Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 23. (6.6.1884)
- Date
- 1884-06-06
- Page
- Seite 92 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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"""יו^יימיו^יילייי" r — 92 — Litteraturbericht, Recensionen. Dr. A. WÜRUeke, Bibliothcea Babbinica. Eine Sammlung n. s. w. 27. Liefemng. Midrasch Bemidbar Sabba (Fortsetzung). Leipzig, Otto Schnlze. Die 27. Lieferung des schon oft besprochenen und lobend anerkannten Uebersetzungswerkes enthält die Uebersetznng von Bamidbar par. 12 (cap. 7,1) bis par. 19 (cap. 21,34) in mehr als 200 Seiten. Diese neue Gabe ist also an sich schon recht nmfangreich nnd inhaltlioh eine würdige Fortsetznng der begonnenentrefflichen Arbeit. * Der Stil nnd die Klarheit der Uebersetznng haben gewonnen nnd doch ist die Treue nnd Genauigkeit dadurch nicht geschädigt worden. Obwohl die Noten nnd Berichtigungen noch nicht vorliegen, scheint es aber immerhin nothwendig mach hierbei wieder darauf aufmerksam zu machen, dass wesentlich Irrthümer auch bei dieser Lieferung nicht unterblieben sind. Ein recht frappanter Lapsus ist S. 292 Z. 23 v. o. die TJebersetznng von ״ כ3י בכורי. ישראלIsrael ist mein eingeborener (st. erstgeborener) Sohn.“ S. 299 Z. 11 v. n. bringt der Uebersetzer eine Erklärung des Midrasch, warum man bei der Yergleichung der 6 von den Fürsten zur Einweihung des Stiftxelte8 geschenkten Wagen mit den 6 Himmeln nur von den 6 Himmeln spräche, da ihrer doch gewohnlich 7 angegeben weraen. Der Midrasch erklärt dies mit den Worten דמלכא שרי טומיקון p. Wünsche übersetzt: Der Ort, wo der König thront, ist ehrenvoll (•up^nxov). Es ist wohl dem Uebersetzer nicht entgangen, dass diese Antwort entweder keine oder doch wenigstens eine gar nicht verständliche Erklärung ist. Sind denn die andern Himmel nicht ,ehrenvoll11, nnd warum sollte man den ״ehrenvollen* nicht zählen. Vielmehr erwartet man ungefähr folgende Antwort: Der Himmel, in welchem der König weilt, wird nicht gezählt. Sollte hier nicht vielleicht' eine uncorrecte Lesart vorliegen? Da m dem midraschischen Satze eine griechische Bede weise benutzt ist, wäre es wohl nicht allzukühn, die beiden Worte שדי uqü טומילון zusammenzuziehen nnd statt שריטומיקץ dttrcjr Auflösung des ש-in א und כ und Elidirung 1w8 י als Orthographie des linken Striches von ט oder des reohten von מ die Lesart אנרייטמח oder אנריטמיסדן oder gar אנר׳יטטיקון anzunehmen, was ״unzählbar“ bedeutet. Der Sinn wäre dann ganz klar: der (Himmel, vielleicht gar p=lv־ der eine) des Königs ist unzählbar. Ganz unklar ist die Uebersetznng S. 300 Z. 15 v. u. nnd ebenso S. 301 Z. .18 v. u. An der ersteren Stelle will der Midrasch sagen, dass Mose bei dem göttlichen Befehle von den Fürsten die 6 Wagen anzunehmen erschrak, weil er fürchtete, Gott hätte den Fürsten seine Offenbarung anvertraut und nicht ihm. Darüber tröstete ihn Gott, indem er ihn versöhnte, wenn der Entschluss der Fürsten, 6 Wagen zu bringen, von Gott ihnen als Offenbarung übermittelt worden wäre, er (Gott) dem Mose doch sicherlich vorher befohlen hätte, die Fürsten zur Wagenspende aufzufordern. Aber der Entschluss der Fürsten sei ein unmittelbarer, von ihnen selbst ausgehender gewesen; und nun .stimme Gott ihrem Entschluss bei und deshalb sagt er zu Mose: Nimm es von ihnen (d. h. Weise sie mit ihrer Spende nicht ab, da sie mir recht ist). An der zweiten Stelle tritt nicht klar hervor, dass David die Yertheilung der Wagen unter die Leviten nicht recht begriffen hatte und deshalb zu der