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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-08-14 · No. 33. (14.8.1884) · p. Seite 132

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 33. (14.8.1884)
Date
1884-08-14
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
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Dass die Zusätze der eiten Versionen, welche der Qrätnschen Auffassung zum Ausgangspunkt dienen, _ Itlr die ursprüngliche Beschaffenheit des Textes nicht beweiskräftig sind, gehört zn den wissenschaftlichen Annahmen, die als unbestritten gelten können. Aber selbst, wenn dies nicht der Fall wäre, die Massora kenn nnr nach dem Geist erfasst, beartheilt und beleuchtet werden, - der ihr angehört, der in ihr heimisch ist. Man wird daher in Folge der vorgeführten Momente davon Abstand nehmen müssen das Piska mit Textes-Läcken in Verbindung zu bringen. Nahe liegt die Annahme, dass das Piska einerseits eine gedankliche Ergänzung im Sinne eines Gedankenetliches, andererseits eine Art Pause anzudeuten berufen ist, eine nähere Prüfung erweist jedoch deren Unhaltbarkeit. Auch findet sich in dieser Richtung nicht die geringste Spur eines äussem Zeugnisses. Im Folgenden theUe ich die Auffassung mit, die 'eiph mir bei der Untersuchung des in Rede stehenden Gegenstandes ergeben hat. Eine durch die Massora mehrfach bezeugte Thatsache muss ich vorausschicken. Zuverlässige Belege liefert dieselbe dafür, dass die Atheilung der Verse in verschiedener Weise vor zieh ging. In den massoretischen Tatmudstellen Nedarim 38a, Kiduschin 30a wird im Namen des R. Ada b. Acha teadirt, dass der Vers Exod 19,9: ,דאמר ה' אל משה לעד *p אנכי בא אליך בעב הענן בעבור ישמע העם כדברי עמך ונם יאמינו לעולם רנד משה את דברי העם אל דד in drei Verse getheiit wurde (במערבא פסקי ליה להאי קרא לתלתא פסוקי.) Dass die Anführung dieses Verses nur ein Beispiel statt vieler ist, ergiebt sich unzweifelhaft aus folgenden Daten. Zur Bezeichnung der Stelle für die Hälfte der Verszahl im Pentateuch wird angegeben: im Talmud (Kiduscbin 30a) Levit. 13,33: ־והתנלח; in M- Soferim (IX,3) Levit. 8.15*) וישחט; in der (geltenden Massora Levit 8,8: רשם עליו את' החשן• Die Summe aftmmtlicher Verse des Pentateuchs giebt die Boraitha (Eiduschin 30a) mit 5888, die Massora mit 5845 _ an. ' Das sind entscheidende Zeugnisse für die M&nnigfaltigkeit der Versabtheilung. Versuchen wir nun zu zeigen, dass die Bedeutung des פיסקא באמצע פסוק auf dem Gebiet der Versahtheilung zu suchen ist, dass durch dasselbe angedeutet wird: A) eine abweichende Abtheilung dbj^ Verse; B) die Gruppirung mehrerer nebeneinander stehenden Verse und C) die Abtheilung innerhalb des Verses selbst. Da die meisten Stellen in die Gruppe A fallen, so lässt sich aus diesem Umstande der Schluss ziehen, das ursprünglich dass Piska nur die Abtheilung des Verses zum Gegenstand hatte, und dass erst allmählich dessen Rahmen sich erweiterte zur4 Aufnahme der Gruppen B. und C. Zur Erweisung voranstehender Auffassung sollen die von Baer**) nach genauer Vergleichung glaubwürdiger Handschriften (accurate collatis complunbus codicibus fide dignis) aufgezählten 28 Stehen, in die charakterisirten drei Gruppen eingereiht vorgeführt und betrachtet werden. (Forts f.1 Prag von Dr. M. L. Stern, Rabbiner in Maehrisch- Kromau. Prag 1884. Verlag von Jacob B. Brandeis. ״Das Gefühl des Erbarmens in uns ruft der Socialismus an“. Das Endziel des Socialismus bedeutet ״die freiwillige Annahme des einzig Möglichen“. In dieser tiefsinnigen Weise wird über alles Mögliche und Unmögliche in diesen 16 