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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-04-17 · No. 17. (17.4.1884) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 17. (17.4.1884)
Date
1884-04-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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52JZ1 Jüdisches Jahrg: XUI: Litteratur-BlattJ Herausgegeben Bieter dereinseh]igi5eaLItteratar,w«lel1e von der Redwttoi ngeMRdt werde■ , Anden Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. 1־ -n«״ ״!.tue1־*eh.»d«B״PrKh״g. Bel Eiimdang re■ zwei ReeeninoB•• I _ . 1 Exemplare■ erfolgt einmalige karse öica^oevwt^, 17 clpti-f 1884. j Or»tU-InMrtio». Das »Jüdische Litteratur-Biatt« erscheint Wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Postanst&lten und Buchhandlungen 8 Mark kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratur-Bl4tt“ gratis. — Ingerate werden mit 86 Pf. für die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit 16 Mark, berechnet und sind an die Expedition dieses Blattes zu senden DV Buchhändler, welche direct oder durch Robert Friese in Leipzig Inserate ein senden, erhalten -5 Rabatt. *Ml In 11 alt: Zar Beleuchtung aller Jndentbnm und Jade■ betreffenden lltterarlsehen Er• «ehelnnngen auf dem (jebiete der Philo• nopble, Geschichte, Ethnographie, Theo• logle, Orientalin, Exegese, Homiletik« Lltnrglk, Pädagogik. Wissenschaftliche Aufsätze: Noch ein Wort! an Herrn Prof. Nestle. Von Landrabbiner Dr. Guttmann, Hildesheim. Nachbemerkung der Redaction. — Justus’ Juden- Spiegel. Beleuchtet von Dr. A. Lew in, Coblenzj (Fortsetz.) Litteraturbericht: Recensionen. — Dr. Siegmind Maybäum. Die Entwicklung des israelitischen jPropbetenthums. (Fortsetzung.) — Schur, W. Das Morgenland (הקדם px> Nachdruck nur mit T7־oller Quellenangab* gestattet. Noch ein Wort an Herrn Prof. Nestle. # Geehrter Herr Redakteur! Aus der Veröffentlichuug des Professors Dr. Nestle in No. 14 des ״Jüdisehen Litteraturblattes“ ersehe ich, dass dieser Herr ztl den Lesern Ihres Blattes gehört. Ich nehme daher Ihre Gastfreundschaft für einige Zeilen in Anspruch, um auf diesem Wege ein Wort in der Herztfeld’schen Angelegenheit zu richten. Was mich dazu veranlasst, ist der Umstand, dass es leider mir Vorbehalten war, den inzwischen heimgegangenen Professor Dr. Herzfeld mit jenem Elaborat bekannt zu machen, das dem verehrten Manne noch auf seinem letzten Schmerzenslager eine so tiefe Kränkung bereitet hat. Als ich die Recension des Herrn Nestle gelesen hatte, fühlte ich mich durch die geradezu unerhörte Beihandlung, die hier einem so ehrwürdigen und hochverdienten Gelehrten widerfahren war, auf das Tiefste beschämt, und darum bat ich Herrn Prot. Herzfeld, nicht so wohl um seiner eigenen Ehre willen, die von einem solchen Angriff nicht getroffen werden kannte, als vielmehr aus Achtung vor der Wissenschaft^ die man nicht ungestraft durch ein derartiges Gebahren sollte entweihen dürfen, den Recensenten in der ihm gebührenden Weise abzufertigen. Hätte ich; gewusst, wie schwer Prof. Herzfeld damals bereits damiederlag, so würde ich ihn selbstverständlich nicht noch mit dieser Angelegenheit belästigt haben. Wenn ich jedoch die Briefe der Oefifentlichkeit übergeben würde, welche der schwer kranke Mann in Folge dessen an mich gerichtet hat, vielleicht würde selbst Herr Nestle die Ueberzeugung gewinnen, dass der Ton, in welchem seine Recension gehalten war, an dem Seelenadel und der vornehmen Gesinnung dieses Gelehrigen machtlos abprallen musste. Auf den Wunsch Hqrzfeld’s, ich möchte, wenn ich um der Sache willen Öinje Erwiderung für nothwendig erachtete, mit Rücksicht auf seinen leidenden Zustand für ihn in die Schranken treten, wandte ich mich dieserhalb an Herrn;Professor Zamcke, ohsohon ich mir von vornherein von diesem Schritte keinen Erfolg versprach, da nach dem iiu ״Centralblatt“ üblichen Verfahren eine Antikritik nur von dem Autor selbst und nicht von einem Dritten ausgehen konnte. Wenn Herr Prof. Zamcke, indem er mein Anerbieten in zwar verbindlicher Form, aber mit Entschiedenheit ablehnte, bei dieser Gelegenheit das Verfahren des Recensenten zu rechtfertigen versucht hat, so nehme ich an, er habe dies mehr in seiner Eigenschaft als Redaktear gethan, als dass er sich mit der in der Recension hervorgetretenen Gesinnung habe identificiren wollen. Und nun noch ein Wort an Herrn Professor Nestle. Herzfeld hat 'in seinem letzten Buche allerdings ein Gebiet betreten, anf dem er sich bis dahin schriftstellerisch noch nicht versucht hatte. Wer jedoch die wissenschaftliche Thätigkeit Herzfeld s auch nur einigermassen kennt, der wird diesem Gelehrten Alles eher Zutrauen als eine solch bodenlose Leichtfertigkeit, wie sie ihm von dem Recensenten zum Vorwurf gemacht wird. Ich דיי.'! den Werth oder Unwerth dieser letzten wissenschaftlichen Leistung aber ganz hei Seite lassen. Angenommen, das Buch sei wirklich so verfehlt gewesen, wie es der Recensent darstellt. Wie kam aber Herr Nestle dazu, bei der Besprechung eines von Herzfeld geschriebenen Buches ein Klagelied darüber anzustimmen, dass die deutschen Universitäten sich 80 tief erniedrigten, an hergelaufene jüdische Jünglinge aus dem Osten Doktordiplome zu vertheilen? Anf dem Titelblatt des Buches wird als Verfasser der Braunschweiger Landesrabbiner Profe 8 8 o r Dr. Herzfeld genannt. Hat Herr Nestle nnter den Rabbinercandidaten, deren cürriculum vitae er corrigirt haben will, auch schon Jünglinge angetroffen, die berechtigt waren, den Titel eines Professors zu führen? Und bevor ihm jenes Buch zur Recension zugesandt wurde, hatte Herr Nestle von der Existenz eines Herzfeld noch nie Etwas gehört? Nun, mit welchem Ausdrucke würde Herr Nestle einen Semiten kennzeichnen, wenn derselbe die Verwegenheit hätte, an dem Buche eines Mannes, der seit fast einem halben Jahrhundert wissenschaftlich thätig war und eine Reihe hervorragender Bücher veröffentlicht hat, wissenschaftliche Kritik zu üben, ohne auch nur eine Ahnung davon zu haben, ,dass dieser Mann aach sonst schon Etwas geleistet habe? Wer einen Herzfeld für einen hergelaufenen jüdischen Jüngling aus dem Osten nimmt, ist der berufen, auf dem Ge- biete der orientalischen Wissenschaft Recensionen za schreiben? Oder war Herrn Nestle der Name Herzfeld’s doch nicht7so ganz unbekannt? Und dennoch hat er es über mcKgehracht, einem vierundsiebenzigjährigen Greise gegenüber, der im Dienste der Wissenschaft

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