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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-08-07 · No. 32. (7.8.1884) · p. Seite 128

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 32. (7.8.1884)
Date
1884-08-07
Page
Seite 128 (sequence 4)
Language
German
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m — •wird — worin dem fnns. Gesandten Grat A. Faaoher de Careil *ngarafen wird, dass nicht nnr noblesse oblige, sondern ebenso wissenschaftliche Leistungen Verpflichtungen auf erlegen — dass die Juden ▼on dem Manne, der Leibnits’8 Anmerkungen zum More edhrt bat, hoffen, er werde ״ein Fahrer der Verirrten sein* und zuietzt: Lessing in Spanien, fast httte ich gesagt, im Exil! So sind wir mit der leichten Chvallerie schnell und zuerst fertig geworden. Wir haben nur׳ noch die unsem Lesern gegenüber sicher überflüssige Bemerkung auf dem Herzen, dass Jellineks leichte Cavallerie, wie seine schwere Artillerie gleicherweise zu den Genietruppen gehören. Wuchtig schreitet er einher der selbstbewusste, der erregte und der ewigen Quälerei müde Jude und schlägt die Fliegen, die ihn nmsammen, 7 auf 1 Schlag! Was ihn aber am meisten in Harnisch bringt ist, dass der Jude nach jeder Judenh&tz solch’ liebevolle Predigten zu hören bekommt: So, geh’ nach Hause — Danke Gott, dass es 80' abgelaufen ist — lass Dir Thee kochen und bessere Dich! Da ist ihm endlich die Galle öbergel&ufen, dem Meister des Gedankens und der Bede dort an der blauen Donau, und er stellt die Frage: Bekommen wir denn die Prügel, weil wir eitel Thuniohtgnte sind? Sind wir denn schlechter als andere Leut’? Und die Antwort? ״Wir Bekenner des Judenthnms, die wir durch Lehre und Geschichte, durch Leiden und Prüfungen in ethischer Beziehung den Völkern vorausgeeilt sind, müssen sie erziehen, damit sie die Barbareien, deren Zeuge die letzten Jahre waren und die in der unmittelbaren Gegenwart auf ungarischem Boden fortwirken, allmälig schwinden und ein Theil der christlichen Völker auf jene sittliche Stufe gelangen, auf welcher die Juden sich längst befinden". Wer sich überzeugen Will, dass damit keine grossthnende Phrase in die Welt geschickt worden ist, sondern dass wissenschaftliche Beläge und tiefinnere, heilige Ueberzeugung den Leser zu des Verfassers Ansicht bekehren, der lese die Abschnitte 1 und 2 (Volker-Pädagogik und Pro domo) der vorliegenden Sobrift. — Das Mitteltreffen wird von den Aufsätzen gebildet (״Biblische Typen der talmud.Völkerreligion“, und ״das Judenthum den Juden, das Christenthum den Christen“), welche nach weisen, wie das Judenthum, in allen seinen Phasen sich nicht als die allein seligmachende Beligion *betrachtet hat, sondern wie Talmud und Bibel Muster- und Sittenbilder von den Heiden herholen und Jedem, der. die 7 noachidischen Gesetze befolgt, das ewige Leben zusichern. Ob nun die Lazarus’sche jüdische Ethik wirklich der ^grosse Theriak sein wird, der alle Krankheiten des. Judenhasses heilt, darüber lässt sich streiten. Jedenfalls konnte das Unternehmen keinen herzgewinnenderen Fürsprecher, als Jellinek, gewinnen. Alle aber, die nicht belehrt sein wollen, warnen wir diese Schrift zur Hand zu nehmen. Sie spricht zum Geiste, zum Herzen, sie schmeichelt und droht, sie nimmt die Sinne gefangen und beschäftigt das Denken, sie kämpft und ergötzt: Sie gewinnt auch die, welche mit'gespitztem Griffel an sie herantreten. Cöbfenz-. -- Lewin. Notizen. Else merkwürdige Basehistelle. Dass die Erklärung Raachi’s zu ארץ הריס לבקעות, Deuter. 11,11 meines Wissens noch keinem seiner Sqpercommentatoren aufgefallen ist, ist eben ao aaflaUsntL, wie dieErklärnng selbst *) Welche Oeliirgsform hat Baach i,. dieser tiefe Denker und grosse Mathematiker, wohl iat Sinne, wenn er sagt : fTO ',־ 1300 דTO riO ־TO אבל יא?