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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-07-31 · No. 31. (31.7.1884) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 31. (31.7.1884)
Date
1884-07-31
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Zar Mauktnr aller Meattn aa4 JaSaa fettnroiai llttarariaeka■ Er- *ek«ia»g«a tat gen SaklaU 4«r PkU»־ •apfcla, Urarkickt«, KtkMgnpkla, Tke•־ ■agU, OrleaUUa, Ki•*•••, IM|I<UI, Lttargik, PUagaglk. Heraasgegeben 1 von Babbinei 9lto^3e׳Sux^, 31. 1884. Dr. Moritz Rahiuer. Bieber d««inehligigM Lltteratorfwelebe deT Kei«etl•■ iifMiidt w«N«a, 114« 1« dleeem BlatU •iafekeade lnyrwkeiy. Bei Ei11«141af tm iwei Bec—ten»־ KxeMplare■ erfolgt aiimlli« bene 6 rette• leeertiem. Dm ״J Milche Litteratar-BUtt** erscheint wöc!Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark, lallen Postanstalten and Buchhandlnngen B Mark kostet) Pf. für die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit U Buchhändler, welche direct oder durch Rober in Preis bei allen Buchhandlungen (in en Wochenschrift1־ (die vierteljährlich bei pentlich in einem halben ] Abonnenten der ״Israelit erhalten das ״J&dtsohe Litteratar-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit Mark, berechnet and sind an die Expedition dieses Blattes za senden, t Friese in Leipzig Inserate ein senden, erhalten 25 X Rabatt. IM■ Inhalt: f Wissenschaftliche Aufsätze: Ein altes Missverstand! iss.— Justus’Judenspiegel, beleuchtet von Dr. A. Lew in, Ccblenz. (Fortsetzung.) — Berliner Rabbinen. (Fortsetzung.) Ilitteraturbericht: Recension: Berliner, Dr. A. Beiträge zur Geographie und Ethnographie Babyloniens im Talmud und Midrasch.! [Eotizen. — Ein altes Missverständnis. , Herr ß. A. Lipsins hat vor Ihren Königlichen oheiten, dem GrossberdjOge und der Frau Grosphervon Sachsen za "Weimar einen Vortrag geten ״das Zeichen des Kreuzes“, welchen ich in Februarhefte der diesjährigen deutschen ffevue Gesichte bekam. Der sonstige Inhalt desselben die Leser des Litteratnrbl. kaum interessiren. ein paar Worte erregen unsere Verwundetrung geben einen Fingerzeig, wie — unbewusst odejr be- — die Abneigung gegen Jaden und Jadenthum ten and genährt wird darch — Missverstand- 16! Die bezeichneten Worte lauten ״Im Gesetz der en steht geschrieben, verflacht ist ein jeder, eloher am Holze hängt. Die ersten Jäjnger steten sich über den Flach, mit welchem dasj Gez den Gekreuzigten belegt, im fröhlichen Glauben seine Auferstehung von den Tadten, als wejlche Aergemis8 des Kreuzes wieder gut gemacht hjabe. Apostel Paulas ist eben jenes Aergemiss des uzes d^r Mittelpunkt seiner ganzen Theologe.“ Der Jude, auch der bibelkundige Jude, reibt sich Angen und fragt: wo steht das in der hl. Schiift? as Nachdenken fuhrt ihn zn der Stelle, welche so neltnmgedeatet׳ worden ist. Deuteron. 21,22: ״Wenn einem Manne sein wird eine todeswürdige Schuld, pnd er ist getödtet worden, dn hast ihn gehängt an Holz — sollst du seine Leiche nicht am Holze »machten lassen, sondern an demselben Tage se ilst ihn begraben, ״ בי קללת*) אלהים תלויdenn och Gottes ist ein Gehängter“. D. h. es fine Gott schändende That, wollte man che länger hängen lassen. Jn der Mischna Synhec: ein wäre die rin folgert ß. Elie8er hieraus, dass alle durch Ste ni hg Getödteten für einige Zeit gehängt werden, ist mit Raschi von en“ geringschätzen. ,»!»:■'-יי Jeiclit“ herznleiien, קל da der, welcher Gott lästert*) gesteinigt wird, was die Gelehrten nur für die Gottesleugner zugestehen! ß. Meier bringt**) dagegen den einfachen Wortsixm zu Ehren mit seinem schönen Gleichnisse׳ von den beiden Zwillingsbrädem, von denen der Eine König der Stadt, der Andere ein ßänber geworden ist. )U8 der Letztere gehenkt worden war, meinten Alle, die ihn am Galgen sahen, dass der König dort hinge. Deshalb erging der Befehl, die Leiche schleunigst herabznnehmen. Der Mensch ist Gottes Ebenbild, deshalb ist es eine ״Schändung Gottes“ wenn, wer seine Züge trägt, am Holze hängt. Das sagt auch Targum Jonathan - ומן בנלל דבדיוקנא דיי־י אתלבד. Also in der ״hebräischen Wahrheit“, wie sie im Mittelalter genannt wurde, steht kein Wort davon, 'dass der ״verflacht ist, weloher am Holze hängt“. Die Valgata bat die Verdrehung fertig gebracht, da sie übersetzt ״quia maledictas a deo est, qui pendet in ligno“ (was Lather wiedergiebt: denn ein Gehenkter ist verflucht bei Gott;. — Dass das im Zusammenhang« gar keinen Sinn giebt, hat dieee Ueber8etzer durchaus nicht gestört. Wie es damit steht, dass ״die ersten Jünger"“ sich ״trösteten über den Flnoh“ n. 8. w., kann ich nicht erairen, weil mir eine eingehende Kelmtniss des Evangeliums abgeht. ———ד— Lewin. Justus’ Judenspiegel, beleuchtet von Dr. A. Lewin, Coblenz. Nachtrag. Ecker and Gildemeister. I. Ecker. Während der Correctnr des letzten Bogens erhielt ich den von Ecker herausgegebenen Judenspiegel***) zugesohiokt and erachte es ■für meine Pflicht, so kurz wie möglich, diesen neuen ״Wahrheitsspiegel“ aaf seine מפני מדרזה תלר. מפגי שבירך את השם, נמצא שם ד שמים מתהלל. ib. 46a. Silre zur Stelle hat nur diese Ansicht. Dass im Gegensätze zu den Römern nicht der lebendige Verbrecher, sondern erst seine Leiche gehängt wird, sagt der Talmud ib 46b. «) L L 46b. ***) Der-Jadenspiegel“ im Liebte der Wahrheit. Eine wissen-' schaftliche Untersuchung von Dr. Jacob Ecker, Privatdocent an der kgL Akademie zu Münster, Paderborn 1684. Druok u. Verlag der Bonifacins-Druckerei. <

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