Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 11. (15.3.1888)
- Date
- 1888-03-15
- Page
- Seite 44 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 44 — Paul Lindau in die Schale gegangen, •dann ist’8“, wie im Flotow’schen, vom Abt componirten, Liede ,am das Blfimchen, das arme, geschehen“ Der beste Wille kann da nicht helfen. — Leider kann ich za meinem Bedauern dem Herrn Dr. Bldmenth&l die Competens, als Uebersetzer der Fürstin Gortschakoffsehen Broschüre sich einaaführen, nicht zagestehen. Er zerknittert der Fran Fürstin die sjLöusten Blamen; die gewichtigsten Gedanken werden verwässert; ״zum Teufel ist der Spiritas, das Phlegma ist geblieben*. — Einige Beispiele: Die Frau Fürstin charakterisirt die modernen Völker: ils se perdent dans nne dömagogie dissolvante; der dentsohe Uebersetzer sägt: ,sie verlieren sich in ein nar auflösendes demagogisches Treiben“. Ein nar andösendes detnagogisches Treiben! Dies ״Treiben“ treibt allen Geist aas den markanten Worten des Originals heraus. Der Uebersetzer musste sich hier sagen: Demagogie — das sagt schon alles; dissolvante ist nur Pleonasmus, der dem Franzosen um so besser ansteht, als er es dem Hauptworte nachsetzt. Was ist aber dagegen: ״Ein nur anflösendes demagogisches Treiben?“ ״Die Völker verlieren sich in eine alles zersetzende Demagogie* — muss hier der Deutsche sagen, wenn er dem Autor gerecht werden will. — Die Fürstin sagt: ״L’intelligence humaine s’egare par les sophismes d’ane philosopbie insensee et d’nne humiliante Philanthropie“; der Uebersetzer sagt: ״die menschliche Vernunft lässt sich täuschen von den Trugschlüssen einer unsinnigen Philosophie und einer erniedrigenden Menschenliebe“. Das müsste heissen: Die menschliche Vernunft geräth in V erwirrung durch die Sophismen einer irrsinnigen Philosophie and einer erniedrigenden Philanthropie. ״Trugschluss* ist die spezifische Schlussform; ״Sophismen“ können in jeder Form auftreten. ״Philantropie“ weist auf die Richtung der Philanthropen hin, deren Einfluss in dieser humiliante Philanthropie sich geltend macht. ״Erniedrigende Menschenliebe“ das ist Unsinn — — das ist Lexioon-Mache. Die Fürstin sagt: Diese humiliante Philanthropie n’a troave d’aatre remede, pour guerir l’humanite souffrante, que de la däcouronner, en Iui ötant la response bilite de ses actes; der Uebersetzer sagt: ״Die kein anderes Heilmittel für die leidende Menschheit gefunden hat, als sie der Verantwortlichkeit für ihre Handlangen zu entheben and ihr damit die Krone vom Haupte za reissen“. Wie geistreich geisselt die Fürstin die Philanthropie des Determinismus: die Humanität krankt; der Determinist verschreibt; Nehmt ihr ab die Krone der Willensfreiheit, der Verantwortlichkeit, anf die Krankheit ist gehoben. — Was wird aber daraus unter den Händen des deutschen Uebersetzers? — Diese Beispiele sind alle entnommen — der ersten Hälfte der . . . ersten Seite. Fast jeder folgende Satz aber bietet Veranlassung zu solcher Kritik; ich muss daher abbrechen, will ich nicht eine längere Rezension schreiben, als das rezensirte Büchlein lang ist Eine gute Uebersetzang ist gewiss keine leichte Sache. Dann mögen aber unberufene Kräfte sich nicht herandrängen. Die berufene Kraft hätte sich vielleicht auch gefunden. Aber die berufene Kraft ■ arbeitet langsamer, denn sie kennt ihre Aufgabe, die za lösen ist. Aach das Aushängeschild, za welchem das Bildniss der hohen Verfasserin benutzt ist, riecht sehr nach Reclame. Wenn dem. Jadenthume ein Dienst erwiesen werden׳ soll, dann muss es in der edelsten Weise vertreten werden. Bei uns sieht man nicht blos auf das, ״was darin ist“, sondern auch auf den ״Krag* — and so müssen wir auch in der Wahl des ״Kroges“ keinen Verstoss begehen. — Aach der Preis für diese wenigseitige Broschüre — 1 Mark — ist ein etwas za hoher. Xnah.mp r, Ad. Aneodota Oxonientia. Texte, Documenta, aud extracts Chiefly from manascripts in the Bjdlejan and other Oxford Libraries. Semitio Series. Vol. 1. Pars IV. Mediaeval Jewish Chronioles and Chronological notes. Oxford י at the Clarendon Press 1887. סדר החכמים וקורות הימים. אנרת לרבנו שו־ירא הנאו! וספר הקבלה דרבי אברהם בן דוד ועוד לקוטים אחרים אחד המרבה ואחר הממעיט. תרחם למל,. Eine der zu Ehren des berühmten Jubilars, des Professor Grätz in Breslau, verfassten Schriften, ist das obengenannte Werk eine hochansehnliche Arbeit des bekannten Gelehrten zu Oxford. Die Einleitung enthält ausser einer ^orrede, welche 18 Seiten umfasst und nach einem knappen, aber streng wissenschaftliehen Ueberbliok über die bis zur Zeit des Schrir&briefes abgefassten Geschiehts verke der Juden die in diesem Werke veröffentlichten Geschichtsquellen hinsichtlich ihrer Titel, ihres Alters, ihrer handschriftheben Gestaltung und der bisher etwa stattgefundenen Drucke näher beschreibt, ein Verzeichniss der in dem Werke gebrauchten abgekürzten Büchertitel und Worte. Zar Veröffentlichung gelangen in diesem Werke 10 grössere und kleinere Geschichtsquellen. 1. Die 2 Texte des Sc h er ir a b riefe 8 (44 Seiten); 2. Die Chronik des R. Ahraham b David mit einem Zusatz (41 Seiten); 3. Die Chrouik des R. Joseph b Zaddiq (Hi Seiten); 4. Die Zusätze zu derselben von R. Abraharn von Tortutiel (15 Seiten); 5. Auszüge aus der Chronik des Josef Zambari (48 Seiten); 6. bis 8. Drei anonyme Chroniken (22 Seiten); 9. Eine Chronologie der byzantinischen Kaiser (2 Seit n); 10. Bruchstücke und Bemerkungen zum Scherirabriefe (12 Seiten) und zum Sohlu3se Zusätze und Berichtigungen (2 Seiten). In der Vorrede giebt aber der gelehrte Verfasser in sehr klarer und knapper Form eine fortlaufende Dar- Stellung der auch nach Scherira verfassten jüdischen Geschichts werke und verflicht die Beschreibung der von ihm herausgegebenen Einzelwerke und zwar in 80 geschickter Weise, dass die Vorrede dadurch die Bedeutung einer Einführung in die jüdischen Geschichtsqaellen gewinnt, soweit dieselben in hebräischer Sprache geschrieben sind. Zum ersten Male veröffentlicht werden No. III, IV, V, VI. VII, IX, X. (Fortsetzung folgt.) £nr {je6räif<f)trt ®rammatit »an Dr. 6. Deutsch, Siabbimr in SSriij (Sötjmen) Da« Sad), ein notfjroenbige« öilf«' mittel be$ jübifd)en 9ieligion«1mte־׳ rid)te«, tränt bet gebräuchlichen, ann־ Iptifcben SRctbobe bi־« Unterriebt« im §ebräif(f)m ®«bnung unb mir» babei bem gffltnmättigenStarthe fccr Sprach־ loifjenfchajt ge recht. 6* ift habet ganj bejonbec« b.n HcügionSlehtern ju empfehlen, n>cld)e ba« $ bräifchc nicht auf ber Unioerfität erlernt haben unb utirb mit befonberem 9Jupen auefi oon ber ®chuljugenb oenoenbrt »erben. Da« Sud) ift für ben $rei« Don 60 $f. Dom Srrf. ju belieben. 9 i (Einführung in Sdtulen toe ben gerne Srleiduerungcn getoiit)rt aV Beinen Trester-Branntwein in Kistchen mit 2 Literfl. versendet franco für Hk. 4.— A. Andernach, Hamm in Wentf. Sei 8. 8. ÜHonafd) & üo. im (f 1010 f cb i n ift rrfepiene״: 3nl!alt60fnfidjni^ ber Salfrgänge 1869 bis 1881 ber 9X0 naföfdjrtft für@eidjidjte unb SSiffenftbaft bes SubentfjumS. $tciö 2 Wart 50 $f. Drr Ijifior. lintrrgnittl» b<5 £Stt<fie$ gßQer. 580n ״ Professor JDr. Grantz. ®rtia 2 Warf. fßnfoft in ber Sage, int Sratna unb in ber ®efdjilfjte. Sou Prof. Dr. Graets. »rtld 50 Vffl. Verantwortlicher Redactenr Dr. Bahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Bobert Friese, Leipzi g*