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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-09-11 · No. 37. (11.9.1884) · p. Seite 146

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 37. (11.9.1884)
Date
1884-09-11
Page
Seite 146 (sequence 2)
Language
German
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־Weiter sagt Justus in der Vorrede: ״Ferner steht ira - Talmud selbst (Baba bathra 7 5a): ״Ein Schäler des Babbi Jochanan glaubte einst ein Märchen aus dem Talmud nicht. Der Babbi ״glotzte“ ihn an und der Schäler war ein — Knochenhaufen. Das war die Strafe für den Unglauben“. — Die betreffende Stelle lautet: ״Und Deine Thore zu Edelsteinen“ (Jee. 54) — vergleiche hierzu folgendes. Einst 8a88 B. Jochanan und trug vor: Es kommt einst die Zeit, da der Heilige gelobt sei er, Edelsteine und Perlen bringen sfird in der Grösse von 30 Quadrat (Ellen) mit Thüren von 10 (Ellen) Breite und 20 Länge, und dies» fügt er ein in die Thore Jerusalems! Da verspottete ihn jener Schäler: finden wir dieselben ja nicht einmal in Grösse eines Taubeneies, wie erst in solcher Grösse! Nach einiger Zeit gerieth sein Schiff in die See ,hinaus; da sah er dienstthuende Engel Edelsteine und Perlen in Grösse von 30 Quadrat (Ellen) ausbrechen und Thüren darin von 10 (Breite) gegen 20 Höhe. Er fragte sie: Für wen ist das? Sie antworteten: Diese wird Gott einst in die Thore Jerusalems stellen. Als er zu B. Jochanan zurückkam, sprach er: Trage nur vor, Babbi! Du trägst recht vor! Wie Du gesprochen, so habe ich’s gesehen! — Er jiber antwortete: Du Gehaltloser! Und wenn Du es nicht gesehen, hättest Du nicht geglaubt? Du bist ein Spötter gegen die Worte der Weisen! Er richtete seine Augen gegen ihn, und dieser ward ein Knochenhäufen“. — Wie bezeichnend ist diese Erzählung! Der Schüler macht einen vernünftigen Ein wand: B. Jochanan schweigt. Der Schäler will aber mit eigenen Augen gesehen haben, was der Babbi dichteri8ch ausgeschmückt hat — und der Babbi nennt ihn einen Spötter! Brauchte der Lehrer ihn erst ananglotzen, damit er ein ״Knochenhaufen“ würde? Er war schon vorher ein Knochenhaufen, ein ״verknöcherter“ Mensch — ein Urbild des Justus! — Nun zum Werke selbst. Wir wollen immer erst ״Justus“ das Wort geben, dann dem Talmud, und dann uns 8elb8t. (Fortsetzung folgt). Oie Methode des ersten hebräischen Unterrichts in der jüdischen Reiigionsschuie. Vortrag des Dr. W. Mattersdorf in Gleiwitz. (Schluss). Dies ist die einzig richtige Methode, die wir bei Kindern von 7—10 Jahren anwenden können, während welcher Zeit sie sich erst die allgemeine Vorbildung für einen erspriesslichen grammatischen Unterricht aneignen. Soll dieselbe in Anwendung kommen, so bedarf es besonderer Präparationsbächer, welche dem Schäler in die Hand gegeben werden können. Ein solches existiert bereits in meines früheren Collegen Dr. Marx״Elementarenterrichtder hebräischen Sprache“ Stufe I. Es bezieht sich hauptsächlich auf den ersten Unterricht im Gebetübersetzen. Das Büchlein ist bei PL Karfunkel in Gleiwitz erschienen, hat zwei Auflagen erlebt, scheint aber trotzdem in weiteren Kreisen leider nicht bekannt geworden zu sein. Für den ersten Uebersetzungsunterrioht aus der Bib el habe ich selbst ein Büchlein ausgearbeitet, welches unter dem Titel: ״Präparationen zu einer Auswahl von Kapiteln aus dem ersten Buche Moses u. 8. w.“ erscheinen soll.