Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 19. (8.5.1884)
- Date
- 1884-05-08
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Xmr Iteleurhtui't; aller Judentha»1 and Jadea betreffenden lltterarinchen Kr• tekeinangen auf dem (;*biete der Philo• Mopble, tieerhiehfe, Ktlinuprapliie, Theo• lOfie, Orleatalia, KxeK*a*. llomMetlk. Mtur^Ik, ridaifopik. Herausgegeben VOD Rabbiner l>r. Moritz Rahmer. SlCacj Sc 8. 0Roi 1SS4. Ricl1er41erel11BchIagigeB Mtterjunr,welche der kedat-tioa xa!reaaadt werde■, Badea ia diMta Blatte eingehende Beapreehaaf . Bei Rintendiiit ron awei Reeeaaiaa•• Kxemplarea erfolgt einmalige harte Oratii'lHHrtion» Das ״JtldUche Litttratur•Blatt« erscheint w Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Marl; allen Postanstaaten und Buchhandlungen 8 Hark kostet] 25 Pf« für die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit 16 MC* Buchhändler, welche direct oder durch Roh chentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen Buchhandlungeix (in . Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei ' .) erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blattw gratis. —Inserate werden mit Mark, berechnet und sind an die Expedition dieses Blattes zu senden ert Friese in Leipzig Inserate einsenden, erhalten 25 jC Rabatt. *98 In halt: Wiss ensch at’tl iche Aufsätze: Aus dem socialei im jüdischen Alterthum. (Fortsetz) — Justus’ Jude Beleuchtet von Dr. A. Lew in, Coblenz. (Fortsetz. Erklärung biblischer Eigennamen. Von H. S. Hei Litteraturbericht: Recension: Dr. Siegmund Ma Die Entwickelung des israel. Prophetenthums. (S! Notizen. — Berichtigung. Nachdruck nur mit ■voller Quellenangabe gestatte Aus dem socialen Leben im jüdischen Alterthum. (Fortsetzung.)! Dieselben Fundamente gesellschaftliche^■ Einrichtung treffen wir bei der arischen Rasse, hämlich bei den Indern. Wir sehen auch hier dieselbe Erstarrung des frisch strömenden Volkslebens zq einem bewegungslosen Gebilde ״ständischer Gliederung“. Dies lag schon im Wesen des Brahmaismus, welcher jeder frohen Gemüthswallung, jeder, freien Entfaltung der Volkskraft feindlich gegenübertrat. Ja die Hastenabschliessung war hier noch weit consequenter durchgeführt, als in Egypten. Sie bildete die unverrückbare Grundlage alles socialen Lebens und ertödtete im Volke vollends jede Regung des Menschenbpwnsstseins. Wenn die Brahmanen lehrten, Erahn a habe sie zuerst aus seinem Munde hervorgehen lassen, dann die Krieger aus seinen Armen, darauf die Ackerbauer aus seinen Schenkeln, endlich die unreine Ksste der Qndra aus seinen Füssen; so veranschaulicht dies in greller Weise den Umriss des eigenartigen Staatsbaues wovon noch überdies die Apotheose des Königtums Schlussstein und Krönung bildete. Auch däs Auftreten Buddha’s, dieses Heilands des indischen;Volkes, vermochte an seinem Schicksal nichts zu ändert, denn es fehlte seiner sonst gesunden Lehre an einiem ge- Sunden, zum werkthätigen Handeln anspornenden Kern. Sein äusseres Auftreten ermangelte auqh jener Thatkraft, welche eine gründlichen Erschütterung des so festgefügten Staats Wesens, wie er es vorfanq, hätte bewirken können und eben in dem Abgang^ dieser Eigenschaft-Giegt auch die Ursache des endlichen .Unterliegens des Buddhaismus auf socialem Gebiete. Was die Lehre Buddixa’s, soweit solche dasl sociale J'sben behandelt, betrifft, sticht solche ' ־ ־i■ k. —— wohltimend von jener der Brahmanen ab. Sie ermahnt zur Wöhlthätigkeit gegen Arme, zur milden Behändlung der Diener und Untergebenen und überhaupt zu Werken der Barmherzigkeit gegen alle Menschen ohne Unterschied des Standes. Kann geleugnet werden, dass diesen Ermahnungen die Idee von der Gleichheit aller Menschen zu Grande liegt? Gleichwohl drängt sich die Frage auf, wie Buddha sich diese Gleichheit vorstellte und welche Schlussfolgerungen er hiervon׳* auf das practische Leben zog. Manche Sprüdhe und Sentenzen des Lehrers mögen darüber Ausschluss geben. Dieselben beleuchten gewissermassen d en Kern welcher im Wesen Buddha’s verborgen lag And aus dem sich die Principien seines Lehrens und Wirkens naturgemäss entwickelten. Die Quintessenz der bje regten^ Sprüche lassen sich etwa in folgender Weise zusammenfassen : Die Erde sei ein Jammerthal, eine ״Majäse von Schmerzen“, die Menschenkinder wohnen auf demselben gleichsam wie in Kerkerzellen und harren schme chtend des Augenblicks der Erlösung. Also nicht die Gleichheit aller Menschen im wirkenden und genies senden Leben, nicht die Gleichheit persönlicher Würde schwebte Buddha vor, sondern die Gleichheit des Elends, des ־ Todes. Ja, der Tod, dieser unerbittliche Gleichmacher aller Menschen, war Buddha Vorbild und Ziel1 in all seinen Lebensäusserungen. Der Buddhaismus verhält sich zum Mosaismus wie Nichtsein zum Sein, wie Tod zum Leben! . | Entsprechend seiner Grundidee suchte Buddha die Kluft zwischen Reich und Arm dadurch iuszufüllen, dass er die Reichen ermahnte, freiwillig ihren irdischen Besitztümern zu entsagen und alles aus ihrer Lebenssphäre zu bannen, was das Dasein verschönert und begehrenswert macht. Sie sollten ihre Prachtgewänder ablegen und in Lumpen gehüllt und Almosen heischend ein entbehrungsvolles Leben fahren. Mit einem Worte: Buddha erblickte die Heilung der socialen Uebel in der völligen Beseitigung des Reichthums und strebte danach, diesen ip den!Staub des Elends herabzuziehen. Man halte diesem!Gedanken die Worte des Psalmisten entgegen, Reiche im wahren Geiste des Mosaismus gesprochen,ן eine Fülle von Hoflhungs-i und Lebenafreu&gke