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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1888-02-16 · N° 7. (16.2.1888) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
17 (1888)
Issue
N° 7. (16.2.1888)
Date
1888-02-16
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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JahrgXYlI Jüdisches atur-Blatt. Zar Releaebt11| •Mer Jiittath■* aad Jaden betreffend#■ ]Itter4ri1cb«a Er• «ekele■•*«■ «af de■» Gebiete der Philo- •opbJe« GeaehicHte, Ethaographl(, Th«•■* 10*1«, OrleaUllk. Exere««. HoiaHetlk. Mtenrik a. l'iflnoclh. Herausgegeben von Rabbiner l>r. Hurilz Rahmer. 16. 1888. Bicher <lerei1Mhlifl|«■ Litterater,welche der Redentin» xegeneadt werde■« fl ■den i■ diesem Hielt« eiagekeade BMprwhaa« ft«l Kiaweadar•*?ea iwai Ree«■•!•■«• benplare« erfolgt eiaatellr« kan« <1r«U1«lR((rtlea. Das ״Jüdische Lltteratnr-Kla! L eipzig bei Robert Friese) pro Ja allen Postanstalten and Buchhandlung 25 Pf. ittr die gespaltene Petitzeüe, PW־" Buchhändler u Lehrer, wel t“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen .Buchhandlungen (in rgang 8 Hark. Abonnenteu der ״Israelicischeu Wochensohritt“ (die vierteljährlich bei Mark kostet) erbalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. — laserate werden mit!liegen mit 20 Mark, berechnet and sind an die Expedition dieses Blattes zu senden,;he direct oder durch Robert Friese Inserate einsenden, erhalten ‘25 1ן Rabatt. I nhn lt: Wissenschaftliche Aufsätze: Rabbi Simon ben Gamliel. (Schluss.) — Zur Chronologie. Von j. Co h en in Rees a. R11. ׳Fortsetzung.) — I. itte raturbericht: Recen sione 1: Sebök (Schönbergei), Die syrische Uebersetzang der zv •ölf kl. Propheten und ihr Verhültniss zu dem maäoretiseben Text und zu den älteren Cebersetzung namentlich dei. LXXund dem Targum. — Lobethal, M. Tausend jüdiscl -deutsche und deutsche Sprichwörter und Redensarten in kunstlosen Reim gesetzt.. Litterarische Notizen. Nachdruck nur mit Broiler Quellenangabe gestaltet Rabbi Simon ben Gamliel. der Zeiten auch als :ben bärtig geworden (Schluss.) So war R. Simon im Laufe Gesetzeslehrer seinen Kollegen Kein Wunder,! wenn der durch Bildung, Charakter und Reichtbum hochaugesebene und einflussreiche Patriarch 8uph im Lehrhause auf die Achtung nicht verzichten wollte, die ihm ausserhalb desselben über- Dort aber dominirte das Oberhaupt der evor noch R. Simon all entgegeflgebracht wurde, noch immer R. Meir; er war uschaitischei! Schule gewesen, 1 dort hingeke mmen war, und es,j da R. Simon, damals noch kaum dem Jünglingsalter entwachsen, weder umlassende Kenntnisse noch Autorität genug besass, um die Leitung der Akademie za übernehmen, auch nach dem CDmpromiss geblieben. Die Gründe jedoch, welche bei der Vereinigung des uschaitischen und jamnensisch«n Synbedrion’s vorgewaltet hatten, um den ersten Rang im Lehrhaus dem R. Meir zu überlassen, wäre ג nicht mehr vorhanden, und R. Simon wollte auch in dieser Beziehung das Erbe seiner Väter ganz und vol!ständig antreten. Weil aber im Morgenland, der Heimat] 1 übertriebener ges! die Etiqueite eine so hohe Rolle spielt, so sehr der Wiederstral 1, der Massstab der llschaftlicher Formen, wirklichen Macht ist, diese äussern nach den hierbei nur die alte edrions bervoisuchen, begann R. Simon damit, dass er Rangstufen