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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-12-25 · No. 52. (25.12.1884) · p. Seite 206

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 52. (25.12.1884)
Date
1884-12-25
Page
Seite 206 (sequence 2)
Language
German
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des heiligen Bernhard, za ihrem Rahme and ihrer Ehre, angeschlossen. Eine internationale Liga der Intoleranz ist endlich im Namen politischer Interessen anmöglich, weil es eine Menge Völker-giebt, grosse and kleine: England, Frankreich, die Vereinigten Staaten, Belgien, Holland, die Sohweiz*), die vollständig eins sind in ihrem Respekt für Recht and Gewissen, die niemals die Menschenand Bürgerrechte aas ihren Constitutionen aaslöschen werden. Dr. J. Goldsohmidt-Weilburg. Die Karthagische Inschrift von Livorno. Wir geben hiermit die Worte wieder, welche der hochberühmte Professor A. Pellegrini in der Akademie za Rom in der Sitzung vom 18. Jani dieses Jahres vortrag, indem wir dabei einige für unsere Leser nicht gerade nöthwendigeu Bemerkungen and Noten wegla88en. ״Die Karthagische Inschrift za Tanith and za Baal-Hammon, welche bis jetzt noch unveröffentlicht war, befindet sich za Livorno in der archäologischen fWirimlnng des Cav._Enrioo Chiettini, welcher mir in freundlicher Weise das' Stadium and die Veröffentlinhnng der Inschrift gestattete. Der Herr Pietro Rosellini brachte sie' im. Jahre 1880 aas Tonis als Gesohenk von einem gewissen Maurer Bianco. Dieser, welcher sie in seinem Magazine aufbewahrte, behauptete, sie mit anderen Steinen aas den nicht weit von Karthago befindlichen Grundmauern heraasgezogen zu haben, welche gewiss einstmals zu den öffentlichen and Privat-Bauten dieses Hafens verwendet wurden. Sehr wahrscheinlich ist aber auch diese Motivtafel, wie der grössere Theil derer, welche in London and Paris aal bewahrt werden, in dem Centram der alten Stadt zwischen .den Hügeln von S. Luigi and dem Meere an dem Orte gefunden worden, wo sich der Tempel von Tanitis noch erhalten bat. Aach diese Inschrift wird vor der verhängnissvollen Landung des Scipio ihren Platz zwischen den Tempelwänden gehabt haben, wo im Laufe der Jahrhunderte 8000 Votive sich angehäaft haben müssen, welche seit der Zeit ausgegraben worden sind. Es ist ein langes Stück von Gaddölla, wie man es dort nennt, oder ein sehr dichter Kalkstein in röthlicher Asche aas metallischen Oxyden kolorirt, quer von einer weisslich scheinenden Ader desselben dichten Kalkes durchzogen. Die Höhe der Vorderseite, welche die einzig polirt» ist and auf welcher ein scharfes Instrument die Inschrift eingegraben hat, beträgt 0,256; die Breite am Grunde 0,115, im'Centrum 0,112 die Dicke 0,900. Die aus 5 Dienen bestehende Inschritt enthält eine der gewöhnlichen, sehr häufigen ־Widmungen, auf welcher Baal and Tanith erwähnt sind. Der Text« der in hebräischen Lettern übertragenen Inschrift und nach Wörtern getrennt: לרכת לחגת!«מ! ל ולאדן לבעדח1קן אש נדר חלצבנעל] מ עבדצד תשמא קלא bedeutet: Herae Tanithi (faciei Baa- _ Lis dominoque Baali-Sa[mmoni] (Votum) quoa vovit Halaiba[al] 'Filius Abdsedi audiat illa Vöcem ejus. Hinsichtlich der Identität der dedicatorischen Formel and der Widmung schliesst sich unsere In- Schrift den bisher bezeiohneten an. Vglbesonders die Nummern 1—7, 9, 11—15, 17—19, 22, 23, 25, 26 bei *) JTnd wohl auch Deutschland. (Anm. d! ,lieber•.) Schröder (die phönizisohe Sprache pag. 260—263). Ueber die zufällige Uebereinstimmang der Initialen der 3 ersten Verse vgL 3 u. betr. des Imperfektums תשמעי תשמא vgl. 25. Einige Worte wie אש, ול>.