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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-05-29 · No. 22. (29.5.1884) · p. Seite 88

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 22. (29.5.1884)
Date
1884-05-29
Page
Seite 88 (sequence 4)
Language
German
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|jp1!|ypL1 imi ׳■ — 88 — §י ־ז־ handeln die Detailfr&ge über die Aussprache nnd schriftliche Darstellung der Zischlaute im Assyrischen und deren Forschung ist auch für die alttestamentliche Sprachwissenschaft von Interesse. DerHommel’scheAufsatz über altbabylonische Chronologie schliesst sich an die interessante Entdeckung an, dass Naramsin um das Jahr 3750 v. d. g. Zeit gelebt habe und bestätigt das weit höhere Alter der babylonischen Cultur als der egyptischen. Auch diese Forschung verspricht für die Dichtigkeit der biblischen Angaben über altbabylonische Geschichte von hoher ]Bedeutung zu werden. Einige andere kleinere Mittheilungen von Strassmaier, Hommel, Besold und Halevy, sowie Becensionen und biblische Mittheilungen, machen den Schluss des ersten Heftes und so rechtfertigt der geschilderte Inhalt die Bitte der Herausgeber um eine rege Betheiligung an ihrem Unternehmen. Loery, Dr. Jacob, Libri Kohelet versio arabica, quam composuit Ibn Ghijäth. — Berlin, 1884. Es ist eine dankbare,, unsere exegetische Litteratur bereichernde Arbeit, der sich der junge Autor der vorliegenden Schrift unterzogen und die er mit streng wissensohaftlicher Methode ausgeführt hat. Sehen wir uns zunächst den Inhalt an. Der berühmte Poetan Isaak Ibn Ghiath hat nach dem Zeugniss des Al-Giani, Ibn B&lam, Zemach Daran, u. A. einen Commentar zu Kohelet verfasst, aus welchem sich Citate ausser bei den 2 Erstgenannten auch noch bei Ibn Esra, Salomon b. Melech (im Michlal Jophi) und Kimchi vorfinden. Nun hat der Verfasser eine arabische Uebersetzung des Buches Kohelet, welche er in einigen Handschriften gefunden, aus dem Dunkel ans Licht gezogen, den Text, kritisch gesichtet, edirt und nachgewiesen, dass diese bisher dem Gaon Saadja zugeschriebene Uebersetzung ebenfalls Niemand anders als den genannten Ibn Ghiath zum Autor habe. Hiernach zerfallt die Abhandlung, welche dem arabischen Texte vorangeht in drei Theile. Im ersten Thcilc warnt Verfasser davor, alle arab. Uebersetzungen, welche Saadjanisches Gepräge an sich tragen, ohne direkt als saadjanisch bezeugt zu sein, als,Werke Saadja’8 anzunehmen, da der grösste Theil dieser Litteraturperiode sich an Saadja’s Manieren anschliesst. Dabei weist er auf die Irrthümer hin, welche in früherer und jüngster Zeit gemacht worden sind und kommt dann, nachdem er die ihm zur Benutzung übergebenen Hand Schriften beschrieben und in das rechte Alter- und Beziehungsverhältniss zu einander gebracht hat, noch einmal darauf zurück, dass auch bei der vorliegenden Uebersetzung anfangs ihm sich der Gedanke aufdrängte, sie könnte von Saadja sein. Damit beginnt schon der H. Theil der Arbeit, welche es sich zur Aufgabe stellt, den wahren Autor des arabischen Textes zu ermitteln. Nach Zurück- Weisung der Vermuthufig, dass Saadja der Verfasser der״Ueber8etzung“ wäre, kommt Herr Dr. L.aus inneren Gründen zu dem Resultat, dass diese Uebersetzung von eben demselben Autor herrühren müsse, welcher den arabischen Commentar zu Kohelet geschrieben, der sich in einem der Manuskripte ebenfalls befindet. Als Autor dieses Commentars aber stellt sich nach eingehenden, sorgfältigen Untersuchungen kein andrer als unser Ibn Ghijath heraus. Im IH. Theile erwähnt Verfasser einige sprachl. Eigentümlichkeiten der arabischen Uebersetzung und lässt dann 4 Appendices folgen, von welchen der erste die Textverbesserungen der arab. Version enthält, der zweite die Abweichungen der in den Hand- Schriften befindlichen hebräischen Originaltexte des Buches Kohelet von der gewöhnlichen, masoretischen Ueberlieferung, und der dritte einige Beispiele dafür bringt, dass das Streben des Gleichklangs mit dem hebräischen Texte bei der Uebersetzung zuweilen hervortritt und in dem 4., als dem werthvoUsten, finden sich nach Reihenfolge der Capp. lexicographische, zum Theil sehr interessante, Bemerkungen. Dem arabischen Texte sind mit Sorgfalt die variac lectiones der verschiedenen Handschriften hinzugefügt. Das Wichtigste der ganzen Arbeit ist die Auffindung des nacli vielen Seiten hin 80 interessanten Commentars, welchen der Verfasser, nachdem er schon jetzt die eingehenden Studien dazu gemacht, in nächster Zeit veröffentlichen wird. Der Verfasser hat mit der vorläufigen Edition der Uebersetzung einen guten Griff gethan und hierdurch seine Qualification zur Veröffentlichung des Commentars nach jeder Beziehung erwiesen. M. R. Notizen. Exegetisches. 1. Spr. Sal. 30,28. שממ*ת ist stellio (Sterneidechse), die durch ihre Schnelligkeit und Schleimabsonderung eben so schwer zu greifen, wie festzuhalten ist. תפוש Habac 2.19 ist: umfasst, überzogen, Piel תפש wie (3רוך und “p־Q) umfassen, umschlingen. Ich übersetze: ״Du magst die שמ0ית mit Händen umfassen (umschlingen) und sie ist in Königs-Pallästen.“ Sie bewegst sich so leicht hin und her, aus und ein, als wäre sie in den weitesten Räumen. (הכלי מלך wie דרך המלך und שער המלך>. 2. Ps. 8. 3. אשר gehört zu — תנה,;יסדת fasse ich für Inf. const. 1 רדה. M. 46 und zwar als Gerundium in do T : קצות Hab. 2. 10 (Gesenius Lehrgebäude S. 784) und übersetze: ״Der Du durch das Geben deiner Hoheit über den.gegründet hast“. 3. Ps. 32. 9. Ich leite לדיו von ״ לדהschreiten“ ab. ״Seid nicht wie .... nicht einzusehen, dass mit Zaum und Zügel sein Schreiten zu bändigen sei, damit sie (Zaum nnd Zügel) dir nicht nahen (dir nicht angelegt werden). — ר3י0 מכאובים u. s. w. Bromberg. Gebhardt. 4. lieber den alten Gebrauch der Milchspeisen am Schowuaus schreibt Herr S. im ״Ung. Isr.“: Nach Ruth Rabba 44 starb König David an Azeret (80 wird Schowuos gewöhnlich im Talmud und Midrasch genannt), das auf einen Sabbat fiel. Deutlicher findet sich dieses Geschichtsdatum im Jeruschalmi (cfr. Tossafot Chagiga 17a Schlagwort אף) und lautet: David starb am Azeret^ da waren alle Israeliten אוננים! und es musste die Opferverrichtung auf den kommenden Tag verschoben werden. Nach den Trauergesetzen ist dem אונן das Fleischessen verboten. (Jore Dea 341.) Diesen Voraussetzungen zufolge, ist man zu dem Schlüsse berechtigt, dass zum steten Angedenken an den Sterbetag des Ahnherrn der Davidischen Dynastie es zum Gebrauche erhoben wurde, an diesem Jahrestage sich des Fleischessens zu enthalten. Der Brauch des Verlesens des Buches Ruth, das sich mit der Herkunft Davids befasst, ist wohl auch deshalb an Schowuos eingeführt, um die gebräuchliche Gedenkfeier zu heben. Merkenswerth ist die erste Pfingstenpredigt des Petrus. Fr hielt diese Ansprache am Pentakoste, 50 Tage nach Ostern, also am Schowuos, und da kam dem Apostel die gebräuchliche Gedenkfeier des Davidischen Sterbetages zu Gute, wenn er den Hörem Zurufen konnte: ״Ihr Männer, liebe Brüder, lasst mich frei zu euch sprechen vom Erzvater David. Er ist gestorben und begraben und sein Grab ist bei uns.“ (Apostel- Dynastie der Herodianer, und für die ewige Himmelherrschaft des gekreuzigten Jesu als Sohnes Davids zu lenken. 5. Von dem לר1ך השלם (arach completum) des Rabbiners Dr. Kohut (jetzt in Grosswardein) sind bis jetzt 20 Hefte (4 Abtheüungen) erschienen, und zwar von כ—א. Der fleissige Verf. hat somit den halben Weg auf diesem litterarischen Arbeitsfelde zurückgelegt. Mögen ihm Kraft und Ausdauer sowie die nöthige materielle Unterstützung nicht fehlen, dieses bedeutende Werk zu vollenden! 6. Herr Metzger, Rabbiner von Beifort, lässt den arabischen Text (mit einer Uebersetzung) des Kitäb al-lnme von Ibn Dyanach (die Grammatik) drucken. Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolffj Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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