Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-02-28 · No. 9. (28.2.1884) · p. Seite 36

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 9. (28.2.1884)
Date
1884-02-28
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/6492408-6488249-8756116--0339-4855709
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

TV ■י "יי ־י«,- ■jpw. 1יח.»יו8ןו^ ▼יי׳ וןיז 88 — ►?ר־"־ wmdea, .sie heiseen xpoyaaCea, xpa/rcrca. Ausserdem ist M fraglich, ob . das gerade die Mode der eleganten Frauenwelt sein könnte, dnrch Holasohnbe grösser an erscheinen. Vielleicht ist hier an xpipac an denken. ftrm|5 würde ja aach sehr nahe liegen, und das be- ^־deutet ,dicke Sohlen“. S. 104, Z. 14 ,Nach R. Me'ir ist das Wort סורו das griechische aupeiv, aiehen, schleppen“. Nach Dr. Först’8 Bemerkung 8011 es ,Sirenen“, nach den nachträglichen Bemerkungen desselben gleich oapov, (oapov in der Bedeutung ,Schmutz“) au nehmen sein. Da der Midrasch hier die Bestrafung der koketten ־Frauen durch ekelhaften Bluterguss erweisen will, so ist sicher die Deutung von Wünsche ganz unpassend; die von Sachs trifft auch, wie Fürst annimmt, das Nichtige nicht; denn eine Sirene ist eine gefahrvolle Frauengestalt; hier handelt es sich aber um eine Ekel erregende. Wenn oapov ,Schmutz“ bedeutete, wäre diese Deutung allerdings eine passendere. Aber in den mir zu (Jebote stehenden Lexicis findet sich dieses Wort mit solcher Bedeutung nicht. Vielleicht dürfte hier noch eine neue Deutung voTgebracbt werden. Da der Midrasch in סורו eine Anspielung auf den anekelnden Bluterguss sehen will, so liegt es nahe, an aupporj ,Zusammenfluss, Ergpss“ zu denken. S. 105, Z. 1 tl Z. 14, Hier ist eine Uebersetzung an falsche Stelle gekommen. S. 110,־Z. 14 ״ich hatte kein Wohlgefallen an ihren Sünden*.- Text: ולא צמתי□ בעונות, es muss heissen: und ioh habe sie nicht leiden lassen ob der Sünden (eig. wörtlich: ich habe sie nicht anschwellen lassen, oder belasten,). Das. Z. 13 ist ״über ihn“ zu streichen. S. 113, Z. 9 ״wird das Land verflucht?“ Das ist keine Frage, sondern eine volle Behauptung. S. 119, Z. 16 ״zogst du sie gross“ (Jes. 17,11) Bibeivers בעם נמעך תשבשני. Es ist völlig Unverstandlichy-wie Ver£ diesen Vers so übersetzen konnte. Es ■ ist weder der einfache, noch der midraschische Sinn. Der Midrasch will sagen, dass Israel aus einer edlen Pflanzung frühzeitig eine verderbte geworden ist und übersetzt: ״an dem Tage, da man dich pflanzte, triebest - du Windungen“, das heisst, du gingst nicht den Seraden, sondern den krummen Weg, du machtest ich zu Schlacken. An beide Bedeutungen erinnert תשנשני durch סינים u.שנישתון אורחא. Das. Z. 19 Auch ist פסולת nicht mit ״Auswurf“ zu übersetzen, sondern ״Abfall“, Werthloses. S. 120, Z. 20 der Bibeivers Num. 5,1 ist irrig übersetzt. וישלחן ist dort nicht Imperfectum, sondern imperativisches Futur. Das. Z. 10 u. 14 v. u. ״Hi© Plagen kommen“ ist nicht richtig. ״Die Plagen kamen.“ S. 121, Z. 23 ״Gott aber heilt nicht mit“ ist nicht richtig; es muss heissen: Gott heilt mit. Die wenigen Beispiele sollen nur zeigen, dass eine noch genauere Durchsicht anzuratben wäre; sie würde den Werth der schätzbaren, trefflichen Arbeit nur noch steigern. Möge es dem Verfasser vergönnt sein, sein grosses Werk zu vollenden.» Erfurt. Kroner. Blumenstein, Dr. J., Rabbiner in Luxembourg. Die verschiedenen Eidesarten nach mosaisch-talmudischem Rechte und die Fälle ihrer Anwendung. J. Kauffmann, Frankfurt a. M. 1884. Eine sehr fleissige Arbeit, in welcher Verfasser genaue Kenntniss der Originalquellen und der einschlägigen Litteratur bekundet. Der Stoff ist übersichtlich und klar geordnet und jeder Satz durch Quellen belegt. Er-wird in vier Kapitel zerlegt. Im ersten bespricht Verfasser einleitend die biblischen Stellen über den Eid. Im zweiten Kapitel werden die Eidesarten des mosaisch-talmudischen Rechtes attfgezählt und z. A Allgemeine Characteristik des biblisohen Eides, B. Fälle seiner Anwendung, C. Eidesanschiebung, D. Eideshinüberschiebung. Das dritte Kapitel handelt vom mischnisohen Eid. A. Allgemeine Characteristik desselben, B. Fälle seiner Anwendung, C. Eidesan- Schiebung, D. Eideshinüberschiebung desselben. Das vierte Kapitel behandelt den rabbinisohen Eid in ähnlioher Weise wie die früheren Kapitel. Möge der Verfasser durch weitere Arbeiten auf diesem Gebiete das Talmudstudium fordern. Die Ausstattung ist sehr gut. Notizen. 