Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 34. (21.8.1884)
- Date
- 1884-08-21
- Page
- Seite 136 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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,! ו., Pliigy iii I 186 — Nachbild des siebenten Himmels, des Thronsitaes Gottes xax’e^0XY]v (Pesikta di R Kahana ed Bober pag. 154 b, Note 77), wie denn auch Salomo anf dem Throne ein Abbild — sit venia verbo — des 1מלך שהשלום של; vgl. L Chronik Kap. 29, Vers 23, wo der Thron Salomos geradezu ,Thron Gottes“ genannt wird nnd die Deutung des Talmnds dazu: Synh. folio 20b; Megilla folio 11b; ßabba za Hohelied 1, 1; Midrasch za Psalm 72,1 a. s. Pari! In den sonstigen Stellen der Midraschim and der Targamim, wo aber den Thron Salomos berichtet wird, finden sich kaum einige Anklänge an die von uns besprochene Stelle der Pesikta di ß. Kahana, eine Ausnahme bildet das von Perles zuerst herausgegebene: ״ Thron und Circus des Königs Salomo“ (Breslau 1872), welches Seite 11 direct aniV. M Kap. 7 Vers 3 an knöpft,*) die Deutung der Pesikta von כעד ששת ימי כראשית bis כעד ששמעלות «xcerpirt, um sodann mit Benutzung der von uns bereits citirten Stelle (Synhedrin iolio 20b) zur Sohiiderung des Thrones als eines Abbildes der מרכבה •ßberzugehen und nach Beendigung der Letztem in \ der weitern Ausbeutung des fraglichen Verses anknöpfend an das Wort: לגלה eine Schilderung des 'Circus beginnt. Dass auch für die Letzteren ein Anknüpfungspunkt in der Pesikta gegeben war, hat Perles 1. L S. 14 Anm. 1**) bereits gezeigt. Der siebente Himmel sowohl, als auch die מרכבה sind gleichfalls nachgebildet. Hiermit glaube ich sowohl den Einwand als auch die Deutung des Herrn Dr Gebhardt vollends abgewiesen zu haben. Was die Deutung des Herrn Dr. Kroner-Brandenburg betrifft, so lässt sieh gegen dieselbe der gleiche Einwand erheben, "den er sammt Dr. Kroner-Erfurt gegen Dr. Wünsche’» Uebersetznng erhebt. Man braucht in W. Uebersetzung vor: '^ehrenvoll“ nur das Wörtchen ״besonders“ einzu fugen, so bat die Stelle einen ebenso erträglichen Sinn, wie ihr ihn Dr. Kroner-Brandenburg geben will.*** ) Allen diesen Deutungen aber fehlt das tertium compar ationis. (Schluss folgt.! N, - Goldfahn. Repen8ionen. Beiträge zur Geschickte des Hebräischen nnd Aramaetschen. Studien vbn Dr. Joseph Perles, ßabbiner der israelit. Gemeinde München. München Theodor Ackermann 1884. 247 a gr. 8 mit Register. (Leopold Zunz zum neunzigsten Geburtstage gewidmet ) Wenn man nörgeln will, kann .man schon am Titel nörgeln. Ebenso gut hätte er lauten können: Beiträge zur Geschichte der deutscher! \Sprachent- Wickelung, und noch viel eher: Beiträge zur Geschichte der Renaissance der Wissenschaften. — Das Buch ist so ganz in der Art von Zunz gehalten; es geht von einem Kleinen aus (.dem kleinen Aruch), bespricht Gemeinde-Deputation in Oedenburg gelegentlich der Audienz ׳ bei Sr. M^eeiät dem König, die Auffahrt am Sabbath ge- stattete, nicht so. wunderbar sei, da doch nach dem Talmud Bab. Bersch. 19b ,* Jerusch. Berach. Ua und Nasir 5<>a ed. Krotoechin, bei ähnlicher Gelegenheit das Verbot der Veruureinignng der Kohanim saspendm worden war. *) Ich kann der Ansicht Jellinek’s (Beth-ha-Midr. Th. V Einleitung Seite XVII), dass die nene Agada erst mit אמרו חכמים beginne, nicht beistimmen. Das Ganze ist vielmehr eine mit Benutzung der Pesikta und anderweitiger Stelleu des Talmud and des Midraschim ausgesponnene Schilderung des Thrones nnd des Circas Salomo's, welche in üblicher Weise au das Schriftwort 4 M. K. 7, V. 3 auknüpit. •״) Auch ■st die Uebersetzung von ״tamiacus“ mit *Geheimkabinet“ eine zu gesuchte. Aach die "D'TII.. haben in dar ״Schatzkammer Raum. Bei -dieser Gelegenheit corrigiren wir einen Druckfehler ~in Kroner’s