Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 21. (24.5.1888)
- Date
- 1888-05-24
- Page
- Seite 82 (sequence 5)
- Language
- German
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In F-moli, entspricht es in seiner rahigec, würdigen *\Vms6 ganz dem Inhalt. Charakteristisch ist die Tonmaierai in der Orgelbegleitung vom 6/8 Takte, a tempo, ab auf ״b’maaloss k’doschim ut’homn“ in den hohen Tönen. Dachte er an die liohten himmlischen Höhen? Ebenso: sollte er anch an das Umfassen, an das In- Schuts-Nehmen Gottes bei ״jastirehu b’aesser k’nofow“in der Orgelbegleitung gedacht haben? Das last sich vennuthen. Fs schliesst im Dur (in der Begleitung), gleichsam als eine feste Hoffnung auf die Erfüllung. Was B. schreibt ist gut. Siegfried Graf. Essen, 3. Mai 1888. עתקי תפלה (?) Uebersetzungen ausgewählter Gebete aus dem Hebräischen ins Deutsche zur häusliohen Einübung für den israel. Religionsunterricht nebst Xnhang. Grammatische Regeln der hebr. Sprache von M. Rosenhaupt. Nürnberg. Verlag der Korn’sehen Buchhandlung. 1888. Jedes Werk auf dem Gebiete unserer jüdisohen Sohulbuchlitteratur, das nur irgendwie einen methodisehen Fortschritt in sich birgt, begrässen wir aufs freudigste; aber leider sehen wir immer wieder und i wieder Bücher entstehen, deren Verfasser nur ein gei ringes pädagogisches Verständnis zeigen, und hierdurch documentiren, dass ihnen die Fähigkeit abgeht, Schulbücher für unsere Jugend zu schreiben. "Wir haben das seiner Zeit bei Herrn Israel Wiesen und seinen Machwerken gezeigt, die übrigens um kein. Jota besser werden, wenn sie auch J. Kauffmann in Frankfurt a. M. in Extrabeilagen anpreist; wir haben nicht den Verdienst, sondern das Verdienst im Auge. Die Lorbeeren dieses Herrn Wiesen haben nun I 1 Herrn Bosenhaupt nioht schlafen lassen. Das obige ' uns vorliegende Buch befolgt die Wiesen’sche Methode oder besser Unmethode—und ist damit gerichtet, — dem hebr. Text die Uebersetzung gegenüberzustellen;; nur sind, wie es im Vorwort heisst — ״die darin,! d. h. in Werken ähnlichen Genres, sich befindenden Complicationen(!!)-und massenhaften Anmerkungen“ (wie bei W.) und ״von dem sehr häufig nicht gefälligen deutschen Ausdruck (wie bei W.) in der Uebers. ganz abgesehen“ (sic!) vermieden. Bei einem Vergleiche zwischen W. und R. finden wir letzteren nicht ganz frei von W.’schem Einfluss, so übersetzen beide gleichlautend ״ 71ל נרי הצדקund über die zur Tugend Bekehrten;“ bekanntlich waren diese Geriin diejenigen Proselvten, die aus innerer Ueberzeugang zum Juuenthum übertraten. Es kommen noch verschiedeno. Ungenauigkeiten in der Uebers. vor, so heisst כהיום הזה nicht: ״bis auf den heutigen Tag“, ולזמר לשמך nicht ״zu lobsingen deinen Namen“, הרחמן heisst nicht ״Barmherzigkeit“, משלם שכר סוב würden \ wir nicht ä la W. mit ״bezahlt“ übersetzen. Interessant war es uns, dass der Verf. dem Gebetstück ולא נחתו (S. 21) eine ganz andere Fassung giebt, die uns ihrer Tendenz nach wohl anspricht,*) sie lautet im Anschluss an ונחתו יי אלהינו לישראל למך באהבה :ושמח־, doch will uns das überleitende ונתתו gar nicht Zusagen. Herr R. übersetzt ganz richtig: ״Du gabst ihn* (mit gesperrtem Druck), W. übersetzt nämlich: ״Du gabst ihm“. Das vorliegende Büchlein hat 46 vollständige Gebetstücke, darunter auch die Psalmen 19, 90, 91 und 92. Grammatische Regeln der hebr. Sprache *) Uns nicht. Es ist übrigens die Leseart des von Dr. Levin reformirten, »ehr fehlerhaften Nürnberger Gebetbuchs. (Red.) Verantwortlicher Bedactear Dr. Ra hm er Magdeburg. Druck v bilden den Anhang. Im Interesse der Wahrheit, die uns Lehrern doch besonders heilig sein soll, hätteu wir gewünsoht — siehe Pirke Aboth 6, 5 — dass Verf. die Quelle seiner grammatisohenRegeln angegeben hätte,den n er hat dieselben aus Johlsohn’s hebr. Sprachlehre wörtlioh abge8chrieben.j Was der Verf. vom Hebräischen versteht , das ersieht mau aus dem hebr Titel, den er seinem Opus beigelegt; dieser Titel ist doch sicherlich sein e igen« 8 Werk. , Weiss Hr. R. nioht, das der Stamm עתק nur im Hiphil ״übersetzen“ heisst? Wer dass nioht weiss, darf keine Uebersetzungsbüohlein ״mschen“. Moritz Spanier. Litterarische Notizen. Englische Babblnen. 