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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-09-04 · No. 36. (4.9.1884) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 36. (4.9.1884)
Date
1884-09-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Zur BelMthtaiK •Iler Ja4eBth1n ■*<1 Ji4m betr«lfeadM Utter*riaeh«>1 1fr• •ckelaaagc■ aaf 4en Gebiet« der Philo• •ophle, fieeehlehte, Kthaogrepkle, Theo• Herausgegeben ▼OD Rabbiner l)r. Moritz Ralinier. RleherderetaeehlXfflge« I4tta»b1r,«ate>e der Kedactlo■ ugemadt «erde■,!■de■ 1■ dleeeM BlaUealäfekaada Beepreehmf. Re( Kiaeeadeeg re» »wel!«(Mileai• löffle, OrieaUlta, Extgcoe, Homiletik.' LItargjk, Pidagogik. ' Exemplar«■ erfolgt damalig« kan■ S/iCa^delnit^., 4. ®eptemwx•.1&4י■ ontit-iucrti». Das ״JBdlsche UttermturBla Leipzig bei Robert Friese) pro J1 allen Post&n&talten aml Buchh&udlnng SB PL für die gespaltene Petitzeile, DWt‘ Buchhändler, welche direct tt» erscheint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Baohhandlnngea (in lirgang 8 Mark. 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Sie ist aher besonders für unsere Zeit die unpassendste, weil unsere Schuljugend, welche gewöhnt ist, 'eine Sprache grammatisch zu erlernen, von einem so geistloseä־ Unterricht abgeschreckt werden muss,. weil ihr durch die Abgeschmacktheit der Methode wo möglich Geringschätzung der Spracht selbst eingeflösst wird. •׳ Die zweite hier in Betracht kommende Lehrweise kann mau als die streng grammatische bezeichnen. Sie kam in Aufnahme, als die Fortschritte Die Methode des ersten hebräischen Unterrichts in der jüdischen Relinionsschule. Vortrag des Dr. W. Matters<Torf in Gleiwitz.*) Dass das Hebräische einen integrierenden Theil des Religionsunterrichts zu bilden habe, darüber ist man wohl gegenwärtig nirgencs im Zweifel; auch darüber dürfte völlige Uebereinstimmung herrschen, dass dieser Unterricht das Uebersetzen der Gebete und Bibel zu umfassen hat. Aber über die Methode dieses Unterrichts sind vBrschiedene Ansichten den ersten Ueber- Zeit noch an einem, in Geltung, und namentlich für setzungsunterricht fehlt es zur den. Regeln einer vernünftigen Didaktik entsprechenden Verfahren, oder ist vielmehi ein solches nicht in weiteren Kreisen bekannt geworfen. Es sind vorzüglich zwei Methoden, welche bisher zur Anwendung kamen. Die eine derselben, für welche nichts als ihr ehrwürdiges Alter spricht, ist das mechanische Vor- und Nachübersetzen. Das ist die Methode, nach welcher wir alle noch mehr oder weniger in unserer Kindheit unterrichtet wurden. Sie mochte als zum Ziele führend angesehen werden zu einer Zeit, wo das Hebräische noch Hauptunterrichtsgegenständ war, wo demselben täglich mehrere Stunden zugewiesen wurden. Es konnte nicht anders sein, als dass bei einem 80 verschwenderisch mit Zeit ausg»statteten Unterricht auch Erfolge erzielt wurden. as ist aber der Grund, weswegen diese Methode noch in unsem Tagen 80 viele Anhänger zählt. Darf uns dies jedoch hindern zu sagen, dass sie, wie überhaupt, so besonders für unsere Zeit die ungeeignetste ist? Diese Unterriohtsweise ist geisttödtend, weil die Kinder ohne Verständniss des Sprachlichen und des Inhalts bleiben. Das Resultat derselben j ist, dass die Kinder nach mehljährigem Lernen noch keine Form sicher zu erkennen vermögen, und dajss jedes neue Stück von neuem — 80 zu sagen —j eingepaukt werden *) Gehalten vor der sechsten ordentlichen General-Ver. Sammlung des Vereins israelitischer Lehrer in Schlesien und Posen am 2. Juni 1884. auf dem Gebiete des Unterrichtswesens auoh die Aufmerksamkeit denkender Juden aut sich lenkten, und hat es nicht an Büchern gefehlt, welche derselben in die Schulen Eingang verschaffen sollten. Sie entspricht jedoch nicht dem Zwecke, 'welchen wir in der ReligionaBchule mit dem 'hebräischen Unterricht verfolgen. Dieser Unterricht .muss möglichst früh begönnen werden, in einem Alter, wo •die Kinder für das streng Grammatische weder ׳ empfänglich noch vorbereitet sind. Die streng grammatische Methode nöthigt nun aber den Lehrer, entweder viele kostbare Zeit auf, blosse grammatische Uebijmgen zu verwenden und das! Uebersetzen beiseit liegen zu lassen, oder, um den Unterricht elementarisch prtheilen-zu können, zu besondem Uebungsbüchem zu greifen, deren Inhalt . für das praktische Bedürfniss des Verstehens der Ge- / bete und der Bibel keinen rechen Nutzen gewährt. Aber nicht die hebräische Sprache an sich soll unsere Jugend studieren, sondern sie 8011 sie kennen lernen, insoweit deren Kenntniss für das, religiöse Leben unerlässlich ist. Welche Methode wäre demnach für den ersten Uebersetzung8unterricht anzuwenden? — Der gewiss berechtigten Forderung, dass schon während der ersten Jahreskurse nur aus der Bibel und dem Gebetbuche übersetzt werde, treten folgende Schwierigkeiten entgegen: 1) Kinder dieses Alters sind für ein rein grammatisches Verfahren nicht vorbereitet. 2) Jedes Kapitel der Bibel, jedes Stück des Gebetbuches enthält die verschiedensten, mehr unregelmässige als ,regelmässige, Formen. Es ist also nicht möglich vom Leichten zum Schweren, vom Einfachen zum Zusammengesetzten überzugehen und sich auf jeder Stufe auf die Einübung bestimmter Sprachgesetze zu beschränken■ Wir müssen uns daher eines Verfahrens bedienen, welches die beiden früher angewandten Methoden gewissermassen in sich vereinigt. f ־ Bevor wir jedoch hierauf eingehen, müssen wir uns das Verhältniss klar zu machen suohen, in welches das lernende Kind zu der hebräischen Spraohe tritt. Wenn dieses das. Hebräische zu lernen au fangt, kennt es nur nooh die deutsohe Muttersprache; Der Geist fl

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