1. Herr D־ Gebhard glaubt, dass die Erklärung zu קריה נאמנה in Paeikta Echa und Jalkut zu Jes. 1,21 aus מרבניתא in מרבבתא corrumpirt sei, beeinflusst durch Jalkut zu Jes. 20,1. Diese let tere Stelle ist selbst corrumpirt aus מערבבתא, wie es in der Originalstelle (Eingang zu Echa rabbathi, auch von Herrn Dr. G. citirt) lautet. Auch im Thargum ist eine Corruption, nämlich קרתא משבחתא statt מעדבבתא. Auch kann nicht zugegeben werden, dass das Passivem נאמן wie אמון oder אומן als ״Erzieher“ erklärt werden könne. Es müssten, um dies Bedenken zu heben, andere unzweifelhaft sichere Stellen nachgewiesen werden, wo נאמן in dieser Weise vom Midrasch erklärt wäre. Vermehrt wird das Bedenken ge;en Beeinflussung unserer Stelle dnrch die corrampirte Jalkutstelle und gegen die Erklärnng von נאמנה durch מרבניתא, wenn man erwägt, dass hier ja קרתא חדתא zuerst steht, und dann erst מבר כתא ‘p (oder מרבבתא). Nun ist aber חדיתא 'p hier als Erklärung von קריה נאמנה völlig unpassend: man 1kann also auch nicht חדתא in חדיתא ändern, und somit ist auch מרבבתא oder מרבניתא nicht Erklärung von קריה נאמנה, Der Aggadist will in unserer Stelle gar nicht eine Erklärung der Textworte geben, ebensowenig wie z. B. R. Abahu (in Megilla 6a) mit den Worten עקרק תעקרס זו קסרי בת אדום) das Textwort כקרח mit קסרי erklären wül. Hier, wie dort vielmehr, wollen die aggadischen Worte nur sagen, dass das vom Propheten über die betreffende Stadt gefällte Urtheil auf eine, andere anzuwenden sei (Jes. 1,21 auf Neapolis, die Segensstadt; in Zephania 2,4 auf das römische Cäparea). Fürst. 2. Es scheint mir doch am einfachsten, die vielbesprochene Pesiktastelle zu Jes. 1,21 dem Sinne des Jesajas-Verses entsprechend auf Jerusalem zu beziehen Jerusalem bestand zuletzt aus zwei Haupttheilen: Altstadt und Neustadt. Letztere insonders war mit einem ausserordentlichen Festungswerk versehen, wie Josephus (Jüd. Kr. I 5,4) erzählt Demnach wäre 'קריה נאמנ die ״festbegründete Stadt“ (in diesem Sinne kommt das Wort נאמן häufig in der Bibel vor und die Pesikta,) die den Fall Jerusalems eindrucksvoll schildern will, hebt eben besonders hervor: קי חדתא die Neustadt und fügt hinzu ק־ מברכתא wie sie die Araber heute noch nennen ״Kode Mobarek“ Heilige, Gesegnete. S. Spinner -Tarnow. 3• שער &ls ״Gerichtsstätte“. Schon früher habe ich nachgewiesen, dass darunter nicht das Stadtthor zu verstehen sei, sondern der königliche Palast oder das Stadt- (Rath-) Haus, welche die Räumlichkeiten zu Gerichtsstätten enthielten, oder ein besonderer Justizpalast, welcher dazu diente. Solche öffentliehe Gebäulichkeiten hatten hohe Eingangspforten, welche sie von anderen Privatbauten unterschieden. Daher heute noch die Bezeichnung ״Hohe Pforte“ für den Palast des Sultans in Constantinopel, und daher die Bezeichnung השער in der Bibel, ״die Pforte“ , für Gerichtsstätten. Wir finden die Bestätigung dieser Ansicht in einer neuen Beschreibung der Alhambra, jenes alten, maurischen Schlosses bei Granada, bei Gelegenheit des Kronprinzlichen Besuchs. Da heisst es: Zuerst stossen wir auf das Eingangsthor, die puorta de la Justicia. Unter diesem Bogen, der eine kleine Halle bildet, wurde nach orientalischer Sitte Recht gesprochen. Daher die Bezeichnung. Ein zweites Thor führt erst in das Innere des Schlosses und lässt uns zunächst einen geräumigen Hof und dann erst das eigentliche Schloss erblicken. Dr. Rothschild-Alzey Pl&nlnos. Billig! Baar oder kleine Raten. Weidesglaafer, Berlin.VW. Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.