diesen Blättern nooh die Rede sein.,