1 1. R.jOshaja bar Meschullam Hallevy. — Dieser Rabbi ist citirt in ״Kidduschin 52 a“ und anch bei ganz ahnlieber ßelegenhe t in den ״Anmerkungen des Maimonides, Hilchoth Jscbuth, Cap. 9 § 3“ wo bemerkt wird, dass er ein geborener Engländer war. Wir dürfen ihn daher mit Oshaja Halevi, welcher in den ״Schetaroth“ vom J. 1249 (p. 32) erwähnt, ist. identificiren. Dass er aber in den ״Amnerkongen Maiinonide’s nur als Engländer, ohne genauere Angabe seines Geburtstages angeführt ist, berechtigt zu der Annahme, dass er in Norwich geboren sei, welches damals die bekannteste Stadt in England war. Aehnlich lesen wir in demselben Werke und auch in ״Mordechai“ von einem R.M eie r aus England (Taanith Cap 5 § 10;, welches auch vom ״Rösch“ (Taanith 24b) als R. Meier ,.von dem Inselland“ genannt wird Wie schon früher in dem ״Jew. Standard“ bei Besprechung der ״Schetaroth“ nachgewiesen wurde, war auch dieser R. Meier in Nor wich geboren. 2. Josef ben Jechiel. —ln der englisch-jüdischen Aus- Stellung fand sich als eine der ersten Sehenswürdigkeiten eine Schale, Eigenthum der Bodleiana, mit folgender Inschrift, welche die verschiedenartigsten Deutungen erfahren hat (הנדר •ושת בן הק׳ ר• יחיאל (זצק־׳ל המשיב ושואל לקהל כדואר כדי לחזות פני אריאל ככתב בדת יקותיאל וצדהה תציל ממות. Rev. Dr. Adler übersetzt dieses wie folgt: ״Die Gabe Josephs, Sohnes des Märtyrers R Jechiel (das Andenken des Gerechten und Heiligen sei zum Segen) welcher die Gemeinde verwaltete (belehrte) nach seinem Willen: so dass er würdig ist, Ariel (Jerusalem 1 zu schauen, wie geschrieben steht im Gesetze Jekutiels (Moses) Wohlthun rettet vom Tede.“ Im Ausstellungscatalog ist die Inschrift mit Varianten von einiger Wichtigkeit übersetzt, welche jedoch hier nicht erörtert werden können. Alle stimmen dahin überein, בהואל als Hiphilt'orm vom Stimme יאל zu übersetzen. Ich halte jedoch diese Ueber- Setzung nicht für zulässig, da diesem Verb immer ein Infinitiv mit oder ohne ל folgen muss, welcher die Thätigkeit ausdrückt, die befohlen oder gewünscht wird. Es bietet aber diese Ueber- Setzung noch andere Schwierigkeiten; die Worte ״im Gesetze Jekutiels“ sind dunkel und stehea in keiner Beziehung zu dem Geschenkgeber. Ich will daher durch meine Uebersetzung zeigen, dass dieser Josef ben Jechiel aus Lincoln gewesen (S. ״die Oberrabbiner Englands“ von Dr. Adler, S. 34, Note), welcher auch in 152 לי) שם הנדודים; als Rabbenu joset aus Nicola angeführt und in שלטי הנבורים zu ,עכודד זרה genannt ist, Nicola ist eine Transcription fürLincola. Wir finden nun, dass der Buchstabe נ beim Uebertragen aus dem Englischen ins Hebräische manchmal ausgelassen wird. So wird z. B. das Wort , Convent'“ קובנט geschrieben (Sehetaroth p. 290) und ,.Nottingham“ wird geschrieben נוטינהם (ibid. p. 280;. Ebenso stehen die Wörter לקהל כהואל für לקהל לבדואל, SO dass das letzte ל des ersten Wortes auch als Anfangsbuchstabe des zweiten Wortes gilt und das Wort לכהואל nichts anderes bedeutet als לנכהןאל> Lincole. Dieser Josef ben Jechiel ans Lincoln hatte einen Sohn, Namen Jekutiel (Schetaroth pp. 164, 198, 204) welcher die Inschrift verfertigt hat, und die Worte der 4. Zeile ככתב בדת יקותיאל wäre zu lesen ככתב בנו יקותיאל oder vielleicht ככתב דר־ יקוודאל. _(Nach dem Jew. Standard)■ 1D. L. Wo lff, Magdeburg. Verlag von Robert F rie se, Leipzig.