ארבע מארבע שפועיו ואחד בראשו" von einem voiikommen •würfelförmigen Berge würde, vorausgesetzt dass man ר'Die Quelle dafür ist Siiri z. 8t, wo sie B. Simon b. etwas ausführlicher giebt. (Red.) die atmlen, senkrechten Seiten besäen oder bepflanzen kannte was aber gegen die Annahme verstösat, ein derartige« 5 fachet ErtragMiaantnm erzielt werden. Solche Bergformen cxistireusi aber m Wirklichkeit nicht Es müssten aber, wenn sie existirten״] die Pflanzen in diesem Falle in einem rechten Winkel gegen! die Grundfläche geneigt, aus den Seiten hervorwachsen, was; 1 gegen Jede Annahme verstösst. Berge erscheinen durchgängig; I nnr in Kegelform. Aber auch in diesem Falle würde RaschiV) Erklärung von einem 5 fachen Ertrage gegen die Resultate der] geometrischen Berechnung verstossen, nach welchen bekanhtlich 1 auf einem wellenförmigen Boden nicht mehr Pflanzen wachsen. I können, als auf der ebenen Grandfläche. Nur von Moosen,.! niedrigen Kräutern and Gräsern Hesse sich denken, dass sie in ] einem Winkel, entsprechend der Neigung des Bergabhanges.] gegen die Grundfläche, wachsen könnten. Bei Bäumen, Stränchern-1 nönete Grasarten, and hierdurch 8011 ja der Boden des heiligen 1 Landes sich gerade ausgezeichnet haben, ,|ףארץ חטה ושעורר ונםן ותאינה ורמת, ist diese Annahme gänzlich ausgeschlossen כ I inan kann sich diese nicht in einem Winkel hervor wachsend,] denken, sie neigen sämmtlich mit der Wurzel zur Grundfläche■] hin. Könnte man jedoch auch das schräge Aufwachsen zugebenJ weil ee eben nicht unmöglich wäre, obschon es der Wirklichkeit] entgegen ist so wäre die Schwierigkeit in Raschl’s Deutung] dennoch nicht gehoben. Wir wissen, dass der Flächeninhalt] eines Kegelmantels, wie wir uns die Abhänge eines zur Be1] bauung tauglichen, mässig ansteigenden Berges zu deckelt] haben, me das Fünffache der Grundfläche betragen kann und] nur, wie bereits gesagt, hei niedrigen Gewächsen wohl eia.1 Mehrertrag zu erzielen ist, aber immerhin kein fünffacher, und-l diesen betont Raschi ausdrücklich, wie aus seinem Commentar] erhellt. Fünf ist hier nicht als ein unbestimmt mehrfaches,] sondern in seiner wirklichen Bedeutang zu nehmen, vier 3ור| von den 4 Seiten und 1 כור von der Spitze. Eine!Aufklärung über diese merkwürdige Stelle wäre erwünscht. Rees a. Rhein. L. Cohen, Lehrer. Gegen die Notiz des Herrn Dr. Goldschmidt-Weilburg ia No. 30 des Litteraturbl. ist zu ־bemerken: 1. Wenn, wie derselbe annimmt, der siebente Himmel Tempelhans ist, ״kann deshalb nicht auch für dieses ein Ehrengabe gebracht werden?“ Z. Ein Wortgebilde Sopotx&v existirt im griech. Spr schätz weder in gleicher, noch in ähnlicher Form; and würde hier das 0 nieh in ט übergegangen sein, wie u. 5:^17)26 דימוט — S0f17j (Snhdr. 4»a) erweist. 3. Freilich handelt es sich bei den עגלות nicht Opfer t hi erewohl aber um Optergaben (C ר ב נ p, 4 M. 7j und 3 and Ramban z St.: נעבור היות העגלות לצורך הקרבנות יקראו קרבן וכ*) 4. Bereits in No. 187 habe ich aut Chagiga 12b hingewies wonach der vierte Himmel, S’wul, das בהם'ק, und( siebente Himmel, Araboth, das unvergleichliche 55 ש ה מרבבה repräsentirt. Schon im Hinblick hierauf ersähe die ganze Darlegung des Herrn G. hinfällig. Wer übrigens meine Erörterung in No 27 (Collect. XV] and die eben angeführte Talmudstelle genau gelesen 1 dürfte die fragliche Midraschstelle wohl nicht mehr schwie Anden. Gleichwohl möchte ich jene Erörterung noch einigerma ergänzen: Der qu. Midrasch sucht in seiner üblichen Mt für die Wagenzahl ,,Sechs“ eine adäquate Sechszahl von sonderer Distinction aufzafinden. (עגללח) כצר ששת ימי . _יית שש כנגד שש אמהות אלו ק שרה רבקה רחל ה בלהה זלפה וב־. שש רקיעים, ולא ד הן? א״ר אבק ק יבא שדי טומיקק.: Da aach שש רקיע־ם als eine Sechszahl von Distinction 1 beigezogen wird, begegnet ר׳ אבק dem Ein wände, es doch sieben Himmel, mit der Bemerkung, der siebente Hin sei gleichsam als ausschliessliches Geheimkabinet־ des HS zu eihaben über jene untergeordneten Sphären, am mit densel$ti mit zu zählen, wie ja nur Gleichartiges zu addiren sei. . Von Opfern oder Ehrengaben iür irgend einen Hirn»•] ist hier keine Spar zu entdecken. Die ganze Serie der ‘ zahlen von Distinction, welche der Midrasch aufzählt, vielmehr deutlich und klar genng die Tendenz zu erken der Sechszahl eine besondere Auszeichnung beizulegen, aber, zu erörtern, wer. an. dem Genuss der Ehrengaben Opfer pärticipire. Der reine, absolute Monotheismus auch Midraschisten' kennt kein Wesen, kein Gebilde (und sei’s im Himmel!), dem man opfert, als Gott allein. לאלהים חרם בלתי.לד־ לבדו\ . Schliesslich kann ich noch mit besonderer Befriedig daran erinnern, dass die Ansicht des geistreichen H! Dr. Gebhard t-Broinberg-über qa. Midrasch (gleichfalls in N01 der meinigen sehr nahe s״eht. " Dr. Kr.-Brandenhj VanatwortlMfcer Redactemr-Dr. Bah mar, Magdeburg.. Druck, von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert. Fr lese, Lei{ ■ג*■

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