regelte. Er durfte Praxis des uschaitischen Synl welche nur vergessen worden Jwar, weil R. Meir als ursprünglicher Vorsteher des Lehrhauses und ausgezeichneter Gesetzeslehrer, gleich grosses und vielleicht noch grösseres Ansehen genoss, als der nur darch Titel und Geburt, aber noch picht darch Erfahrung und Wissen!hervorragende Patriarch. Dieser erneuerte eine Verordnung, kraft welcher der Nassi bei seinem Eintritt in’A Lehrhaus viel feierlicher begrüsst werden sollte, als der Chacham und Ap-bethdin. Er that dies in Abwesenheit R. Meirs und R. Nathan’s, and verstiess hierdurch allerdings gegeja die Rücksicht, welche er seinen Collegen schuldig war. Trotzdem aber war die Rache, welche R. Meir an ihm für den Erlass dieser Verordnung zu nehmen gedachte, nicht gerechtfertigt. Statt den eines R. Meir würdigen Weg einzuschlagen und entweder klar und offen die Zurücknähme einer Verordnung za verlangen, durch die er seine Ehre verletzt glanbte, ode$ sich zu fugen, betrat er den Weg der Intrigue and des Komplotts und befleckte hierdurch seinen sonst so reinen,, glanzvollen Namen. Er wollte den Nassi dadurch, dass er öffentlich schwierige, verfängliche Fragen aas entlegenen Gebieten der Halachah an ihn richtete, in Verlegenheit bringen, und wenn derselbe, wie er voraussetzte, ihm nicht Rede stände, auf die Absetzung . eines Patriarchen dringen, dessen Unfähigkeit er an den Tag gebracht hatte. Um des Erfolges sioher zu sein, setzte er sich mit R. Nathan in Verbindung und dieser, obgleich er selbst nimmer die Initiative zn derartigen Schritten ergriffen hätte, schloss sich' dem, Vorhaben, durch die Aussicht auf die Nassi^ürde verlockt, vollständig an. Wahrscheinlich wäre dem R. Simon eine arge Demüthigung nicht erspart geblieben, wenn nicht einer seiner Jünger ihm aie ganze Intrigue verrathen hätte. Als R. Meir und R. Nathan an dem bestimmten Tag in’s Lehrhaus kamen, sahen sie sich in ihren Erwartungen getäuscht. R Simon hielt, von R. Meir um Aufklärung über ein fern liegendes (Thema angegangen, über den angeregten Gegenstand einen gründlichen eingehenden Voftrag. Dieser Zeitpunkt schien R. Simon der günstigste, tun allen künftigen Bestrebungen zur Schwächung seines Ansehens einen kräftigen Riegel vorzuschieben, und den Einfluss R. Meirs für immer za brechen. Zuerst wollte er beide in den Bann than, aber R. Meir erinnerte ihn daran, dass ihm diese Befugniss nicht mehr zustehe, dass er sich bei der Uebernahme des Patriarchats derselben begeben habe. Das wenigstens erreichte R. Simon, dass beiden Männern von der Versammlang der Besuch des Lehrhauses untersagt wurde. Aber R. Meir war keine Persönlichkeit, die ans einem Kreise aussebeiden konnte, ohne eine fühlbare Lücke zn hinterlassen. Bald wurde auf den Antrag R. Jose’8 und unter Zustimmung R. Simons der frühere Beschluss aufgehoben, hingegen die Bestimmung getroffen, dass die Lehrsätze R. Meir’s nnd R. Nathan’s nicht unter ihrem eigenen Namen vorgetragen werden sollten, sondern R. Nathan’s anter der Bezeichnung ״manche sagen“, die R. Meir’s anter Bezeichnung von ״Andere sagen“, nicht ohne heissenden Hinweis anf dessen vertrante Freundschaft mit ״ Acher“. R Nathan söhnte sioh hierauf mit dem Patriarchen wieder aus. R. Meir, dessen stolze Natur eine

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