Seiten gesprochen. — Die Wissenschaft im Allgemeinen und die Wissenschaft des Judenthums im Besonderen haben dabei nichts gewonnen. L. Annuaire des Archive« Israelite (לוח לשנת תרמה), par H. Prague. Paris — 108 S. kl 8. Es ist wirklich ganz gut ausgefallen! Herr Prague hat sich als geschickter Kalendermann gezeigt. Nach den schön ausgeführten Tabellen nir die Monate bei welchen Nichts vergessen ist, Moled,. Sidra, Perek, Jom kippur koton, sogar das Masol (auch im Bilde) — folgt die Taxe für die Mizwos in Paris. (Für Aus- und Einheben des 1. Sefer in der Rue Victoire am Rosch haschonot und Jom.kippur 150 Frcs. 120 M.!!). Dann: die Bezeichnung der Consistorien von Frankreich und Paris, die Rabbiner, Beamten, Synagogen Verwaltungen — die Chewroth (37 Hilfsgesellschaften) (immer mit kurzen geschiehtliehen Notizen), Gemeindecomites, wohlthätige Anstalten, Schulen, Mohelim — Tarife für Trauungen,. Beerdigungen, Mikwa und die Sprengelgemeinden! In derselben Weise werden die 11 anderen Gousistorialbezirke kurz geschildert. Darauf folgen Eisass- Lothringen, Belgien und die Schweiz, wo die Angaben doch nicht mehr so ausreichend sind. Ein Jahresrückblick, eine Biogiaphie Montefiore’s und Kleinigkeiten bilden den litterarischen Theil. Sehr dankens-; werth ist der Schlussartikel: Das goldene Buch de» französischen Judenthums, die Aufzählung der Juden״ welche Abgeordnete, General- oder Staatsräthe — Mitglieder der Verwaltung der Magistrate, höher»' Militairs (bis zum Major), bedeutende Gelehrte u. 8. w.׳ sind Die Advokaten waren zu zahlreich, als dass si»; gezählt werden können — und doch ist es eine reich»' und glänzende Ehrengallerie, die dem staunenden Blicke sich öffnet! Das ist ein Eiddusch haschem!*)► Coblenz. Lewin. Notizen. Recensionen. Der Socialisuius and die jüdische Weltanschauung. Vortrag, gehalten am 16. Februar 1884 im Vereine zur Verbreitung der Wissenschaft des Judenthums in ר So Naumburg, J. Maller meint r Levit. 8,23. Geiger (Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Lebefi Jahre. 3, 8. 88) laset es unentschieden. **) Klein,e Propheten (Leipzig 1878) S. 59. , Weiss vielleicht Jemand eine Erklärung auf 4 ר״מ״כן. Bf M. XXVI. 44? Derselbe erklärt nämlich entgegen der 111>_ draschischen Auslegung Rasch i’8 nach einer alten Leseart Odkel׳ die sich aber jetzt in keiner Ausgabe findet, ברת אר11ח D אשר, dass סרח eine Erbtochter, ähnlich den צל^פחד gewesen sei. Wie kann dieses aber möglich sein? Die Sö Jakobs hatten ja nach ר״מ״בן *■ B• M. XXXVIII. 2. Fraui von den Nachkommen Lots, Ismaels, F.sau’s oder Aegypterinnen: eine Stieftochter Ascher’s wäre demnach von Vaterseite uג־ Mutterseite heidnischer Abkunft, wie kann diese also, sei im Hause Jakobs erzogen, pwr בכיליל ילאילה תחילק sein J. Stürmann ' Lehrer und Prediger in Osterode O.-Pr. Petersburg. Auf Antrag des Herrn Dr. Harkavy haM der Verein zur Verbreitung der Wissenschaft hier beschlossen^T den Bericht über die Reisen im und jenseits des Kaukasu^.( welchen der sei. Josef Tscharny hinterlassen hat, zu ediratf! Das Manuscript ist 350 Folio-Seiten stark und durch Dr. Harkavy : aus den Aufzeichnungen des verstorbenen Reisenden hergestellt: worden. *) Vielleicht findet dies von einem der vielen deutsche» I Kalendermacher Nachahmung (in Bezug aut die Juden *j Deutschland) das wäre nützlicher, als oft die ganz unschmack-; haften jüd. Anecdoten. (Red.) fliutwortlieUr Bedacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wollt’, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.)

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