Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 51. (18.12.1884)
- Date
- 1884-12-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jahrg. XIII. Jüdisches Litteifatur- Zar Baleaehtaair •Her JaleithoM •a<l Jidei betreffeadea littorariseheii Kr• •«heiaaagea aaf dem Gebiete der Philo• •ophle« Geschichte, Kthaegraphie, Theo• logle, OrleatalU, Exegese, Homiletik. Lltargik, Pidagogik. Herausgegeben ▼OB Rabbiner I)r. Moritz Rahnier. S)föa<j9e6׳wt<j, 18 0ecem6׳e׳r 1SS4. Bicher der cUKkligig«. I.literaler,welche ier Bedactio, a.geaaeit werde., •ade. 1. tlleeeaa Blatte ei.sehe.de Becpreehrair. ll«i Hafend.Rt re. swei Bee.Mle.a- Kxeaaplare« erfolgt ei.Mallge fc.rae 6ratla־l.aertle.. ן Das »JfldlBche Litteratnr-Blatt“ Leipzig bei Robert Friese) pro Jahr allen Postanstalten and Buchhandlungen I 26 Pf. für die gespaltene Petitzeile, Beil ME* Buchhändler, welche direct oder »־scheint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Buchhandlungen (in!ang 8 Mark. 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Die Gesellschaft der Judenheit Ursachen des! on Belgien. en hat die meisten eorgebracht, mit der Neigung zum hatte auch ihre Klassen, verschieden von denen der christlichen Ge- Seilschaft in dem Sinne, dass keine i;ststehende Grenzlinie sie von einander trennte. Es auf welcher jeder der Reihe nach Der grösste Theil stand in der Tiefe, die von ihrer Hände Arbeit und dem Kleinhandel lebten; über diesen Geschäftsleute von grosser Thätigkeit, wie die Ameise der Fabel, die möglichst v allen Eventualitäten der Zukunft .61 anhäufben, um sntgegen sehen zu können. An der Spitze endlich einige Persönlichkeiten, Fähigkeiten oder . geschaffen hatten. Familien, denen ausserordentliche Umstände eine eigene Situation Jedoch, hoch oder niedrig, alle, kl!!in und gross, erregten sie, unfreiwillig oder durch ihre Schuld, die allgemeine Missgunst. Die Allerärmsten, sehr unterstützt durch die Wohlthätigkeit ihrer Brüder, genossen noch eines verhältnissmässigen Comforts, der der christlichen Menge fremd war. Wi.hrend der Woche erschienen sie in schmutzigem A süssem, aber am Sabbath feierten sie eine Verklär! .1 glänzten in weisser Farbe und in : hren Wohnungen, so niedrig sie immer waren, glänzten freudige Lampen über der Tafel, wo Eltern und Kinder in Gemeinschaft beteten und assen. Die Mittelklasse ihrerseits auch besser dran, als der Bürger und die niedre Geistlichkeit, mit welchen sie in Berührung kam. Sie verstand im allgemeinen besser das war besser gekleidet und genährt. tmd der moralischen Entfaltung der Familie wussten sie besser Ordnung zu halten un . machen. materielle Leben, Unter der Stütze d Ersparnisse za Was die Juden betrifft, so braucht nicht erst gesagt zu werden, dass die darch Glück Höherstehenden mehr als die andern die Aufmerksamkeit und den Neid auf sich zogen, und dass sie, mit Ausnahme einiger bescheidenen Reichen, deren auch über die Christen sich erstreckende Wohlthätigkeit dennoch unbemerkt bleibt, mehr als die andern in die Fehler des Luxus, der Eitelkeit und des Ehrgeizes fielen. Um diesen Gegenstand richtig beartheilen za können, muss man ihn in Spanien und Portugal studieren, weil in diesen Ländern ein Aufenthalt von 8 Jahrhunderten and die Gegenwart der Muselmänner den Jaden sich vollkommener za entfalten gestattete. Vertheilt zwischen Christen und Mauren; trotz der Vorurtheile und Dekrete der Conzile zuallen Aemtern berufen; eiugeweiht in die Händel der Politik und die Intriguen der Höfe; als Finanzmänner, Intendanten, Krieger, Aerzte, Philosophen, Mathematiker, Dichter, sind sie zugleich der Nerv des Krieges und des Friedens, und da sie sich auf beiden Seiten für unentbehrlich halten, lassen sie ohne Schranken, wie vor der christlichen Aera in Alexandrien, alle ihre Talente, sowie alle ihre Fehler zum Ausbruch kommen. Mehrere jüdische Schriftsteller Spaniens machten freimüthig auf die Vorantwortlichkeif ihrer mächtigen Glaubensgenossen aufmerksam; sie schmähen deren stete Anbetung des goldenen Kalbes, deren Tandeleien mit den christlichen Damen; sie tadeln an denselben, dass sie ihre Kinder in den Künsten des Vergnügens, besonders der Musik unterrichten lassen, dass sie Waffen tragen, in der Stadt zu Pferde steifen, dass sie sich in lärmenden Equipagen zeigen. Diese Moralisten sprechen von den jüdischen Damen, wie ehemals der Prophet Jesajah von deren Grossmüttern in Jerusalem; sie kritisiren deren Garderobe, von Seide und Sammet, deren goldenes und silbernes Gesohmeide. Die jüdischen Minister waren auch nicht gerade Modelle der Einfachheit. Don Joseph, Schatzmeister von Alphons XI in Castilien, zu dessen Beamten die Söhne der höchsten Adelsherm des Königreichs gehörteD, sowie Don Samuel (Al-Lavi), Finanzminister Pedro’s des Grausamen, der neben seines Herrn Angelegenheiten auch die seinigen gut versah — beide zeigten sich öffentlich in von Pferden gezogenen Carossen, was za jener Zeit etwas höchst seltenes war; und hatten ein höchst ansehnliches Gefolge maurischer Sklaven. Beide erbauten sich wahre Paläste und errichteten Synagogen, die mit den Kathedralen wetteiferten, wie z. B. die von Toledo, die noch heute besteht. Von solchen Erfolgen noch nicht befriedigt, streben, die Jaden auch nach dem — Adel und erhalten ihn. Sie treiben ihre Pretention 80 weit, dass ’׳• -4 .-32