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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-08-21 · No. 34. (21.8.1884) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 34. (21.8.1884)
Date
1884-08-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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(1 ijpii wr No. 34♦ mm Jüdisches itteratur-Blatt. Zar Brlenrhtaa* aller Jadeatbasi ■ ml 414ea ' betrefTeadea liUerarUckta Kr- •cbelaaagea aaf dem (;eblete der Philo• •e^Me, Onrllehte, Ktkaograpkl«, Th**omief Orleatalia, KitfMe, Ufalletik.!,Itargtk, l'idifoflk. Heransgegeben von Rabbiner l)r. Moritz Ralmirr. Kfickerderela»e)*l£gl!rea LMtara|ar,welche der lUdartloa lapmadl ward«■, Aadaa la dleeeai Kiatle eia!reheade Bpapraakaaf. Hel Klaeeadaac voa äwal Kxeaiplarea erfolft daaalifk karse 4<r*(in«ln«ertiaa* Das «tJIdtecfcB ULtoratBr• Blatt“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogeu Preis bei allen BuchhancUun^dn (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ ■ (die vierteljährlich bei U V“V fl t A V« atftl tnw« %« M J 12 La a M M /HAM \fä A nV W AJtt a♦) A1*V\A 1 ♦ /\ *1! «־ A rt T1 i J a ״aUa T •trKw.♦■■« 1_# I ״llti . _. u h! Vaa AMA ta?A lallen Postanstalten und Buchhandlnngen S Mark kostet) erhalten das ״Jüdische Littferatur-Blatt“ gratis. — laserate werden mit ' St Pf. ittr die gespaltene Petitzeile, Beilakem mit lt Mark, berechnet and sind an die Expedition dieses Blattes tu senden. ““ Buchhändler, welche direct oder durch Robert Friese in Leipzig Inserate einsenden, erhalten :15 J( Rabatt. MM Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Lrspiniig nnd geschichtliche Ursachen des Antisemitismus. von Astrnc, Grand-Rabhin von Belgien. Berliner Rabbinen.!Schluss.1 — Replik. Von Goldfahn. L itteratu rber ich;Recensionen : Beiträge znr Geschichte des Hebräischen und Aramaeischen. dem jüdischen Lehen. Nachdruck nur mit ■volle! Quellenangabe gestattet. M. E. Aristide (Fortsetzung.) L. Hause, Aus Ursprung und geschichtliche Ijlrsachen des ״Antisemitismus“. -Kabbln v on Belgien. Von M. E. Aristide Astruc, Grand- IV. Koni batte die Juden zermalmt; das Judenthum hatte es nicht besiegt. Das Papstthum, welches gegenwirtig seines irdischen Staates beraubt ist, btaibfnichts desto weniger eine moralische Macht gegenüber den Angriffen der Gewalt. Ebenso bliehl-das Jndenthum, welches der Sorge für seine Natiopfdität entledigt war, •ine unbezwingliche moralischp^Machjt. Da es durch iwei bedeutende Gruppen rapräsentirt war, bedrohte •8 jetzt mehr denn je /äeine stolzen Besieger. Das Christenthum war in £om aufgetaucht. Die Polizei gewahrte es zum ersten Male unter Claudius durch die Discussionen , die in den Synagogen stattfanden. Sie glaubte, diese haben einen gewissen Christus zum Stifter, der vofl Palästina gekommen l sei, und um sie «a verhöhnen, jagte sie, wie unter Tiberius, alle hinaus.*) Der Irrthum war ganz natürlich; zwischen den alten und neu angekommenen ״Juden“ war keine grosse Verschiedenheit. Renan hat ״die ursprüngliche Iden- Jität des Judenthums und Christenthums“ nachgewiesen. Dieselbe war vielleicht noch vollständiger, als dieser eminente Gelehrte es ausgesprochen. Da das Apostolat Paals nicht alle seine Früchte getragen ®ad die Heiden sich nicht in Masse bekehrten, wurde die Einheit sowohl im Glauben, als im praktisch *®ligiösen Leben aufrecht erhalten. Auf beiden Seiten *ar es derselbe strenge Cultus eines unsichtbaren Ö®tte8, dieselbe Abneigung gegen das Heidenthum . ,®d seine Unsittlichkeiten, dieselbe: Gluth für Be- M־ *) Sueton, Claudias $ XXV. kehrungen; auf .beiden Seiten dieselbe Verehrung der heiligen Schriften, derselbe Eifer für den Besuch der Synagogen und Erfüllung der vorgeschriebenen Ritual- Gesetze. ״Man war Jude“, wie Albert ReviUe sehr treffend sagt, ״und wollte Jude bleiben“.*) Der ältere Zweig predigte im Namen Moses und der Prop&etei^. ־; der jüngere Zweig im Namen Moses, der Propheten(' und Jesus, der gekommen war alles zu erfüllen. — Wir wissen, welche Vorurtheile und Verleumdungen, gegen die Juden gerichtet waren; derselbe Habs, dieselben Lügen erhoben sich gegen die Christen; Man beschuldigte sie der Anbetang des Esels; ihre prüderliehen Mahle wurden zu unsittlichen Liebesschmauaea. gestempelt, Die erhabenste Ceremonie ihres Cultus, das Abendmahl, ein rührendes Andenken aln die letzten Stunden ihres Meisters, wurde im Munde ihrer Feinde ein grausames Attentat gegen die Menschlich’׳' keit. Lassen wir Tertullian selbst reden: ״Man sagt, dass wir in unseren Mysterien ein Rind 8chl es verzehren und nach diesem schrecklichen blutschänderischen Vergnügungen hin! uns während Complicen dieser Schändlichkeiten die Fa Umstürzen, und, indem sie uns vom Lichte uns׳ der Schande entledigen.'"5) Und endlich wie die Juden, so weisen die Christen mit Nachdruck die gehässigen Lügen zurück, mit denen man sie verfolgte; sie weisen auf das Gesetz Mosis hin, von dem sie noch gewisse Vorschriften b eobacheten: ״So entfernt sind wir davon, Menschenblnt zu vergiessen“ — rufen sie aus — ״dass;wir uns sogar des Blutes der Thiere., deren Fleisch uns zur Speise dient, enthalten.‘5*5) Wer waren dieUrheber der Anklagen? NachOrigenes waren es die Jaden. Es ist ja unbestreitbar, dass die י Juden und Christen, nachdem sie allmählich feindliche .ו Brüder geworden, sich gegenseitig denuncirt und verlenmdet haben. Eichthal findet sogar ifn Texte der Evangelien selber evidente Züge dieser gegenseitigen Anschwärzaug.f) Doch speciell diese Anklage des Mordes and der Menschenfresserei konnte unmöglich *) Encyclope die des Sciences religienses, (ArtikelLEbionites“.)' '׳ **) Tertulhan, Apologie Vü—IX . ~~ •*•) Lee Evangilee I p. 264. N j f) Octavius de Minntius Felix. . - - .1 ■

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