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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-05-31 · N° 22. (31.5.1888) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 22. (31.5.1888)
Date
1888-05-31
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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M‘22. Jüdisches Jahrg.XVli. Litteratur-Blatt. Ztr B«l«aeht1RK tllir Jideitka■ ■a«1 lad«■ Betreffende■ lltterarleehn SrlekdaiigM uf de« Gebiete der Philo- ■opble» Geeehlehte, Ethnogrephie» Theo• loirie. OrleateIiev Exereee, Ho«Metfk. M'arglk ■. PUa*0fflk. Herausgegeben von ibbiner Dr. Moritz!Lahmer. f!i(Laydc{>u,ty, 31. 9?tai 1888. Bieber der elaeekliglgea Lltteratnr,weleb* der Bedftet.oM ■■geenadt werde•» ftide• 1■ die••« Blatte etarebeade Beepreehaag Bel Haeeadaig 1!m *wet Beeeaeleae• Rze«pUrea «rblft ela«allge karae G rette* laeertt•■. Daa ״Jldisehe Lltterztsr-BUtt« ersck Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang; allen Postanstalten and Buchhandlungen 8 ■ 86 Pf. tttr die gespaltene Petitzeile, BeUagei ■W* Buohh&ndler u. Lehrer, welche dir!eint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Buohhandlangen (in 8 Mark. Abonnenten der »Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteIjihrlioh bei k kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratar-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit mit 80 Mark, berechnet and sind an die Expedition dieses Blattes an senden ect oder durch Robert Friese Inserate einsenden, erhalten 25 1ן Rabatt. I n 11 a 11: Wissenschaftliche Aufsätze: Dieneuhebrili IV. Von Dr. S. Bemfeld-Belgrad. — Mose l vor der Austreibung aus England daselbst r matiker und Lexicograph. Von M. D. Davii mentum ad hominem gegen Herrn Prof. Pu Von Dr. Ph. Kroner-Br. — Zur Chronologie Rees. (Fortsetzung aus No 21.) Litteraturbericht: Recensionen: Wüp! theol. et phil. Der Babylonische Talmud dischen Bestandtheilen etc. — Reden, ן synagogalen Trauerfeier für den hochselig. 1 ische Litteratar. ben Isaak, ein reborener Gram- ־r8. — Ein arguul de Lagarde. Von L. Cohensehe, Aug., Dr. seinen haggo- :< halten bei der 1 User Wilhelm I. Unbefugter Nachdruck aus diesem Blatte ist ni cht gestattet. Die neuhebräische Litteral ur. IV. Hat nun Löwensohn die Schriftst ellerlauf bahn begonnen, 80 schritt er auf derselben wacker fort. Seine Schriften, die meistentheils postbu n erschienen und tbeilweise der Veröffentlichung erst entgegensehen, haben in Bussland einen nnerme!glichen Binfluss ausgeübt. Noch heute gelten dieselben in vielen .Kreisen als Orakel, obwohl schon lärgst nachgewiesen wurde, dass sie wissenschaftlich nioht stiohhaltig sind. Als Fortsetzung seines תל1דה כישראל gilt 2) כית יהודה Bde., 3. Aufl. Warschau 1878), geschiohtlichen Studien gewidmet, und als Fortsetzung beider Werke ist 4) זרובבל Bde., 3. Auf . das. 1880), zur Vertheidignng des Talmuds gegen die Angriffe von Mao Kaul verfasst. Betrachten wir diese Schrift besügl. ihrer Tendenz, so glauben wir die Ansicht ausspreohenl zu dürfen, dass dies ein überwundener Standpunkt ist. Die Erfahrung hat gelehrt, dass derartige t pologetisohe Sohriften dem angegriffenen Talmud nie zu vertheidigen im Stande waren. Ganz einfach ans dem Grunde, weil diese Angriffe nie selbst Zink, sondern blos Mittel zum Zank sind. Wenn