irrthümlichen Anordnung kam, die Leviten di» Lade auf einem neuen Wagen fahren zu lassen, während er sie hätte dieselben tragen lassen sollen. Ebenso S. 301 Z. 4 v. o. musste es heissen r Daraus lässt sich ein Kal-wachomer-Schluss machen״ nicht: Das lässt sich aus einem Kawachomer schliessen.! Denn diese Worte sind doch nur so zu verstehen״ das (nämlich: das Ebengesagte) lässt sich aus einem K. schliessen. Der Midrasch meint aber: Aus dem Ebengesagten ist zu schliessen. Ein voller Irrthum ist aber auf S 303 Z. 14 v. u. der Midrasch sagt: der achte Tag, der erste Nissan,, sei damals אחד בשבת gewesen. Das ist aber nicht mit Sabbath, sondern mit Sonntag zu übersetzen. Ganz missverstanden ist (S. 304 Z. 14 und 15 v. o. und Z. 20 v. o.) was der Midrasch über den Streit von B. Eleasar und B. Jose b. Chanina über die Opfer der Noach sagt. B. E. meint, nämlich es seien שלמים B. J. b. Cb. aber, es seien עולות gewesen. Nun widerlegt B. E. dem B. J. b. Ch. mit einem Schriftversr J. Gen. 4,4 heisst es doch ״Abel brachte auch von den Erstlingen seiner Schafe und von ihren Fetten* ^מחלביה) und schliesst daraus, dass es doch solche- Opfer gewesen sein müssen, von denen man die Fettstücke darbrachte, also דבר שחלב* קרב) שלמים>, Wünsche übersetzt aber: ״d. i. so etwas, was dem j Fette nahe kommt. Nun fragt der Midrasch logisch richtig : Was macht nun B. J. b. Ch. mit den Worten?,J Das heisst: Er sagt doch, es seien עולות gewesen p I diese aber brachte man doch ganz dar, also nicht nur! ihre Fettstücke, wie erklärt dieser מחלביהן. Und der| Midrasch antwortet: er übersetzt: ״von ihren fetten“ (d. h. er nahm fette Thiere) מן שמיניהק. Wünsohe unterscheidet aber nicht Frage und Antwort undl übersetzt: Was macht aber B. J. b. Ch. mit der Worte: von ihren Fetten? so dass die Antwort fehlt.J B. Eleasar bringt nun noch einen Beweis, dass die Noachiden שלמים dargebracht haben, von Ex. 24, ö| _לח את נערי בני ישראל דעלו עלות ויזבחו זבחים. שלמים ליי פרים. Darauf antwortet B. J. b. Ch.: das Wortl שלמים bedeute hier nicht ״Friedensopfer“ sondern| ״ganz“ gleich שלמים mit Zere, und die Thora meine,! ganz mit ihren Fellen ohne Abfellung und ZerstückungJ Wünsche erkannte aber diese Erklärung nicht und übersetzt: Es sind Friedensopfer mit ihren Fellen u. 8. wJ Wir übergehen einige unwesentliche, stilistisch» Dunkelheiten S. 291 Z. 4 v. u., S. 293 Z. 12 v. 0״ S. 301 Z. 1, S. 302 Z. 22 v. o., S. 305 Z. 1, Z. 5, Z. und Z. 9. Es ist nicht zu verwundern, dass solche Irrthümer nicht vermieden wurden, da bei dem Biesenstoffe auch dem aufmerksamsten Uebersetzer Manches entgehen] kann. Möge es dem unermüdlich arbeitenden Ueber setzer gelingen, sein denkwürdiges Werk durch Gott Hilfe zu vollenden. Erfurt. Krön er. .Notiz. Berichtigung. Im Volkskalender und Jahrbuch Israeliten auf das Jahr 5626 — 1865 von J. K. Büchner betind sich in dem beigegebenen 150 jährigen Kalender zwei graviren Irrthümer, die letzteren für die Jahre 1800 und 1900 unbraud bar machen. Der Verfasser hat nämlich übersehen, dass Säkulaijahre 1800 und 1900 ßemeinjahre sind und demgemäss den Wochentag für die Monate März bis Decemb je um einen Tag zu früh angegeben. Für sämmtliche Woche» tage vom 1. März bis 31. December dieser beiden Jahre id daher der vorhergehende Tag anzusetzen. Vergleiche meis מפתח לקבוע לחים und die am Schluss befindliche Tabelle. Rees am Rhein. L. Cohen, Lehrer. Verantwortlicher Redacteuf Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wofff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipz