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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-05-10 · N° 19. (10.5.1888) · p. Seite 74

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 19. (10.5.1888)
Date
1888-05-10
Page
Seite 74 (sequence 5)
Language
German
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imjjpij*jm.iijw»;‘• •u*w|1 y •י "5יי י"׳ 1 Dank für die Genauigkeit seiner Arbeit, die Wahl seines Stoffes. Sie seigt seinen rechten Bliok nnd seinen rastlosen Fleiss. Hannover. Eroner. Grün, Nathan, Rabb. Dr. Sage nnd Geschichte ans der Vergangenheit der israelitischen Gemeinde in Prag. Prag 1888, Jacob W. Pascheies. Ein sehr ansprechendes, schätzensnnd lesenswerthes Sohriitchen, das sich dem im letzten Jahrgang dieser Blätter besprochenen ״Der hohe Rabbi Löw nnd sein Sagenkreis“ gleichwertig an die Seite stellt. Wenngleich ursprünglich als Vortrag im dortigen Verein ,,Afike Jehnda“ gehalten, ist es doch nichts weniger als sogenannte ״leichte Ws&re“, die etwa au9 dem nächsten besten vorhandenen Material zusammengestoppelt wäre, sondern eine ernste, gewissenhafte und gehaltvolle kleine Specialstudie, anl eigenen Forschungen beruhend und klar geschrieben, die uns im Interesse -des jüdischen Leserkreises wünsehen lässt, dass ihrer recht viele auf diesem Gebiete vorhanden wären oder entstehen möchten. Die Arbeit hat durchaus kein blosses Localinteresse, sondern ihrem ganzen Inhalt wie ■ ihrer Ausarbeitung nach vollberechtigt, in allen Kreisen, welche sich für die Vergangenheit und die Geschichte unseres Volkes, speciell iür diejenigen der altehrwürdigen glanzvollen Gemeinde Prags, interessiren, mit Liebe autgenommen und studirt zu werden. In Präparandien jüdischer Lehrerseminarien, wie in Seminarien selbst, in jüdischen Logen, Oberklassen jüdischer Schulen etc. vorgelesen, wird das Schriftchen den Betheiligten Genuss nnd Belehrung gewähren, aber auch Lehrern und Freunden jüdischer Litteratur überhaupt die geringen Anschaffungskosten reichlich lohnen. Ich kann von der mit grossem Interesse gelesenen, hübschen Arbeit Grüns nicht'scheiden, ohne dem Wunsche Ausdruck zu geben, dass der gelehrte nnd öffenbar mit bistorischem Sinn begabte Herr Verfasser zu noch recht vielen ähnlichen Arbeiten Zeit und Gelegenheit finden möge. Max Weinberg-Magdeburg. Es liegen uns noch diverse zur Trauerfeier des Kaisers Wilhelm gehaltene Gedächtnisreden — von den DDr. Joel-Breslau, Goldschmi dt-ßirkenfeld, Sc hrVarz-Karlsruhe, Le vi-Giesser, Horowitz- Crefeld, Zucker m and el-Trier, Salfeld-Mainz, Vögelst ein - Stettin, Lan d sbe r ge r-Darmstadt — vor, deren Besprechung in den nächsten Nummern erfolgen soll. R. Litterarlscbe Notizen. Dr. Israel Michel Rabbiaewicx. Am 1?. Mai begeht dieser bekannte Uebersetzer des Talmuds seinen 71). Geburtstag. Er hat durch seine zahlreichen Schriiten ein wissenschaftliches Verständniss des Talmuds angebahnt, und den so geschmähten und verleumdeten Talmud in ein glänzendes Licht gestellt, und zwar — was vielleicht Vielen unbekannt — mit der grössten Aufopferung Ein Blick ant seinen Lebenslauf zeigt dies. Geboren zu Horodetz. einer*kleinen Stadt in Litthanen (Grodner Gouv.), beschäftigte er sich in seiner Jugend unter Leitung seines Vaters, der in derselben Stadt Rabbiner war, ansschliesslieh mit Talmnd und Codices nnd zeichnete sich ebenso dnreh seine Begabung wie dnreh seinen Fieiss ans. In seinem reiieren Jünglingsalter erwachte in ihm die Sehnsucht, sich auch in aUgeroeinen'Wissensfächern anszabilden and za vervollkommnen. Sa er aber in seiner Heimat seinen Wissensdurst nicht befriedigen konnte, verliess er, bereits 25 Jahre alt, dieselbe und b«gab sich zunächst nach Brody (Galizien), wo sich za dieser Zeit eine Elite sogenannter jüdischer Aufgeklärten befand, nnd erlernte dort die Elemente der deutschen Sprache. Im nächsten Jahre siedelte er nach Breslau über, wo er sich eitrig mit Qymnasialiächem beschäftigte. Im Alter von 30 Jahren trat er in die Prima des Gymnasiums ein und erlangte nach 2 Jahren die Maturität Hierauf studirte er einige Jahre klassische Philologie an der dorttgen Universität. Im Jahre 1851 veröffentlichte er seine nach einem neuen System bearbeitete ״wissenschaftliche hebräische Grammatik“, welche er 2 Jahre später in zweiter Auftage zum