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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-09-11 · No. 37. (11.9.1884) · p. Seite 148

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 37. (11.9.1884)
Date
1884-09-11
Page
Seite 148 (sequence 4)
Language
German
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dar Ehe semen Grund eines habe, Heiden mit wie Justus einer sagt, *denn die Aham (Christen) dürften nicht als Menschen betrachtet werden, sondern als Pferde“, sondern herfeiertet werde atu dem biblisohen Satze, ״da sollst dich mit ihnen nicht verschwägern.“ Das Pariser Seahedrin hat die Wahrheit gesagt, dass die Mischehen, obschon sie nicht mit religiösen Formen* amkleidet werden dürfen, gültig sind. Sie sind gültig insofern sie staatlich geschlossen sind (wegen דינא דמלכותא דינא> eher religiös sind sie nicht geweiht, ganz so wie die katholische Kirche Misohehen nicht einsegnet, obwohl sie die staatliche Gültigkeit anerkennt. Aber der College geht im Eifer der v ertheidigung za weit, wenn er eine gesohlossehe Mischehe aaf Grand des Sohalchan Arach als geschlossen ansieht. JC8 ist ■war ein geistreicher Gedanke, die Christen müssten oonseqaenterweise als Kathaeer betrachtet werden, ▼on denen der Sohalchan Arach bemerkt, dass ihre Kiddasohin nur aaf Scheidebrief gelöst werden können. Aber dieser § hat seine Begründang darin, dass der Ansicht Bechnang getragen wird, dass die Kathaeer volle Proselyten seien (גרי א&ת) es ist ferner za beachten, dass die Kathaeer dieselben Ehegesetze halten, wie die Jaden, während sonst der 4•' Fall der Mischna Kiddasohin Anwendung ' findet, (Kidduschin 66b) כל מי שא׳ק לו עליו ולא על אחרים קידושק and selbst, wenn לא תתחתן aaf die 7 Völkerschaften bezogen wird, wenn man aach כי יסיר nicht aaf Christen beziehen würde, so fehlt die erste Bedingung, dass Kiddasohin nicht möglich sind, die müssen doch כדת משה וישראל sein.*) Glaubensverschiedenheit begründet im Geiste der Bibel eine> Art Ehehindemiss. Eine von einem Babbiner eingesegnete Mischehe^ ist nach jüdischem Gesetze eine niohtige Handlang, die nicht erst der Auflösung durch Scheidung beaaifte, wie beim Knthaeer. College Lewin wird sicherlich darin mit mir -übereinstimmen. (Schloss folgt.) Psalm 183 für Männerchor, Harmonium and Pianoforte - Begleitung oomponirt von Ed. Birnbaum. Preis 2 Mark. Königsberg L Pr. Ferd. Beyer’s Baohhandlang.־ Es ist bereits mehrfach darauf hingewiesen worden, dass der Cantorenstand bei der Hebung and Belebung religiöser Erbauung einen sehr hervorragenden Antheil zu nehmen hat and thatsäohlich nimmt, indem die Cantoren, sich ihrer Aufgabe bewusst, an ihrer intelleotaellen and sachlichen Bildung tüchtig weiterarbeiten Za diesen gehört der noch jugendliche and za den tüchtigsten Cantoren zählende Birnbaum in Königsberg i. Pr., der Componist obigen Musikstückes, das er in dankbarer Erinnerung dem Magdeburger Synagogen-Gesang-Verein, dem er s. Z. als Mitglied angehörte, gewidmet hat. Das Bepertoire der Gesänge für die Magdeburger Synagoge ist somit durch eine herrliche Compositjon bereichert worden. Was diese selbst betrifft, so verdient hervorgehoben za werden, Mutterleib aach ihn geschaffen und in einem Mutterschoos gebildet“. Grausamkeit und Frechheit findet sich nur hei den Götzen dienern, aber die Nachkommen Abrahams unseres Ahnen dL L Israel, dem Gott daa Glück der Lehre zugeechworen, denen er genahte Geeetze befohlen, sie sind mitleidig gegen Alle, ebenso heisst es von den Eigenschaften Gottes, der uns befohlen, ihnen ilyHch *u werden, ,sein Erbermen erstreckt sich über eile seine Geschöpfe“ und ,wer sich erbarmt, über den erbarmt man sieh“, dann so heisst es: Er wird Dir Barmherzigkeit geben, er wird sieh Dein erbarmen und Dich vermehren“. *) Darum sagen auch dis Dscisoren, welche JJ1TBW לא auf dis 7 Völkerschaften beziehen, das sei fTfftD» denn בניורק ■ei ejwm^aioh* jnögüob ist. da« das einleitende and öfter wiederkehrende Motiv: ״Sieh’, wie schön and lieblich ist’s“ durch seine Zartheit and Innigkeit einen־ erhebenden Eindruck macht and die Steigerang den Sänger zu begeisterter Leistung? hinreisst, sodass auf die Erbauung der Hörer mäohtig' eingewirkt wird. In der hiesigen Synagoge ist der Psalm am ersten Neujahrsabende und vor der Neila- Betrachtung im vorigen Jahre vom Synagogen Gesang- Verein vorgetragen worden und war von gewaltiger Wirkung. Hoffentlich begegnen wir dem Componisten noch vielfach in seinem wackeren Streben und wünschen ׳ wir, dass seine Comppsitionen in immer weitere Kreise eingeführt werden mögen. —r. Notizen. 