*) *) Es fehlt mir für mein Bächlein, zu dessen Einführung in ihren Schulen sich eine ansehnliche Zahl von Collegen verpflichtet hat, noch an einem Verleger. Wenn mir einer der Leser dieses Blattes einen solchen nachweisen könnte, würde er mich verbinden. ' (Wir haben Einsicht in einige Bogen des Manuskripts genomineo und können es einem tüchtigen Verleger empfehlen. f■kiMtfl ד r» - rii t Dass es bei Anwendung dieser Methode soloher Präparations-Büoher bedarf, liegt auf der Hand, und wäre es Selbsttäuschung, wenn wir uns einbildeten, der einsichtige Lehrer könne auob ohne solches Hülfiuuittel den Unterricht nach derselben ertheilen. Denn abgesehen davon, dass es ein« allzu grosse Anstrengung für den Lehrer sein würde, wenn er den Kindern die Formen vorsagen und so oft als nöthig wiederholen müsste, so ist es, wenn der Zweck erreicht werden, soll, auch unerlässlich, dass die Schüler die ־Wörter vor Aagen haben, damit Auge und Ohr zugleich den Unterricht unterstützen und beleben Die Vortheile, welche unsere Methode gewährt, sind mannigfach und bedeutend. Sie sind zum Theil im Obigen angegeben, wir wollen sie aber hier noch einmal kurz zasammenfassen. Betrachten wir zuerst die Vortheile, welche sie den Schülern bietet! Sie lesen und übersetzen, nachdem sie in dem Präparationsbuche die Formen eingeübt haben, den ganzen Satz, gewöhnen sieh also diesen ganz in’s Auge zu fassen und bedienen 'sich nicht jenes kauderwelschen Deutsch, welches entsteht, wenn wir Wort für Wort übersetzen lassen. Sie verstehen was sie lernen, und lernen daher mit Lust. Was sie lernen, ist sofort praktisch verwerthbar; sie wenden nicht Zeit an Vokabeln und einen Stoff, der für das Verständniss der Gebete and der Bibel fast ohne Bedeutung ist. Sie werden endlich so vorgebildet, dass ihnen später das streng-grammatische Studium keine Schwierigkeiten mehr macht. — Wenn wir alles dies in’s Auge fassen, so brauchen wir eigentlich von dem besonderen Nutzen für den Lehrer nicht mehr za sprechen. Indessen muss doch noch hervorgehoben werden, dass der Unterricht nach dieser Methode für den Lehrer leicht ist, dass er keine besonderen Auforderangen an die Kräfte desselben stellt, und dass unter Benutzung eines Präparations-Büchleins jeder Lehrer nach derselben unterrichten kann. Ich möchte ferner dem etwaigen Einwande begegnen, dass bei Anwendung unserer Methode ein Zeitverlust entstehen könnte. Das ist sicherlich nicht der Fall. Denn wird nach der alten Methode gelehrt, so gehört eine lange Zeit dazu, bis eia Vers von allen, oder auch nur der Mehrheit der Schüler einer Eiasse ordentlich übersetzt werden kann. Es wird aber gewiss nicht mehr Zeit nöthig sein, die Vokabeln nach ihrer Ableitung einzuüben. Und um wie viel grösser ist dann der Nutzen der Arbeit! Beiläufig will ich auch noch darauf hinweisen, dass die Benutzung meines Präparations-Büchleins es dem Lehrer sehr erleichtert, gewisse Stellen der heiligen Schrift, welche sich für den Unterricht nicht eignen, wegzulassen, ohne dass es den Kindern auffallt und sie den Lehrer mit Fragen behelligen. Da ich nur eine Auswahl von Kapiteln aas dem ersten Buche Moses gebe, so ist von vornherein alles ausgeschieden, was wir aus irgend einem Grunde übersohlagen müssen, oder doch mancher zu überschlagen wünscht. Das Kind, das gewöhnt ist, nur einzelne zusammenhängende Geschichten darchzunehmen, wird daher, wenn ihm der Lehrer jedesmal Kapitel and Vers-Nummer des Stückeg, wo der Unterricht beginnen soll, bezeichnet, dasselbe in der Bibel aufsuchen and gar nichts Auffälliges darin finden, dass so vieles wegbleibt, da ja das Präparations-Büohlein den Lehrer dazu veranlasst, and noch viel weniger wird es ihm ein fallen, das Uebergangene in der deutsohen Uebersetzung nachzalesen. Damit wären aber mit einem Schlage alle die Bedenken gehoben, Das von uns selbst vorbereitete Hilfsmittel zum Ueberaetzen des Pentateuch beruht zwar aut denselben Prinzipien, ist aber הזח famonder und ־wesentlich anders gestaltet Bed.)

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