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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-05-03 · N° 18. (3.5.1888) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 18. (3.5.1888)
Date
1888-05-03
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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II-JPJU ■'■' IW!l 'MP'1 " .'Fmpff A*18. Jüdisches Jahrg.XVM. Litteiiatur-Blatt. fir Bikulittif 111er ■•4 J»d«m kltrtfnB« HtUrsrlMk•« Kr. itklinigM uf 4ch «•felctc i«r Phil•- StMllehta, ItlMircfhi•, The••!•gl«, Oriectalii, Ex«*•••» HMülctlk. Utvrgik 1. PUafeflk. | Herausgegeben TOD | Rabbiner I)r. Moritz Rahmer. 3. 9Tlai 1888. B(«k*r4«rtiajeMIfic«■ *« IHuti« nfimit werde■, lad•• ta dt«•» Blatt« •lagefcmd« Be1|r«h1»l B«i ElaMadaa« T*a > w •1 JUeeaiie■»־ Cxw>«larea erf«l(t daaallf« kane Cretli-Ueertloa. Das wJMtocke Utteretar-Blatt« Leipsig bei Robert Friese) pro Jahr a len Postanstalten and Bachhandlungen i t5 Pf» tttr die gespaltene Petitaeile, Belli 19* Buchhändler u. 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(Schloss.) eil Leider ist es lei diesen sich Jnden Marokko’?, wie überall bei der Fall, dass meist viel früher die F^ als die gnten Seiten der neuen Rio werden, so dass an den Metamoiphosi: schlimmer als früher erscheint. Und meist die Herren europäischen Lebrm^i schlechtes Beispiel mit allen Kräften dieses Axiom zu bestätigen. lndess ist dies Letztere doch nur das vcm besten Willen begleitete Uej der Civiliairncg der marokkanischen eine Thatsache, die nicht genug anel kann nnd bessern und wirksamem Sej als blosse werthlose diplomatische Noten. C<k: europaisirenden turühergängen, hier und Laster Htung abgelernt Jten so manches leider sind es ster, die durch!dazu beitragen, vorübergehend, berhandnehmen Juden hingegen!prkannt werden hutz verdiente nferenzen und Die Jaden des Innern, seit ural Land bewohnend, sind über sämmt|i< zerstreut, und auch an der Küste Jnden an Zahl überlegen. Sie sind auf denen der Druck und die Knecht^ bariseben Islambekenner raht. Am s! finden sie sich im Reiche selbst als Sklaven. Unter den freiem Stämmen innerhalb der ihnen gezogenen Grenzest behelligt, und mehr abgesondert nnd thatsächlioh bedrückt. In manohen aelbst8tänd iger anft ratenden gesonderten eie einen integrirenden, wenn auch ges des Stammes selbst, unter der Verwalt riebtsbarkeit eines eigenen Scheikhs und naoh aussen hin vom Stamme dessen Protection sie stehen und dess|a: Leid sie (heilen. Am schärfsten ist nnt* r den Nomadenatämmen der Wüst! Die Juden des Innern sprechen zumeist den au! belg! ten Zeiten das che Distrikte spanischen es vorzüglich, ichaft der barcjhlimmsten be- Sklaven von sind sie meist zimlioh nnverachtet als hegenden der! Stämme, bilden puderten Theil uug und Ge- 8 ihrer Mitte, ichützt, unter n Freud und Rieses System e ausgeprägt, arabisch. Ia Gegenden jedoch von ausschliesslich berherischer Bevölkerung ist auch ihre Umgangssprache berberisch. Ein gewisser Unterschied im Accent ist jedoch für den Kenner immer herauszufinden. Im Verhältnis zu den spanischen Juden Marokko^ bilden die Juden des Innern gleichsam das Proletariat und werden von diesen ihren eigenen vorgeschrittenen Brüdern nicht besonders geachtet. Es giebt ferner in den Wüstenregionen mehrere freie jüdische Stämme, die am besten mit dem Namen Halbjuden zu bezeichnen sind. Es sind jüdisohe Stämme der Abstammung nach, die jedoch nach und nach alles oder den grössten Theil ihrer nrsprüngliehen Religion abgelegt und einiges von der mohamedanischen Religion angenommen haben. Sie sind sich jedoch ihrer jüdischen Abstammung bewusst, verleugnen dieselbe auch nicht und behandeln, die mit ihnen in Berührung kommenden Juden als Freunde and Stammesgeno6sen. Von den Nachbarstämmen werden sie mit Geringschätzung betrachtet und meist jede intimere Annäherung an sie vermieden. Weiteres jedoch haben sie von den sie umgebenden freien Stämmen nicht zu erdulden, da. sie sehr kriegerisch sind und sich Respect zu verschaffen wissen. Dem Aeassern, der Sprache nnd der Lebensweise nach, sind sie vollkommen ihren Nachbarstämmen gleich. Einer der bekannteren derartigen Halhjudenatämme sind׳ die Daggatun. Sie sollen sehr zahlreich sein, viele Tausende zählen nnd über mehrere Oasen der Sahara bis in die Nähe des Dscholibo- oder Niger- Stromes verbreitet sein. Sie unterscheiden sich deutlieh von ihrer Umgebung durch ihre helle Hautfarbe, sond aber 1m Sonstigen, in Sitten and Gebräuchen, wie die übrigen Wüsten bewohner. Zugleich sollen sie sehr kriegerisch sein utd mit den sie umgebenden Tuaregstämmen in fortwährende kriegerische Fehden verwickelt sein. Ein anderer ähnlicher, jedoch minder zahlreicher nnd krienerheher Stamm Halbjaden, mehr nach Osten hin, sollen die Mechadschri sein. Als besondere Kategorie der Jaden in Marokko könnte man füglich noch die ״Flamencos“ rechnen. Mit diesem Spitznamen bezeichnet der marokkanische Jude alle im Lande befindlichen aber nicht zum Lande gehörigen Glaubensgenossen, grösstentheils aus Gibraltar, Portugal und Algerien, zum Theil auch aus den übrigen Ländern stammend. Dieser Ausdruck wird zuweilen auch auf diejenigen eingeborenen Glaubensgenossen angeweudet, die sich ״de fiameuco“, das heisst ״europäisch“, kleiden. Obwohl an Zahl bedeutend geringer als die Mauren, sind die Jnden für den Fremden in Marokko fast wichtiger, als die eigentlichen /Inhaber des Landes» SSi&ü. ..נ:

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