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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1844-05-22 · No. 21. (22.5.1844) · p. Seite 84

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 21. (22.5.1844)
Date
1844-05-22
Page
Seite 84 (sequence 4)
Language
German
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בארץ מצדים wird gefolgert, Gott Lab« sich Moses «tote * *uaaerhalb der Stadt, auf dem freien Felde, geaffenbert; denn wenn Mosee nicht einmal ein Gebet, das doch minder wichtig gewesen, in der Stadt verrichten , wollte,*) da er fl. M. 9,29 zn Pharao sagte: ״So ich aus der ,Stadt herausgegangen ■ein werde, werde, ich meine Hände ausbreiten (beten) cum Ewigen“, um wie viel weniger wird er der viel wichtigeren Offenbarung Gottes in der Stadt theilheftig geworden sein. ־Warum aber sei er der göttliehen ,Offenbarungen in der Stadt nicht theilhaffcig geworden? Weil sie, die Stadt, voll war von Götter- und Götzenbildern. Die ganze Deutung hatte aber blos ihren Ursprung in dem gegebenen Umstande, dass die Synagogen jener Zeit sich auf dem freien Felde befanden. Sie giebt uns aber auch Aufschluss darüber, warum die Synagogen sich auf dem freien Felde befanden: weil die Städte voll waren von Götzen- und Göttern bildern. Naohdem das Christentbam einer-und derlslam andererseits die Götter aus de n Städten vertrieben hatten, wurden die Synagogen innerhalb der Städte erbaut und nur gelehrte Autoritäten wussten noch zu berichten, dass die Synagogen in der talmodischen Zeit ausserhalb der Städte sich befunden hatten. ~ Goldfahn. Iitteraturbericht, Recension. Frankfurter Babblaeo. Ein Beitrag zur Geschichte der israelitischen Gemeinde in Frankfurt a. M. (IU. Heft) R. Jakob Josua Falk und R. Abraham Lissa. (1740— 1769) von Dr. M. Horovitz, Rabbiner. (Beilage zum Bericht der isr. Beligionsschule). Frankfurt a. M. Commissions-Verlag der Jaeger’schen Buchhandlung. 1834. 101 S. 8*. ' Der Pne Jehoschna — der Eibenschütze’sche Streit! Wer*hat Becht? Herr Dr. Horovitz hat die dem Historiker nothwendige Objectivität streng gewahrt — er' referirt die Zeitstimmen und lässt den Leser sich selbst das ürtheil bilden. Die Verschlingang dieser allgemein wichtigen Angelegenheit mit dem Streite zweier Parteien in der Frankfurter Gemeinde wird nicht allein wichtig für das Geschick des B. Jacob Josua Falk, sondern hat auch eine Neuördnung der Gemeindestatuten zur Folge. Die dazu ernannte.Kommission geht aus einer ,Dreiklassenwahl“ hervor. ״ Die hohe Büchs “ (die zu mehr als 24000 M. Vermögen Eingeschätzten), ״die Mittelbüchs“ (von 9—24000) und die ״Gemeindebüchs“ (soll’s nicht heissen ״Gemeinebüchs — Niedere Büchs“?) (die geringer Veran legten) wählten je 1/s- Die Strenge gegen Bankerotteure, denen die Befähigung, Aemter zu bekleiden, zu Ehren Verrichtungen in der Synagoge zugelassen zu werden, ja selbst das Becht, an Feiertagen einen erschlagen werden, was auch, wie Vera 25 berichtet, geschehen war; so wollte er Pharao zeigen, dass er, Moses, nichts za Archten habe, ihm, Moses, werde anl dem Felde kein Schaden geschehen, wie. denn auch die Kinder Israels vom Hagel verschont 'blieben. *) VgL Medr. Babba zn ILM. 9,29 cap. 12; Tanchama s. II. M. ln, I ed. Stettin S. 206; ed. Ven. folio 30a; Medr. Lekach tobh. z. IL M. 12, 1 zn IL M. 9,29 sagt der Letztere: מלמד שחוצה לעיר היה לו בית תפלה למשה רבינו und zu ilm.5,22 bemerkt derselbe: מקום תפלה היה לו למשה רבינו חוץ ממצרים שנאמר בצאתי את העיר אפרוש את כפי אל ה׳ Vgl. Buber Anm. 25 z. Lekach tobh. IL M. 9,29. weissen Kragen zu tragen", abgesprochen wird, das Zurüokdringea des Rabbiners atu der Gemeinde- Verwaltung und manches Andere ist daraus allgemein interessant. — Treffend und populär gehalten ist auch in diesem Theile die Charakteristik der Werke der bedeutenderen Persönlichkeiten, also hauptsächlich des Pne Joschua.