Notiz (Na 32 S. 128b Z. ti v. u.); es muss daselbst ״ein Himmel“ statt im Himmel heissen. (Red.) Drucke nud Handschriften Gelehrter, die sich damit beschäftigt haben, die Abfassungszeit, das Sprachliche״ Sittengeschichtliches und bringt — nachdem es über ־ einige Glossare gehandelt, im Anschluss an Levita eine Reihe ungedruckter Briefe aus den Jahren 1517 — 1555. Wer so Vieles bringt wird Jedem Etwas bringen. Dem Historiker aber bringt es sehr Viel. Der ganze Kreis um Widmanstedt, Paulus Aemilius — die jüdischen Drucke und Drucker in Deutschland im Hi. Jahrhundert — Beziehungen zwischen denselben, zwischen getauften und ungetauften Juden zu Professoren und Kirchenfürsten — das Alles tritt plastisch hervor aus dem reichen Gewimmel von Handschriften und Drucken, von deutschen, italienischen, arabischen, französichen Uebersetzungen. Wie der Streit zwischen zwei Venetiani80hen Patriciem, Justiniani und Bragedini, die Druckereien besassen, zu der Verbrennung des Talmud 1553 führte, ist eines der vielen in volles- Licht gestellten historischen Facta. Dolfe. L. Hause, Aus dem jüdischen Leben. Novellen 1 Bd. (enthält: Entgegengesetzte Strömungen. — Die Gevatterschaft. — Der Verdacht). Eisenach, 188-L Bei dem Ueberreichthum an belletristischer und speziell novellistischer Litteratur haben sich naturgemäss auch die Anforderungen gesteigert, die nicht bloss die Kritik, sondern das lesende Publikum überhaupt an die neuen Erscheinungen auf diesem Litteraturgebiete stellen. Novellen aus dem jüdischen Leben müssen zudem noch ganz besondere Vorzüge zeigen, wenn sie beachtet sein wollen. Denn der Umstand, dass sie aus dem jüdischen Leben Bilder vorführen, ist leider eher ein Abschreckungsmittel als ein Empfehlungsbrief. Wissenschaftliche jüdische Werke können noch auf einen Leserkreis unter den jüdischen Gelehrten rechnen: aber jüdische Novellen erscheinen zu lassen, ohne sie unter den schützenden Fittigen einer jüdischen Zeitschrift in die Welt zu senden, wird mit Recht als ein gewagtes Unternehmen bezeichnet. Unter solchen Umständen ist es sogar freudig zu begriissen, wenn ein jüdischer Autor den Muth hat, jüdische Novellen zu veröffentlichen, uud die Kritik hätte die Pflicht, schon aus diesem Grunde Milde obwalten zu lassen. Angenehmer freilich ist es, wenn die jüdischen Novellen an und für sich selbst, ob ihres eigenen Werthes Lob verdienen, wie die neuesten Erzählungen des rührigen L. Hause. Die angekündigten Novellen aus dem jüdischen Leben von L. Hause, die von Neuem des Autorswarmfühleude8 Herz für das Judenthum und sein Bestreben, die hohe Bedeutung desselben und der Befolgung seiner Satzungen eindringlich an’s Herz zu legen, in hervorragender Weise bekunden, können dem! Publikum bestens empfohlen werden. Namentlich die Erzählung ״ Entgegengesetzte Strömungen* fesselt durch ihre Lebenswahrheit das Interesse des Lesers. Der־ Verfasser hat es verstanden, im Rahmen dieser Erzählnng Beleuchtungen und Begründungen jüdischer Gesetze und Sitten in trefflicher Weise zu entwickeln und die jüd. Nachahmungssucht gebührend zu kennzeichnen. Die beiden anderen, im Umfange der ersten Er* Zahlung nachstehenden, Novellen sind auch jede in ihrer f Art lobenswerth und in ihrer Tendenz beherzigenswert!). Die Novellen lesen sich leicht und haben den Vorzug, nicht durch lauge und häufig wiederkehrende Citate und Redensarten zu glänzen. Möge dem Verfasser ein reicher Absatz des auch zum Vorlesen am Freitagahend und für die reiferie Jugend wohlgeeigneten Buches für seine Mühe lohnen und mögen seine Ermahnungen auf fruchtbaren Boden fallen. B. E. Yera&twottUafcer Redacteur Dr. Rthmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wollt', Magdeburg. Verlag von ltol>ert Priese, Leipzig. r