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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-05-03 · N° 18. (3.5.1888) · p. Seite 70

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 18. (3.5.1888)
Date
1888-05-03
Page
Seite 70 (sequence 4)
Language
German
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— 70 ־•— *Text mtgenau wiedergegeben bat, oder das's schon in der Handschrift eine nngenaae Schreibung steht, die leioht za verbessern ist. Seite 48 Zeile 5 muss es heissen Hä יהושע und nicht hi,11 dann stimmt wenigstens die Berechnung des BABD mit seinen späteren Angaben S. 49. Auch scheinen diverse Lesarten der O -Handschrift richtiger zu sein, z. B. S. 48 Note 5, weil sie mit S. 49 Z. 11 stimmt. Aber man kann dann nur von einem Scheine sprechen, da die chronologischen Angaben des BABD so viele Schwierig-! heiten bieten und 80 unendlich widerspruchsvoll sind, dass selbst solohe Textverbesserungen, welche man der Aehnliohkeit der Buchstaben nach versuchen möchte, nicht ausreichen, um die Widerspräche zu lösen. Trotzdem die Zahl der vom Herausgeber angemerkten Textverschiedenheiten verhältnissmässig viel kleiner ist, als bei dem Scherirabrief, so sind doch darunter sehr bedeutungsvolle. Ganz besonders merkwürdig ist aber der Zusatz, den die Dr. Adler’sche Handschrift hat. Er handelt über die Berufung des R. Machir nach Narbonne, die Grösse der Stadt und ihr<-r Gemeinde zur Zeit der Todros und über die aus Narbonne hervorgegangenen Gelehrten. Sie bringt neues Licht in jene Zeit. Die dritte Veröffentlichung bildet ein bis jetzt noch nicht gedrucktes Kapitel aus dem Bitualwerk זכר צדיק des צדיק P ר׳ יוסף aus Arevalo in Spanien, welches eine Chronologie von der Schöpfung bis zum Jahr 1467 u. g. Z. enthält und hier in einer einzigen Handschrift vorhanden ist, in der No. 2367 des Kata- . logs der Bodlejana von 1786 Dieses Kapitel ist von Abraham ben Salomon aus Torrutiel in Spanien zur Fortsetzung der Chronik des BABD bis 1495 benutzt worden. Neubauer meint, dass Joseph b. Zadik zu seiner Chronik dieselbe benutzt habe, welche auch Abraham $akuto für die seinige benutzte und hält es für kaum zulässig, den Letzteren für einen Plagiator an Josephs Chronik, zu' halten. Dieses 50, Kapitel aus der קצור זכר צדיק des R. Joseph umfasst 16 Seiten. Es ist eine Chronologie, welche von der Weltschöpfung bis zum Jahre 1467 xt. d. g. Z. geführt ist. Durch die Mangelhaftigkeit der Handschrift, die vielfach beschädigt ist, hat auch die Wiedergabe des Inhalts an manchen Stellen keine klare sein können. Die Chronologie des Joseph lehnt sich deutlich, zum Theil wortgetreu an das ספר ההבלה des BABD an, weicht aber in manchen Jahreszahlen von ihm ab. Jedenfalls ist es eine sehr werthvolle Zeittafel. Neubauers Ansicht, dass zwischen Zakuto’8 Werk «und dem des Joseph eine solche Verwandtzchaft sei, dass man an eine Entlehnung beider ans « i n e r Quelle und nicht an eine Abschreiberei des Zakuto von Joseph denken könne, insoweit es die letztere Annahme betrifft, scheint volle Bestätigung in den Worten zu finden, mit denen R Abraham ben Salomo v. Torrutiel des zur Zeit bereits verstorbenen Zaketo erwähnt und dessen Angaben neben dem Werke des BABD benutzt. Die Vierte Veröffentlichung ist die Chronik des B. Abraham b. 8alomo, die wir bereits erwähnt haben. Doch können wir die Ansicht Nenbauei’s, dass Abrabam von . Joseph b. Zadik sehr viel abgeschrieben habe, nicht tbeilen. Die einzelne zum Theil wörbhohen Uebereinstimmungen können leicht wohl auch als gemeinsame Entlehnungen aus einer Qaelle ange- Behen werden, da BABS. sowohl in seinem Stile, als in seiner Darstellungs weise von Joseph ganz ab weicht und vieles Neue hinzofägt. Dagegen hat BABS Zaknto’s Werk benutzt, was er selbst eingesteht. Wie gross die Ausbeute dieser Chronik für die jüdische Geschichtsforschung ist, lässt sich nur durch eine weitere Prüfung ermitteln. Dass aber eine solche za erwarten ist, mag nur eine kleine Notiz zeigen. Daa Todesjahr der Gersonides ist (Grätz VH S. 367) nicht festgestellt. Zakuto giebt auch nur eine Vermuthnng an, dass er vor 1370 gestorben sein müsse. Es ist mir nicht möglich die Bichtigkeit dieser Vermuthang zu erkennen; auch hat Grätz für dieselbe keiaen Beweiss gebracht. Unser Chronist RABS sagt p. 106 z. 8 v. a. ganz bestimmt נפטר בפר־פיניאן שנת חטשת אלפים וק*נ, demgemäss wäre also Gersonides 1390 gestorben. Nunmehr wäre gegen diese bestimmte Angäbe erst der Gegenbeweis zu führan. Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, dass hier in unserem Drucke ein Fehler vorläge, das נ mit כ verwechselt worden nnd dafür gesetzt sei. Dafür spricht erstens, dass der Chronist hinter der Angabe über den Tod des Gersonides, die vom Tode des Menacbem b. Serach bringt, welcher *קלו also 1374 stattfand. Es ist nicht anzunehmen, dass er die Zahlen in solcher Unordnung anführen wird. Ferner wäre die Vermuthnng Zakuto’8 zu beachten nnd so hätten wir durch Textemendation von ק״נ in 3"p, die gewiss sehr nahe liegt, das Bäthsel gelöst. Das Todesjahr des Gersonides wäre demgemäss 1360 und damit stimmten ja alle bisher bekannten Anhaltspunkte. Dass unser Chronist eine grössere Zahl von Gelehrten mit biographischen Notizen anführt, die Grätz nicht erwähnt, oder auch Jahreszahlen, Eüchertite), die Grätz bei den betreffenden, von ihm erwähnten Gelehrten nicht anführt, wie es scheint, weil sie thatsächlich noch unbekannt waren, sieht man an der Notiz über Mcse b. Lion. --- (Schluss folgt) Litterarische Notizen. 1. Paris. Unter <len werthvollen Manuscripten, ursprünglich estohlen aus der Irauzöeisehr National-hibliothek und durch eil gegenwärtigen Bibliothek..! zurückgekauft aus der Ashburnham - Collection, befindet sich ein Pentateuch aus dem 8. Jahrhundert, welcher einst Eigenthum der Catliedrale zu T ou rs war. Dieses Manuskript, nach den ״Archives Israelites“ einzig in seiner Art und von unschätzbarem Werthe, enthält zahlreiche Illustrationen, welche verschiedene in der Bibel berichtete Vorkommnisse darstelien und durch römische Künstler ansgeführt sind. Die Malereien, weit besser erhalten als. diejenigen, welche sich in den Bruchstücken des Virgil im Vatican befinden, erinnern an ähfiliche von Pompeii. 2. — Der Alterthumsverein zu Orleans sandte der Akademie der Inschriften den Abdruck einer hebräischen Inschrift, welche sich auf einem Steine befindet, der in dem Mauerwerk einer kleinen Kapelle verwendet ist. Diese liegt in der Nähe der Stelle, wo sich im Mittelalter ein jüdischer Begräbnissplatz befand. Die HH. Renan und Derenburg erklären, dass dieser Stein von dem Grabe eines Juden rühre, welcher im Jahre 1593 gestorben ist. 3. Mailand. Ans einer hier erscheinenden Littcratuvzeitung bringe ich folgende Notizen über Werke, welche bei Ulrich Eoepli erschienen und von distinguirten jüdischen Gelehrten unseres Landes geschrieben oder edirt sind. Das wichtigste ist eine ״Geschichte der Israeliten“ von Herrn David Castelli. Das Work behandelt die Geschichte des Volkes Israel von seinem Ursprünge bis zu Ende seiner politischen Herrschaft und sind die Form und kritische Darstellungsweise wohl geeignet, die Aufmerksamkeit der Fachgelehrten anf dasselbe hinzulenken. Der zweite Baud, welcher soeben angekündigt wird, handelt hauptsächlich, über die von den Syriologisten veröfl'entlichten Keilinschriften. Die Geschichte des Judenthums wird von demselben!'erfasse r in einem weiteren Bande, behandelt werden. — Eine zweite Ausgabe ist angekündigt von ״Carlo Tenet nnd der bürgerliche Gedanke seiner Zeit“ des Herrn Senator Massarani, dessen Schritten sich sowohl in Italien als im Auslande eines wohlverdienten Beifalls erfreuen. — Ein posthumes Werk, eben'alls durch Herrn Massarani besorgt, erscheint nnter dem Titel ״Auswahl prosaischer!und poetischer Stücke von C. Tenca “ Dem Erscheinen dieser beiden Werke, im Umfange von über 900 Seiten hnt man in der Gelehrtenweit mit Sehnsucht entgegengesehen. /jftttsn J»nt 6al blaen ob. fpSteren Eintritt tSUm ISJlwIJUICBISiri fucfit he׳ riffeln Sa'a׳r ton 600 Warf unb Webenrei-nien bie [übifdjc $UiaIgrm.׳ittbe Srmalffcltoalbe f- ®׳fl. Stellen km fiaban ben fiotitanb tu u *taten. [243 Yeraniwoitlicher Redacteur Dr. Rahm er, Magdeburg Druck von D. L. Wolf L Magdeburg. Verlag von Robert Fr iese, Leipzig. i i $ ר¬ ן

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