Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-04-12 · N° 15. (12.4.1888) · p. Seite 58

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 15. (12.4.1888)
Date
1888-04-12
Page
Seite 58 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/6492408-6488258-9805915--1423-4856568
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ייימידיז*»«*׳ hw י•^..*,«. 1^w«WJ1.M,j!y!u ׳n 1 11/yij.T״.1 Sy* — 68 — für mein Urtheil anzuführen. In der «raten Mieehnah recipirt Strack die L. A ליום הכפורים D־D gegen ood. H., | welcher BP ohne ל hat loh glanbe, L. A. DT sei richtiger. PTip vor einem Worte von bestimmter seitlicher Bedeutung, wird gewöhnlich ohne ל oonstrairi, «. B. DS0n קורס oder סורס שלושי, and nur vor einem Worte, das keine bestimmte Zeit ausdrüokt, mit ל s. B. קודם לחברו• Ebenso wenn ד יפים nach• stünde, entspr&ohedem talmadisohen Idiom ל׳ enp, s. Peeaohim 6 a ליום DSC? קורס. Ich vermathe, dass es hier einen Unterschied macht, ob das auf קורס folgende Wort den Artikel ha^ oder,' was dasselbe ist, ein bestimmtes Zahlwort ist, oder nicht Also קוךם1 הפסח, aber קורס לפסח, nioht לפסח, Ebenso קודם ר שעות, nicht לעש n. dergi. יום הכפורים ist natürlich als mit bestimmtem Artikel sa behandeln. — Aach die Vocalisirnng קודם mit ״ Segol “ erscheint willkürlich. Warum nicht mit ״Zere“? — Aach die L. A. פרהח־־ין des ood. H. dürfte besser sein, als Stracks EC, da erste res mcpeSpot, dem frühem Namen I!לשבר ßouXeuTtov besser entspricht. Vergl. 8 b. — Strack liest ביתו היא אשתו; dafür H. זו אשתו; offenbar ist letztere L. A. richtig. ביתו זה (oder אשתו (זו entspricht der 1000 and aber 1000 Mal : sich wiederholenden Formel im Midrasch, e. B. im , Genesis rabba o. 1 גיהנם TI ,!נלא למיקו and weiter לח P זה und אלו פלשי רשלים and so, unzählige Male. Man denke Bich einmal die Constraotion הוא נ? לדן od. הם פלי ר׳! Wenn Strack das nicht fühlt, dann . . . mag er nar Steinschneider nioht 80 , leicht bei Seite schieben. — Kein kleineres Monstrum ist die Stracksehe L.-A. in derselben Mischnah אמרו חכמים אין לדבר סוף statt der gewöhnlichen, die auch ood. H. hat: אין לדבר 0וף p אם. Ohne das אם כן giebt es ja gar keinen Sinn? — Aach אפרו לו des Cod. H. ist riehtiger als die Strack’sche L. A Nar wo directer Bezog j aafs vorhergehende stattfindet, steht das Yerbam vor. Sonst וחכמים אופריס and dann ist aaoh׳ das לן angebracht. — In c. 1,6-hat H. ואם רנ*ל לקרר; Strack liest אם, aber!mit Unrecht, denn dieser Passas steht in gewissem Gegensatz zum ersten Theile אם היה חכם, and da ist das ו am Platze. Vgl. den Grandsatz כל מקום שנאמר אלה סוסיו" לל הראשונים ואלה פוסל את דראשונים• So erscheint immer die von Strack nioht recipirte L.-A des cod. H. die richtigere za sein. — Aaoh sonst bat Strack seine eigenen Lesarten. So z. B. 0.1,8 liest er מאשמורת דראשונה, was offenbar מאשמורה heissen muss, da der stat. constr. gar keinen Sinn hat. G. 2,2 liest Strack ]שק תני, was offenbar die deutsche Constraotion: ״gleich laufen4 sein 8011. Der Hebräer sagt aber ]שרן ורצי, wie aaoh in anseren Mischna-Aasgaben. Aber die christlichen Theologen haben die Tendenz, in jadaiois, besonders talmadiois, reoht originell sein zu wollen. Allein auf wessen Kosten? — c. 3,8 liest Strack ככתוב בתורת משה לבדך ולאמו* g®gen cod• HL, welcher לאפר» tmd mit Recht, nioht hat. Selbst in der Liturgie steht naoh כתוב בתורה nie לאמור. z. B. für Sabbath-Morgen וכן כתוב כתורתך ושמרו, oder im Massaf für die drei Wallfahrtefeste ככתוב בתורתך שלוש פלסים etc. — Aach das Vocabulariam zeigt viele Mängel. אבר pL {אברי, muss heissen אמורי[ — •אברק leitet Strack ab von potpat ist aber offenbar ]אברי■ «— Dem א ist Straok nicht hold; er schreibt {3 ,ודי, רשי für (לאי רשאי,כא| Bei חכר bemerkt er als zweiteBedeutang: ״Der Nächste, «Xtjowv (bibL-hebr. 7*1)• Das ist erfreulich. swi80hen|geändert za haben.!}Damals sollte^ nooh nioht ״Nächster<‘bedeaten.— ״ חששnaohdenken, besorgt sein*, wofür richtiger ״berüoksiohtigen, bedenken* sa setzen ist. — מקן ist nicht ״verpflichten*, sondern ״verlangen, behaupten*. טרף ist nioht ״amrühren*, sondem ״sohnell herausgreifen“. — בש כיון ש, sagt Strack. Das ist doch nicht richtig; vielmehr מאחר ש. Bei ״ כשרtauglich“, weist St. aaf Targum Jer. Levit 22,7 hin, ist aber schon bibl.-hebr. Esther 8,5. — מלק (Joma 3,4) erklärt (St. ״begonnene Handlang vollenden *. Das ist sehr fraglioh, ob das so allgemein za nehmen, and nicht vielmehr blos in Bezug aaf מיל — .שחיטה erklärt St. ״anlegen*. Es heisst aber ״zaschliessen* and wird bei ״Sandalen* gebraaoht, deren Anlegen mit ״schliessen, zasohliessen״ eine gewisse Aehnliohkeit hat. Die Thüren wurden früher wohl auch nicht daroh Schloss, sondern duroh Riemen oder Stricke zugeschlossen. — Bei סימן Zeichen hätte aaf <rrjpa1vov hingewiesen werden können. Bei צלו״ giebt St. eine eigene Erklärang gegen Rasohi: ״er lenkte beim Sprengen nioht nach oben and naoh anten, sondern bloss כמצליף, was Joma 55 a erklärt wird כמננרא, wie der Schläger, der nämlich die gerichtl. Geisselhiebe ertheilte and welcher bei dem ersten Hiebe bloss aasholt, nicht aber schlägt. Ebenso verfuhr der Priester mit dem Sprengen des Blates. Er sprengte es nämlioh nioht auf den Deckel, sondern bloss in der Richtang gegen denselben* etc. — Schade für die geistreiche Conjeotar! כמצליף steht im Gegensätze zur Richtang; weder nach oben noch nach anten, sondern כמצליף. Der Umstand, dass der Deckel nicht selbst besprengt warde, wird erst im Folgenden behandelt. — Dies sind so einige Beispiele, die nooh nicht alles erschöpfen, was aaszusetzen ist. Oft ist St. מאריך כמקום שיש לקצר, aber aach amgekehrt. Für ersteres z. B. bei לונמא XuYpö{ das Schlacken; konkr. der Sohluok oder so viel von Getränken, wie ein Schlack beträgt“. Dm ist nebenbei aach anrichtig, מלא לונמא ist 80״ viel von Getränken* etc. and nicht לונמא allein. Ebenso wenn St. bei 'אימת auf das bibel-hebr.מתי hinzadeaten für nicht za lange hielt, 80 konnte er bei אפילו aaoh anmerken: zusammengesetzt aas אלו and ״ אףaaoh wenn“, wenn er bei אסטנים auf dafiz/ifc hinzuweisen nicht scheute, so durfte bei אמצל anoh aaf piaoj hingewiesen werden. Solche Kleinigkeiten beweisen, dus die Herrn christlichen Theologen nar zu sehr Grund haben, in talmadicis bei jedem von ihnen oitirten Autor, wie z. B. Straok in seiner ״Einleitung in den Talmud* that, hinzuzufügen: ״J.*, d. h. Jade. Wo die christlichen Theologen in talmadicis als Lehrer auftreten, da wird man aaf Schritt and Tritt an das Schiller’sche Distichon von den ״Sonntagskindera“ erinnert. Es wäre ja nar anzaerkennen, and wir könntet! es mit Freuden begrüssen, dass die christlichen Theologen die talmadisohe Wissenschaft za beherrschen suohen. Aber mit der blossen Miene I der Soaverainität ist es nioht gethan, and nichts ist widerlicher, als wenn man die Absioht merkt, den jüdischen Theologen etwas am Zeuge flioken za wollen. Die Wissenschaft ist weder christlich nooh jüdisch, die Wissenschaft ist Wahrheit, und die Wahrheit ist ein ״eifervoller Gott;״ sie daldet keine andern Götter .neben sioh, and räobt sich sehr, wenn der, der ihr Priesterkleid trägt, andere Götter, wie z. B. ooniessionelle Eifersüchtelei, im Herzen trägt. Straok scheint demnach seine Ansicht über die Unwissenheit der Berliner Rabbiner-Versammlung in- Dr. Goldsohmidt• Birkenfeld. Verantwortlicher Bedacteur Dr. B ahm et, Magdeburg Druck von D. L. Wolf i, Magdeburg Verlag von Bobert Friese, L eipzig.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.