1. Talamdlsche Ingtitutiouea. In den vorhandenen Talmudausgaben Nidda 67b heisst es: אתקין רב איר־ בנרש למטבל ביומא דתמניא משום אריותא ר אחא ב״ר יעקב בפפוניא משום נגבי— Alle Decieoren, die diese Institutionen erwähnen, nahmen * das Wort אריותא für Löwe; nur dem kritischen Blicke Maimuni’s, der die erwähnte Stelle in Jssure Biah 4,9 excerpirt, um die H&lacha zu fixiren, konnte es nicht entgehen, dass sich hier ein Fehler eingeschlichen; denn ist der Ueberfall eines Löwen; am Tage weniger zu fürchten als bei Nacht? Er übergeht das*™ fragliche Wort ganz mit Stillschweigen. Allein wir haben es hier mit einem corrumpirten Worte zu thun, für אריותא ist אדוותא zu lesen, was ״Meereswellen“ bedeutet. Um aber auch den richtigen Sinn dieser Institutionen zn finden, muss man noch eine ganz andere, im Allgemeinen sehr einleuchtende Lesart der Halachoth Gedoloth anführen, die zwar das obenerwähnte fragliche Wort unverändert haben, aber die Sätze transponiren und dadurch erst die ganze Stelle in’8 rechte. Licht steilen, pie steile lautet: אוזקץ רב איד־ כנרש למטבל .ביממא דתמניא משום אונסא דננבי וו־" אחא בפפוניא משום אונסא דאריותא (אחזתא). Demnach ist der Sum der Ern-; richtungen sehr einleuchtend. N&resch war sehr berüchtigt, deren Einwohner als Gauner und Diebe galten, wie ans Chullin (127a כשמותא גרש וב׳) zu ersehen; daher verordnet• B. Idi die Frauen sollen am hellen Tage das Flussbad nehmen,.׳ um nicht der Gefahr ausgesetzt zu sein, bei Nacht von Dieben überfallen zu werden. — Auch die Lage der Stadt Epiphania — wie der biblische Ort Hamath (!-®ח) genannt wurde, (Bor. Kab. 37 ואח החסרתי זו פפוניה) — die am Flusse OronM*■.' (heute Nel Asy) liegt, berechtigte die weise getroffenen Maus״ regeln des B. Acha, die Frauen nur am Tage das Flussbad nehmen zn lassen, um nicht bei Nacht ein Opfer der Welle• des reissenden Flusses zu werden, der unfern von dort dissyrische Bergkette durchbricht und mit kataraktartiger Gewalt. Hamath zuströmt. Salomon Spinner. 2. Im Anschluss an die ״Bemerkungen zur Massera“ vaa. Herrn Dr. Sidon in No. 35 möchte ich darauf hin weisen, Menachem di Lonsanno in seinem Or Tora nicht nur da(׳ 'B ,פיסקא כאם in Gen. 4,8 (nicht 8,4) auf Grund des הללי V des רמב״ם und מאירי (es kann nur der Verf. de« ספר T Menachem b. Salomo Mäiri in Perpignan gemeint sein) .mit Worten richtig stellt: המדפים שעשה פיסקא בין אחיו לדוד בהיותם כי ככל!דים ובהללי א״כ פיסקא ונם הרמבם דל ונם הרב המאירי ז" ל לא מנא זה ראש הפ,, sondern auch das in Num. Cap. (Ende) anzweifelt, indem er sich auf Handschriften and diesell Autoren beruft. Merkwürdiger Weise stellt er seine Berner' in den 5. Vers des 26. Caps. Das die eine Massora das 1 in Gen. 35,22 durch Setzung anderer Accente ignorirt, is kannt. Im Uebrigen sagt das מבין חידות 'D za letzter S1 ausdrücklich: נ‘ מנהח באורייתא — Manchen Leser dürfte interessiren, bei dieser Gelegenheit za erfahren, dass ich massor. Werk סייג לת1רה von A. Worms mit einer Widm׳ an שמעון פנל ®“!ובר besitze. — Ed. Birnbaum, Königs 3. Za der Controverse .zwischen Professor Strack Dr. May bäum über den biblischen Begriff des "U, ״Fremi glaube ich noph auf Deater. 14,21 hinweisen za dürfen, heisst: ״Kein Aas dürft ihr essen, dem Fremden, נר, <ler B Deinen Thoren ist, sollst Da es schenken, dass v es essti oder verkaufe es dem Aasländer!“ Ein “U ist demnach ״־* Fremder, dem es ,erlaubt war. das'dem Israeliten verbot Aas 8a essen, and aaf solche besieht sich Levifc. 19,1 seilst den F remden (נד) lieben.“ — Goldschmidt-W : v<m Verlag von Bolzet Friese, Leip

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