Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 19. (8.5.1884)
- Date
- 1884-05-08
- Page
- Seite 76 (sequence 4)
- Language
- German
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76 — 13, 4—8; Micha 6, 4; 7,14; Amos 2,-10; 9, 7; Jesajah 11,15—16; 51,10; 52, 4; Jeremiab 2, 2—3; 6; 10, 14; —״die Hügel mögen deine Stimme hören. Höret, ihr Berge, den 8treit des Ewigen, ihr Biesen, Festen der Erde, denn einen Streit hat der Ewige mit seinem Volke' und mit Israel eine Klage. Mein Volk, was habe ich dir gethan, womit habe ich dich gequält, sage es ans wider mich. Ich habe dich herausgeführt aas Egypten, aus dem Sclavenhause habe ich dich erlöst; vor dir sendete ich Ahron, Mirjam“, — oder gar an die betenden -Worte Jesajah’s denkt (Kap. 63,11 a. s. w.): ״Er gedachte der Tage der Vorzeit, des Mose, seines Volkes. Wo ist er, der sie heraufgeführt vom Meere mit dem Hirten seiner Herde, wo ist er, der gesetzt hat in seihe Mitte seinen heiligen Geist, der geführt hat nach der Rechten Moses deq Arm seiner Pracht, der gespalten das Meer vor ihnen, um sich einen ewigen Namen zu schaffen?“ Wir fragen, kann inan bei solchen Worten glühender Begeisterung auch nur das ftir möglich halten, dass Jemand so spreche, der die Richtung der Propheten vor Hoseah reformiren will, der eine Offenbarung der Wüste nicht kennt? Wenn aber Jeremiah (7,22—23) gegen den Missbrauch .mit Opfern kämpft and sich darauf beruft, dass zur Zeit, als Israel aus Egypten zog, ihnen nicht Opfer, sondern Gehorsam gegen Gott befohlen worden sei, wenn dieser Prophet 'noch deutlicher (Kap. 11, 3 u. s w.) warnend ruft: ״Höret die Worte dieses Bandes and redet zu dem Manne Jebuda’s and den Bewohnern Jerusalems, und rede zu ihnen: 80״ hat der Ewige, der Gott Israels, gesprochen: Verflacht der Mann, der nicht hört die Worte dieses Bandes, die ich ■geboten euren Vätern am Tage, da ich sie herausführte aus dem Lande Egyptens, aus dem Eisenofen und sprach: Höret auf meine Stimme und übet sie ans, ganz wie ich Euch befehle, ihr sollt ־ mir zum Volke sein, ich werde euch zum Gotte sein; ’am auszufiihren den Eid, den ich euren Vätern geschworen, ihnen zu geben das Land, wo Milch und Honig fliesst, noch heute“; da antwortete ich und sprach: Amen, o Ewiger“. Wir tragen wieder: kann man sagen, dass ein solcher Prophet auch nur den 23,7—8; 32,20—23 ausgesprochen. Ebenso wird die Wüstenwanderung in Amos 5U25, Michah 6,4—5; was aber für unsere Frage noch wichtiger ist, die Gesetzgebung in der Wüste durch Mose von Jes. 63,11—17; Jeremiah 7,22—23; 11,3—8; 17,21-27; 19, 5; 31, 32; 34, 12 —14 und das Prophetenthum nach Mose in Jeremiah 7,25; 15,1 in solchen Worten erwähnt und in der Betonung, dass darüber kein Zweifel herrschen kann, dass den genannten Propheten es heiliger Ernst mit der Festhaltung der Thatsachen war, welche Maybaum in Abrede stellt. Doch es lohnt sich, einzelne Prophetenstellen näher anzusehen. Wenn Hoseah sagt (12, 14): בנביא העיחד י־׳י את ישראל ממצרים ובנביא נשמר, wenn er in Kap. 13,4 ff. sagt: ״Ich bin der Ewige, Dein Gott, vom Lande Egypten, upd einen Gott ausser mir sollst du nicht anerkennen, ein Retter ist nicht ausser mir. Ich habe dich gekannt in der Wüste, in dem Lande der Qualen. Aber als sie Weide fanden, _ wurden sie satt, und als sie satt waren, hob sich ihr Herz, und so haben sie.mich vergessen“; oder wenn Jeremia (2, 2 ff.) so süss klagt: ״Also spricht der Ewige: Ich gedenke dir die Huld deiner Jugend, die Liebe deiner Brautzeit, als du mir nachwandeltest in der Wüste, in einem Lande, das nicht besäet wurde. Ein Heiligthum ward Israel dem Ewigen, der Anfang seines Ertrages, alle, die es aufzehren, werden zu Schanden, Unglück kommt über sie, ist der Spruch des Ewigen.