ק, לרבת sind von dem folgenden Worte unbedeutend entfernt. Dies ist ein nar zufälliges Faktum und unabhängig vom Einflüsse der Orte und Zeiten. Es kommt dies nicht nur bei anderen karthagischen Inschriften, bei der Opfertafel von Marseille und bei der dreisprachigen Inschrift von Sardinien vor, sondern auch unter den phönizischen in der zweiten von Citium and in der ersten von Sidon. Siehe Schröder Tafel XIV. 2 5—1—IV—L Die Erhaltung der Buchstaben ist vollkommen. Die Buchstaben sind wie nicht selten fast alle von verschiedener und schwankender Form, am meisten das ל. Ausserdem zeigen sie deutlich die eigenthümliehen Formen der karthagischen Schrift. Es ist ziemlich schwer die Epoche einer Inschrift za bestimmen, wenn man nicht die Bequemlichkeit hat, weitläufige Vergleiche anzustellen. Betrachtet man indess, dass der Typus unserer Charaktere im Ganzen neuer ist, als der der karthagischen Opfertafel, welche nicht über das 4. Jahrhundert hinauszagehen scheint, zweitens dass das ע nicht die runde phönizische, panische und althebräische Form zeigt, wie es, um nur von den karthagischen Inschriften za sprechen, auf Tafel Xn 3; XIII 2 von Schröder vorkömmt, noch die nach oben offene, wie häufig in Karthago (Siehe Tafel XU 1. 2. 4; XIII 1. 3. 4. XIV 1—6 ebend.), sondern die eiförmige (1. Taf. XIIL 5 ebend.) wie häufig im Neupunischen; drittens, dass das dritte ר nicht wie gewöhnlich im Punischen den Stiel entweder von links nach rechts oder senkrecht, sondern wie in alten karthagischen Inschriften, die nioht immer die alten grammatischen Formen innehalten (XIII 3 פענבעל neupunisch פענאבעל XIV 6 ebenda) leicht von rechts naoh links geneigt hat, wie gewöhnlich im Neupunischen; viertens, dass endlich die Verbalform תשמע תשסא mit dem neupunischen שמא (s. Schröder p. 198) übereinstimmt, so scheint mir aus allem dem, dass hinreichende Hinweise auf die weniger antike; Periode vorhanden sind. Wenn man nun mit Berger annimmt, dass diese punischen Steine der Eroberung : von Karthago vorangehen, so möchte ich nicht sehr zu irren glauben, wenn ich annehme, dass unsere In- Schrift, nioht lange vor dem Jahre 146 v. d. g. Z., in dem verhängnisvollen Jahre der Katastrophe ge־ I schrieben worden ist.“ (Nach ״Ves. Isr.“) Beiträge zur Erklärung der griech. Wörter in den Talmndea j nnd Midraschim. Von Rabbiner Dr. Gebhardt in Bromberg. (Schlnss.) 32. מטה. Jerusch Berach XI,2 =» meta, der Kegel in der Rennbahn, bis za welchem die Wettfahrer kommen und um den sie wenden mussten, um zum Anfänge zurück za kehren, das Ziel, der Wendepankt, hier der Standpunkt des Vollmondes, cfr. Schm. r. 15. 20: Die Hälfte des Ziels ist 7. Babyl. Synh. 41. 15 שבעה• 33. מיסתיוסי Jerus. Pesch 4.9 ptaö-wat; ״das Miethen.‘ Daselbst m. H. ״ כמקה כאעיhat Gültigkeit, wie ein Kauf.“ (v. Babl. Bbk. 79.) 34. מסמא Sab. 82. Raschi: Ein Stein, der über Pflöcke gelegt. Wohl eine Verkürzung aas peoo5(1%: Der Stein, welcher quer über Pflöcke gelegt wird zor Sitzbank. Cfr. Jer. Beza L 7 und Pne Moscheh d*־ selbst•' Jer. Bb. Bas. II. 4 ״ ם־תל ם1דמיןQuerwind‘ (siehe Mareh Panim zur StL). Dass ein soloher Str“ gross and schwer sein mass, ist selbstverständlich. ־"fr1׳*■- ־'׳־ ' ׳•->.׳ ־ ■- ' ׳H-ä ׳ ■״ •״-Ifc nii vn Tiiitfi׳■׳ ׳־ .־; ״:dC?׳ ־

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