Gebrauch für Lehranstalten erscheinen liess. Im Jahre 1853 siedelte er nach Paris über. Hier besuchte er die medicinische Facnltät und erlangte von derselben das Doctor-Diplom. Obwohl er aber als practischer Arzt in Folge seiner Thätigkeit und־ Popularität die besten Chancen hatte, zog er es, seinem Wissensdrange und seiner Vorliebe für die jüdische Wissenschaft folgend, vor, in Armuthund Elend zuleben, um ganz der Wissenschaft, besonders der jüdischen, obliegen zu können. Sein höclistes Ideal war, seine reichen philologischen und medicinischen Kenntnisse in den Dienst des Jndenthnms zu stellen und zu dessen Verherrlichung zu verwenden, welche Aufgabe er auch in glänzender Weise erfüllte. Eine blosse Aufzählung seiner Schritten vermag eine klare Vorstellung von seiner mühsamen und zugleich f’mchtbaren schriftstellerischen Thätigkeit zu gewähren. Wir wollen von denselben nur die bedeutendsten erwähnen: Legislation criminelle du Talmud. Paris 1978. (20 Fr.) Legislation civile du Talmnd, 5 tomes: I. Nouveau commentaire et traduotion critique des traieeg Berakkoth jusqu’ a khetubotli, ghitin, kidouschiu, de tous les passages des 2G traites des trois premieres sections (sedarim), qui concernent la legislation, lej femmes, les paiers etc. Paris 1877. (20 Fr) II. — — — du trnite Baba Kama 1877 (20 fr) III. — — — du traite Baba Mezia 1878 (20 fr.) IV. — — — du traite Baba Bathra, 187!) ,20 fr) V. — — — de tous les passages de 30 traites des tiois dernieres sections, qui concernent la legislation, la medeeine, les paiens 187!) ,20 fr) Legislation civile du Talmnd, traduetiou du traite Khetouhoth 1873 (4 tr.) La me d ec ine du Talmud 1810) 0י fr) Principes talmudiques deScheeliitah etdeTerefah au point de vue medical, 1877 (3 fr.) Introduction generale du Talmud (welche nächstens erscheinen wird) Wenn auch Dr R. gleichzeitig aut anderen Gebieten Vieles geleistet hat, so blieb doch die l'ebersefzung des Talmuds immer seine Hauptl>eschäftigung, wie wohl ihm die Unter- Stützung zu seinem Unternehmen von seiten derer, für die er arbeitete, in sehr geringen Masse zu theil wurde. Es ist daher eine Ehrenpflicht aller Freunde 'er jüdischenWissenschaft, seiner gelegentlich seines 70. Geburtstages zu gedenken und ihm die Möglichkeit zu gewähren, die ihm noch Geschiedenen Lebensjahre sorgenlos zuzabringen. \ Zusendungen sind an Dr. .UM. Rabbinowitz. Paris 03 rue de Seine za richten. S F.-Paris. Soeben erftbicuen u. btrd) ade S3c4f)Mno. »n beheben : SeiQTidj |)Ei1«'s^nl0bio0rflj)!)it herauf flm׳ ben 00a Üaf u$1rf elef 8°. 37!Boten. fleb. TO. 8,00, j. fleb SR. 9,50. ®JÜjjart fudtmaiin Dr phil, SuMviß Söprnf. Sein lieben unD S3i׳fcn nadj ben C. »fl׳r. Sorg ft■ dt 8°. 25'/, ©ogen. TO 5,0). Sü:}!id)־n nfdjt.nen: fiiryeltf, Srid)i<bt<b.3abii<f)1£״Mnratsr, 2. ©be. (74 ©ocen) rr. 8°. gcb. SR. 1850, geb. SR. 21,00. «ln<b in geferungen »u je SR. 1.— ©erlag Don Robert Ossenheim is »erlin. [231 _ מ A—Z uab übtb II A-Z bon Dr. 3• fiaistnrgrr, ginbetrabbiner in ©rrrlib .(■JRerffenbure) wirb für Stejigionilrbrer bei birefterSefiedunq beim Serfajfec ju ennäfeigtem ©reife abgegeben. [136 jl«fl»!e 344,000; > 1 < «er־ >eeiiettnller>e«tfäe«(lliiier- ■ bctbt1|t;««irr)eaerfäeiQea »et erfrifHR|f■ in!■•If frralrit SjrR^tH. ~ ttloBonroelt. SUBfirirtc^fituiift ifir Toilette לוחו $attbar6cit(t1.1R0* mitlirfi \vo<i 9111m» 1ncr.®rct5 viertel* iälitJirf) TBflr. 3 ä ii r f i <א e r i <11 r t » c 1t: t4 9ht1nmer1t mit Tolle tun ^*ל $a8Barl>ri!cnct1t* fwUrnbflcflen 2000 *BBilBungcu mit BciflrriBimg tue(« för NJ gütige öe* Bfet ber QtarberoBc unb 8tiftn>dföe rli fcoinct!, WfiBtfien unb *naben. wie fflr Bai *artere fttiibetalter nrnfaffett, cbeufa Bit SctbwfifAc Tür Herren tut) Bit ©ett» unb TlfAwäfö• 2c., wie Bic $״n&arbcitett in ibrem ganzen llotpfangr. IS 9cil«fcn mit •פזז« S00 ® bntttmuflcr* f&r olle •egrmtäitbe Ber QhiBero&e utu etva400«ufter.?0rci4nm!4cufüciBciB> unb ©untflüfercf, ftantras.iEBtffrrn :c. Eboanrmcnt* werbe» irber*flt aitgcnommen Bei ofleu 8u(Bba11Mtt11|1‘׳» uitb Laitan« ftatlen. — ©tobe*Äun»1*eru gratis u!B franco Bunt Bie *jwbttiotr, Berlin W. VotlBamcr €tc. 88: Wen I. Connfaffe 3. Verantwortlicher Redactear Dr. Rahmer Magdeburg. Druck vonD. L. WoIff, Magdeburg. Verlag von Robert. 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