*) Der Eisenmengersche Process — die rabnunschen Streitigkeiten wegen der Neuburg’- sehen Scheidung (der Mann 8011 im Wahnsinn den Soheidebrief gegeben haben) sind die Hanptstücke der zweiten Hälfte des HL Heftes. Den ״Anhang“ bilden einzelne Stücke aus dem Gemeindearchiv, dem Memorbuche und Grabinschriften. Immer deutlicher wird’8, dass der bescheidene Titel dem reichen Inhalte des Werkes, das für die Litteraturgesohiohte der Juden in Deutschland, wie für die Geschichte ihrer Gemeinde- Verfassung bedeutend wird, durchaus nicht entspricht. Zu bedauern ist’s, dass der Verf. nur immer nach Jahresfrist ein weiteres Heft uns bieten will. Doch im langsamen Werden reifet die köstliche Frucht. Coblenz. Lewin. Notizen. l)ms Bibelmanaskript, welches Herr Dr. Harkavy jüngst erworben hat, macht ungeheures Aufsehen. Es besteht aus 51 Abtheilnngen, die nicht zu einer Zeit geschrieben sind. Das Meiste davon scheint in’s 2. nachchristliche Jahrhundert za gehören. Viele Bachstaben haben die im ersten vorchristlichen Jahrhundert Übliche Form. Varianten stehen in Fälle darin. Z. B. Klagelieder 2. 3. אש statt כאש, ib. 4 הציב statt נצב, ib. 7 statt נאר מקדשו steht מנן מקדשו n,18 statt צדו steht צרו — Uria Baschan hat das Manuscript von seinem Vater erhalten, der es vor 30 Jahren aut der Insel Rhodos sich verschallt hat. Marasmen. Meine Ansicht Uber Entstehung dieses räthselhalten Wortes ist folgende: Als der Seefahrer Pinzen 1498 zuerst in die Mündung des Amazonenstromes fahr, soll er ansgerufen haben: ״mare a non? Meer oder nicht?“ Daraus soll Marannon entstanden sein. — Auf ähnliche Weise mag sich das Wort Marannen gehüdet haben. Ich denke mir die Sache so: Der Leibarzt des Königs Don Juan II Joseph Vehinco liest 120,000 flüchtige Juden aas Spanien kommen^ in der Absioht, diese nach 8 Monaten zn Schiffe weiter za bringen. Der Danatisirte Pöbel aber forderte die schleunige Entfernung der Eingewanderten, wohl mit den Worten: mare anon? Meer oder nicht? d h. Werden diese sofort übers Meer gebr&oht oder nicht? — Leider ist ihnen ja die Verzögerung Verhängnis»-- voll genug geworden. Odemheim. D. Reinheimer. *) S. 52 wird eine Bemerkung dieses bedeutenden rabbin. Werkes vom Ende des Tractates Baba Mezia angeführt, welcher wir hiermit weitere Verbreitung sichern möchten: ״Es ist allenthalben bekannt, dass alle Schriften und Werke, wie Talmud, die Decisoren und auch solche Werke, in denen der Aasdruck Akum gebraucht wird, diesen ausschliesslich nur aaf die Völker beziehen, die Akam d. h.‘,עובדי כוכבי מ ומזלות ״Diener der Sterne und Planeten“, waren; die Völker aber, unter, denen wir leben, darunter niemals gemeint waren. Ja, nicht allein, dass es ein schweres Verbot ist, sie zu berauben, ihnen etwas, was ihnen gehört, vorzuenthalten, oder sie zn täuschen: durch Maass, Gewicht und Zahl, nicht allein, dass wir sie inj dieser Beziehung ganz wie Israeliten betrachten müssen, wie schon bei Moses ben Maimon und im Schulchan Aruch geschrieben und ein nnnmatössliches Gesetz ist; sondern noch mehr als das,] es ist unsere Pflicht, stets zu beten für das Wohlergehen der) Regierung and der Fürsten, wie es schon in den Tractaten der] Väter, Abachnitt HI., unsere Weisen gelehrt haben. Und es ist] allgemein bekannt, dass in allen Gemeinden, in denen mein] Wort etwas galt, ich das öffentlich verkündet und in meinen] Predigten eindringlich darauf hingewiesen habe.“ Ulaslnw. Baar od. kleine Raten! Aneric. Harmoniums v. W. Bell ] k&C0.! Weidenslaufer, Berlin JfW. Beste u. bill. Bezugsquelle-] Briefkasten der Ftedaction. Herrn Dr. 8. in 8. Das Buch befindet sich bereits in den] Händen eines Recensenten. — Herr Dr. G. in B. Selbst für] das מעם diesmal noch kein Raum. (Das betr. Inserat erhielten] wir nicht.) — Herr Dr. G, in W, Wir werden von IhrerJ frenndL Erlaubniss im ״Familienblatt“ Gebrauch machen. Verantwortlicher Badacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. WolfL Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzigs

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