“ Aber noch mehr, wenn man Michah reden hört (Kap. 6): ״ Höret doch, was der Ewige sagt: Auf, streite mit den Bergen und leisesten Zweifel an der ▼ollen Wahrheit des genannten Bundes hatte? Deutlich erklärt derselbe Prophet (7, 28): מצרים דד היום תה pלמן 1היום אשר ■צאו אבותיכם מא ואשלח אליכם את כל עבדי הנביאים יום השכם ושלח. Nun, was soll jetzt die Hypothese mit der dunklen, heidnischen, ׳ bilderdienenden, vorsamuelischeu Zeit? Man lese auch noch des Verf. ürtheil über Urim und Tumim und vergleiche die Stellen im 2. Sam. 5, 23; man lese sein Urtheil über Ephod (S. 26). Man denke daran, dass es dem Verfasser möglich erscheint, dass der Ephod ursprünglich Götzenkleid war und :— nach Beseitigung des Götzendienstes — dem Hohenpriester als Ehrenkleid gegeben wurde; ein Widersprach der tollsten Art ist die Benutzung von Sam. I 15,23. Wie Eiiah zu einem Verehrer des Bilderdienstes־ gemacht wird, ist ein litterarisches Gaukelstück (S. 38). Doch wozu noch weiter gehen. Was Herr Maybäum, der fleissige Leser Wellhausens*), sagt, ist — vou unserem rechtgläubigen Standpunkt aus — moderne Mantik. Kroner-Erfurt. *) Nicht in Wellhausen, wohl aber in Eduard v. Hartmann’s: Das religiöse Bewustseiu der Menschheit im Stutengang seiner Entwicklung — haben wir vor längerer Zeit auch die ן beiden Grundirrthümer des Maybaum’schen Buches angedeutet getunden nämlich: die Herleitung des Prophetenthums, dieser! grössten Erscheinung in der Geschichte Israels, aus der Wahr-'] sagerei, und den Zweifel an die geschichtliche Existenz Mose’s, des | grössten aller Propheten, als einer erst später construirten Ideal- ] gestalt eines urthümlich’en Propheten Das heisst denn doch ן bei aller Anerkennung des Prinzips der freien Forschung auch für Rabbiner — die radikale Hyperkritik aut' die schwindeligste I Spitze treiben. (Red.) Notizen. 1. Herr Dr. S. Mandelkern in Leipzig versendet einen i Prospect, in welchem er die Grundzüge seiner neu bearbeiteten hebr.-chaldäischen Bibel-Goncorclanz und die Abweichungen oder Verbesserungen anzeigt, welche er Fürst und Baer gegenüber] angebracht hat. Irrthümer sollen verbessert, die Citate dem | leichteren Verständnisse bequemer und exakter angeführt und | die vielen fortgelassenen Worte (Eigennamen, nur einmal Vor- J kommendes und Partikeln) aufgenommen werden Mehr als I 5000 Lücken hat Herr M in Fürst und Baer gefunden und! ausgefüllt. Alle die 10 Gutachten (Fleischer, Delitzsch an der! Spitze, von Juden, Steinthal, Goldschmidt, Cassel, Frankl) rühmen j den Fleiss, die Akribie der Arbeit und verheissen dem Verleger! Ruhm und goldene Ernte. Wir schliessen uns dem Wunsche,! dass der Arbeit bald der Lohn und dem Verf. die Freudei werden möge, sein Werk in würdiger Ausstattung veröffentlicht■ ן zu sehen, von Herzen an. 2. In der Academie der Inschriften hat Herr O pp er t eine! Keilinschrift vorgezeigt, welche das Vorhandensein königlicher■ 1 Dynasten in Chaldaea vor mehr als 6400 Jahre bezeugt. Diel Sprache bildet die Formen durch Silbenansetzungen. Darau*| schlie88t der gelehrte Akademiker, dass die Ureinwohner■ 1 Chaldaea’s Finnen oder Kimmerier, Stammesgenossen der! Ungarn, gewesen sind. 3. Zu der Notiz des Dr. Duschak in No. IS des Litteratup blattes diene die Hinweisung, dass schon רמ״בן im 6פר המצית שרש א' gegen die betreffende Ansicht ,des 3דמ״ב sich ausser Ausführlicher noch spricht darüber!רש״ננזן in זשייבין חלק בי שאלה נא, welcher ,jedoch bemerkt, dass in dem ihm vor■ liegenden Buche des רמ״בם die Worte לד שתצא נפשו gar nichfl stehen. Ebenso sprechen sich eingehend über jene Ansicht de רמ״בם aus, ר׳ין zu כתובות פ״ד und פרי חדש zum ו״ח ה״ פסח פ' ת״דא Rabbiner Brann-Schneidemühl. Berichtigung. In dem Art.: Zur Gesch. d. Juden iaj Odernheim (No. 15—16) muss es zu Anfang heissen: In der vö dem hies. kathol. Pfarrer kürzlich herausgegebenen u. 3. w. - In derselben. No. ist die Unterschrift ״Rothschild-Alzey“ unti Notiz 2 zu setzen, da beide Notizen (1 and 2) denselb« Verfasser haben. :JUdacteor Dr. Bahmer, Magdabnrg. Druck ▼ouD. jUWolff, Magdeburg. Verlag vonRobarp F r je י e, Leipzig^