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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-04-26 · N° 17. (26.4.1888) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 17. (26.4.1888)
Date
1888-04-26
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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M 17. Jüdisches JahrgXVlI Littenatur-Blatt. Zar Iteleaehtaig aller Jadeatha■ ■ad Jade■ betreffend*■ lltterarisebeo Sr׳ «ebelaaafrea aaf de■ Gablet• der Philo׳ •ophfe» Geechfebte, Ethnograph(«, Theo• togic, Orleatalla, Ezefeae, BoMlletlk. Lltarjrik a. PldagOffik. I tta Herausgegeben von Rabbiner l)r. Moritz Itahmer. kzj,, 26. 6lpzit 1888. Bicher der eUeekliglgee Llttereter,welche der Bedectioe ngeaaalt werde», •»de» 1■ diesem BIstte elmreheede Bespreche»s Bel ElMeidshK י•» swel Bece»ele»e- Rxeespleree «rfolgt efח wsllse haree eretls-lasertle». Das »Jldlscbe Llttsratnr-Blatt־‘ era L eipzig bei Robert Friese) pro J&hrga allen PosKnstalten and Bncbbandlnngen 8 l_ 85 Pf. für die gespaltene Petitzeile, Beilagen P■" Buchhändler u. Lehrer, welche d ־ 1,1heint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Buohhandlungen (in 8 Mark. 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I sind weit and Weniger dem Die jüdischen Frauen in Marokko breit wegen ihrer Schönheit berühmt. _ erdrückenden öffentlichen Leben und ,]'reiben aasgeseist als die Männer, der Landessitte gemäss, wenn auch nicht in gleichem Grade wie bei den Moharnedacern, auf das Innere des Hanses beschränkt, erhält siel! der Typus reiner und edler. W18 ihnen von den Europäern besonders nachgerühmt wird, ist die Schönheit der Angen und die Zartheit des Teints. Was den Orientalen an ihnen zumeist gefallt, ist die plastische Ueppigkeit der Formen. Si t entsprechen demnach dem orientalischen sowohl, als auoh oocidentalischen Geschmacke. Schärfere Kritiker wollen indess einig«-rmassen den ausdrucksvollen Blick sowie die zu vollkommener Schönheit erforderlichen regelmässigen Ziige bei den jüdischen Frausn Marokko’s vermissen. Hinsichtlich der Intellektlellen Eigenschsften und des Charakters gilt von den jüdischen Frauen im Allgemeinen vethältnissmäisig dasselbe, was von den Männern. Die jüdische Frauenwelt Marokko’s ist mehrseitig als nicht sehr strenge von Grundsätzei in Hinsicht auf Keuschheit und weibliche Ehre geschildert worden. Wie in so vielen andern Dingen ist es jedoch auch hier der Fall, dass von Einzelnen ai f die grosse Menge geschlossen wird. Und ist einmal von irgend einem tonangebenden, wenn aach noch so oberäächliehen Touristen eine Meinung ausgesprochen worden, so wird sie von den Naohfolgern ungeprüft naohgesagt und es bildet sich eine allgemein i rrige Ansicht, die dann 80hwer za berichtigen ist. D ir ungünstige Huf der marokkanisch-jüdischen Frauen ist ebenso ungerecht, als unverdient. Da die ins Land kommenden Fremden mit den Manrinnen in gar keine Berührung kommen, so sind sämmtliche einheimische Frauenspersonen, die sie kennen lernen, fast ausschliesslich Jüdinnen. Deren Freundlichkeit und Zutraulichkeit den Fremden gegenüber, verbunden mit landesüblicher Naivetät ohne heuchlerische Civilisatioos-Prüderie lässt nun solche oberflächliche Touristen alles Mögliche sehen und denken, was in Wirklichkeit ganz anders ist. Und da nun auch der grösste Theil der öffentlichen Frauenzimmer, mit denen die Touristen j Zusammenkommen, Jüdinnen sind, indem solohes bei den Maunnnen nur mit Schwierigkeiten und Gefahren geschehen kann, so wird das für diese verlorenen Geschöpfe Geltende als für alle geltend angenommen und ansgegeben. Bei einem Theil der Touristen sind bekanntlich die galanten Eroberungen einer der Hauptzwecke ihrer Ausflüge in fr mde Gegend Die Eitelkeit dieser Herren muss dann durch allerhand übertriebene oder erdichtete Erzählungen befriedigt werden, wenn sie auch in Wirklichkeit recht wenig Grnnd dazu haben. Sich etwas daraus zu machen, dass man ganze Klassen von Flauen unverdienterweise in schlechten Ruf bringt, eines solchen Opfers ist ihre Eitelkeit nicht fähig. — Allerdings sind so manche Jüdinnen in Marokko wenig sorupalös in Hinsioht der weiblichen Ehre, besonders Europäern gegenüber, was bei den dortigen Verhältnissen und dem Nimbus, der jeden Fremden dort umgiebt, leicht erklärlich ist. Aber es ist dies nicht in grösserem, eher in geringerem Masse der Fall, als im Süden Earopa’s überhaupt. Man kann von den marokkanischen Jüdinnen sagen, dass sie besser sind als ihr Buf, jedenfalls besser als die Maurinnen. Sie sind treue und. liebreiche Töchter und Gattinnen, einfach, bescheiden and arbeitsam. Dass dieselben, trotz ihres niedera Bildungsgrades, auch höherer, edlerer Begangen fähig sind, beweisen zahlreiche Fälle. Einer der bekanntesten ist die bereits zur Legende gewordene Geschichte der Sol Hatschwell, die 8ioh unter der Begierung des Sultans Abd-er-Bachmann (1822—59) zutrug. Dieselbe hatte .den Glanben ihrer Väter verlassen und den Islam angenommen, es jedoch bald darauf bereut und war mm Judeuthum zurückgekehrt. Der Sultan selbst Hess ihr eine Stelle unter seinen Frauen anbieten, die Babbiner des Landes gestatteten ihr ausdrüoklioh auf Grund des Beligionsgesetzes das Verbleiben beim Islam. Alles jedoch war bei ihr ▼ergebens, sie wollte ihre Gesinnung nioht ändern. Und 80 warde sie aal Befehl des Saitans öffentlich za Mequinez hingeriohtet. Die junge und schöne Jüdin starb heroisoh für ihre Ueberzeugung, bewandert vom ganzen Land. ׳' 1 יי־W1 ilMMT W׳ ־v /׳־;״־״ uMhäliilfll

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