irgen 1 ein Judenff688er es sioh zur Aufgabe gemacht, die Juden anzngreifen, so wird er gewiss dazu greifet!, die Leute auf diese terra incognita, auf das Gebiet c es Talmuds, zu locken, um ihnen Feindseligkeiten gegen das Christenthum, die sioh etwa in diesem Bnohe vorfinden, vorzufaseln. Sioh da vertheidigen an wollen, ist eine Sisyphusarbeit und es gewährt ki in Behagen, diese Nnssknaokerei mitansnsehen. Jetzt haben mitunter derartige Apologien das Verdienst, ן gesunde Ansichten auiz ns teilen, nioht am apologetisol zu wirken, sondern für den Forsoher Material an liifern. Aber die Art und Weise, wie Löwensohn an Werke geht, ist keineswegs geeignet dem Forscher Interesse abangewinnen. Es mag für die an die betau inten Spita- Uiu auu findigkeiten gewöhnten Stammesgenossen in den 81avisohen Ländern ein angenehmer Kitzel sein, derartige Haarspaltereien auch in einem wissenschaftlich sein sollenden Werk >n finden; für uns aber ist diese Kost unverdaulich. So z. B wird (Th. I, S. 16) der vorm0 8aisehen Ge- und Verbote Erwähnung gethan, wobei auoh das Verbot zu morden zur Sprache kommt. In dem Pentatench kommt bekanntlich dieser moralische Satz als Anrede Gottes an Nöah (Gen. 9,5) vor. Löwensohn nimmt nun dies wörtlioh und folgert daraus, dass Kain, der seinen Bruder erschlug, desshalb nicht von Gott mit dem Tode bestraft werden konnte, da ihm (Kain) nioht bekannt sein durfte, dass das Morden überhaupt strafbar sei Da aber mancher Midrasoh und auch Psendo-Josephos (eine lantere Quelle!) die Sage mittheilen, dass ׳ der Brudermörder von L e m e c h ersohlagen worden ■ei, 80 leistet sioh Löwensohn die scharfsinnige Bernerkung, dass dies der Ansioht jener talmndisohen Lehrer entspricht, wonach schon an Adam das Verbot zn morden ergangen sei. Ist dies nioht ein hübscher Pilpnl-Knänl?! In diesem Stile geht es nun immer so fort. Der Apolegstik ist anoh die Schrift דפים CBM gewidmet. Dies Werkchen hat eine traurige Voranlassnng, es ist während einer ״ Blatbesohuldignng* in Polen entstanden. Zur Zeit der bekannten Damaskus- Affaire ist diese Sohrift durch Dr. Löwe ins Englisohe und während der Tisza-Esslar-Affaire von Friedländer anoh ins Deutsche übersetat worden. Wenn wir auoh zweifeln müssen, ob je überhaupt solche apologetisohe Schriften feindselige Bosheit an entkräfen im Stande wären, so muss dooh diesem Werkohen der warme und überzengende Ton ‘ ab Verdienst ungerechnet werden. Die Schrift► ist in Form eines Dialogs gehalten. Von Löwensohns gedruckten Sohrift sind ferner zn erwähnen: צדקי PC\ ebenfalb gegen feindselig• Angriffe auf den Talmud, יהושפט, eine Polemik gegen Beggio's התורה והפל וסופיה «nd תולדות שם» p^ioiogisohe Forschungen über die hebr. Sprache. Die m letztem Werke niedergelegten Ansichten sind recht kindboh and gehen vom Standpunkte ans, dam sämmtliohe Sprachen von der hebräbohen helgeleitet wären. Ueber die Nichtigkeit dieser Ansicht ein Wort za verlieren, wäre ein unverzeihlicher Lama. Sind non die litterarisohen Leistangen Löwensohn’s nioht hoch anxaaohligen and überhaupt bereits ab überwanden za betrachten, so haben wir hingegen Löwensohn ab Sohöpfsr einer neuen Epoche unter den Jaden Basslands za betrachten. Ab edler, naeigennütziger Charakter genoss Löwensohn die Aoh-

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