Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 19. (10.5.1888)
- Date
- 1888-05-10
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Jüdisches Litteratur Zar Bdnehtu! Aller ■■4 Jade■ kitrtffailn IltUrarlifh•■ Krlehduii«■ aaf 4c■ Qekl«(« der Philo- •)fhte, Geschieht•» EthHfnphl«, Theolode» OrleatAllo» Excffeee. Bom’letlk, LltarffU «. PldAffOfik. H erauagegeben ▼OD Rabbiner l>r. Ilorit* Rahmer. io. 9T£ai- 1888. Bicher derelaeehlififfee titleratar,welche der Rodert «■ tageeeadt werde■» Bade■ U dleaeai Blatte eUffeheade Beeprochaaff Bel Blaeeadaag ▼ea «wels Beceaeloa•• RxeapUrea erfetirt eiaacallffe har»• Srctic-liiertlN. Das ״Jldlsche Llttermtsr-Blstt« era Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrga: a'len Postanstalten and Buchhandlungen 8 1 2& Pf. ittr die gespaltene Petitzcile, Beilage BaohhZndler u. Lehrer, welche d cheint w&chentlioh in einem halben Bogen Preis bei allenBuohhandluagen On 1g 8 Kart. Abonnenten der ,Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei ark kostet! erhalten das ,Jüdische Litteratar-Blatt“ gratis. — Uaserate werden mit 1 mit 20 ■ark, berechnet and sind an die Expedition dieses Blattes, zu senden irect oder durch Robert Friese Inserate einsenden, erhalten 25 1ן Rabatt. Inhalt: W i ssen schaftl iche Aufsätze: Dieneuhel Von Dr. S. Bernfeld-Belgrad. — Collectanei Brandenburg. — Zur Chronologie. Von I L itteraturbericht: Recension: Neul dota Oxonientia etc. — Grün, Nathan, Ra Geschichte aus der Vergangenheit etc. Litterarische Notizen. räische Litteratur. , VonDr. Kroner-;. Cohen-Rees. euer. Ad. Anec- >b., Dr. Sage und hier alle nöthigen wissenschaftlichen Behelfe und eine, für diesen Zweck unerlässliche, grössere Bibliothek. Von meiner frühesten Jugendzeit galt dieser Litteratur meine grösste Aufmerksamkeit; und dennoch will ich keineswegs deren Panagyrikus werden, sondern objectiv über deren Entwickelang in einigen Essay’s berichten. Ich glaube, dass es von Interesse und!Nutzen sein wird, wenn man im Abendlande mehr von der geistigen Thätigkeit unseres Stammes im Nordosten erfährt. Ich will hier dem deutschen Leser die ganze Unbefugter Nachdruck aus diesem Blatte ist 1 icht gestattet. Die neuheiräische Ltter&tur. 1. Sp: Sji rd Die zunftniässigen Hebraisten an Universitäten und die schablonenha|fl historiker werden wohl kaum eine dass draussen im fernen, rauhen Nord der Bären und der Censur, eine blüh entwickelte Litteratur existirt, welche knüpft. Wer da noch von der hebr. einer todten Sprache spricht, begeht Die hebräisch» Sprache ist die Geschäfts: Millionen russischer Einwohner, sie e: den Gelehrten a18 den Schöngeist, Politiker, so wie vvon mancher schön Hand geschrieben, und nicht einmal schön8tilisirten Briefen in hebräischer von Damenhände herrührten, entzückt. Die neuhebräische Sprache hat in R theilweise auch in Ungarn und Rumäni! geahnten Aufschwung genommen. Sie die Poesiesprache allein, d. h, sie wi ausschliesslich zu poetischen Tändelei oder vielmehr gemissbrancht, wie ir jugendlichen und naiven Zeitalter der die hebr. Sprache 80 oft das Feiger nackteste Hohlköpfigkeit war; sie ist ausschliessliche Gelehrtensprache wie Rap aport’8 und Luzzatto’s, wo die das war, was im Mittelalter und bis in die e: Zeit hinein das Latein war; sonder haltige Sprache, in der sämmtliohe Fach): schalt, der Poesie und der Belletristik, Die hebr. Sprache besitzt ebenso sch$: gediegene Aufsätze und Werke über Ges! und Philosophie, ebenso paokende Rom über Mechanik, Zoologie und Natnrku: haben es hier mit einer Litteratur zu thj’ längst ihren Historiker verdient hätte. Und dooh kann es nicht meine diesen Litterar-Historiker abaugeben. den deutschen ten Litterarhnung haben, en, im Lande snde und gut an Jesaja an• rache als von;inen Irrthum, spräche vieler ijtzückt ebenso ird von dem 1 und zarten wurde ich von!rache, welche jssland, Polen, len, einen unist nicht mehr nicht mehr en gebraucht, dem seligen Measfim“, wo blatt für die icht mehr die in den Zeiten hebr. Sprache »ncyklopädische 4׳ eine reiohir der Wissen-!nthalten sind, ine Verse als ichichte, Caltur ifme als Werke e. Kurz, wir an, die schon :n d! Aufgabe sein,!£9 fehlen mir geistige Entwickelung, das ganze ideale Streben und Dichten unserer osteuropäischen Brüder vorfuhren. * Sehen wir uns zuerst nach der Tage91itteratur um. Ich glaube, wollte ein Statistiker den Culturgrad eines Volkes oder eines Stammes beurtheilen, 80 ergäbe sich ein geeignetes Kriterium an’ der Tageslitteratur. Je fortgeschrittener ein Volk ist, desto entwickelter ist dessen Journalistik. Indessen bedarf dieser Satz insofern der Einschränkung, als es bekanntlich in Russland nicht von dem freien Willen eines litterarischen Unternehmens abhängt, ein Blatt ins Leben zu rufen. Es sind in dieser Hinsicht mehr Hindernisse und Plackereien vorhanden, als sich die deutsche Phantasie, welche die deutschen vormärzliehen Zustände nicht kennt, sich \ räumen lässt. Und dennoch besitzt das hebräisch lesende Publikum 3 Tageblätter, 3 Jahrbüoher und eine Monatsschrift. Von den drei Tageblättern ist das eine (״Der Tag“ היום), welches der radikalsten Richtung angehört, in schwankender Gesundheit, d. h. seine Existenz keine gesicherte und in sein Erscheinen öfters unterbrochen, weswegen wir mit unserem Berichte über dasselbe noch zurüokhalten möchten. ,Von den zwei andern ist das älteste (המליץ ,der Vermittler“) in bewährten Händen, in denen des als Dichter rühmliehst bekannten J. L. Gordon, dem ich noch in meinen Essay’s ein besonderes Kapitel widmen werde. Dies Blatt huldigt der gemässigt fortschrittlichen Richtung, sucht der Jügend Liebe und Interesse für das Judenthum und die hebr. Sprache einxuflössen, verabsäumt aber auoh nicht, auf die Häupter der russischen Finsterlinge tüchtige Donnerkeile herabfahren zu lassen. Es ist dies zwar keine angenehme, dafür aber desto mehr verdienstliohe That. Denn unsere Glaubensgenossen in Russland haben mehr als einen unfehlbaren Dorfpapst, der in seinem hohlköpfigen Dünkel die ganze Weltgeschichte nach seinen Phantasmen construiren möchte. Und da sind die Streiche eines Gordon, der dreissig Jahre für Kultur und Bildung mit allen geistigen Mitteln gekämpft, der Aberglauben und religiösen Uebereifer mit allen Waffen seiner ergreifenden Lyrik, seines ätzenden ל