Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 8. (21.2.1884)
- Date
- 1884-02-21
- Page
- Seite 31 (sequence 3)
- Language
- German
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'piPinRiV»•. jä קי"■ r ■^f!«T7־־Jl. M IJJIIJ,זע '»ך■*•. .׳■*»! ״»■ Upf.lP'1 31 — sie nun sprechen (Ex. 3,13) wie ist sein Name?“ antwortete ihm Gott:?מה להם ךבקש מה שלא יוכלו לחשיגו ״Was haben sie nach etwas zu fragep, was sie doch nicht erfassen können?“ אך אקר להם אהיה ופירושו אשר אהיה *הטעם הנמצא אשר אמצא להם בעת שיבקשוני. Sage ihnen nur: אהיה ״ich bin“ erklärt durch: ״ אשר אהיהder ich hin“, das heisst der Seiende, der für sie da sein wird, wenn sie müjh suchen werden. ״Der Thalm. (Berachotl) 9b)fasst die Stelle 'אהי' אשר אהי ebenfalls also auf: ]אמר ליה הקב״ה ל!משה לך אמור להם לישראל אני הייתי עמכם כשעבוד (ה ואני אהיה עמכם כשעבוד מלכיות אמר לפניו רבש׳־ע דוה לצרה בשעתה א״ל הקב״ה לך אמ־ר להם אהיה שלחני אליכם. Gott sprach zu Moses: Gehe u. sage zu den Israeliten: ״ich war/mit euch in dieser Knechtschaft unjd werde mit euch sein in jeder von anderen Königen eüch einst aufzuerlegenden Knechtschaft. Da sagte Mosps: Herr der Welt! Es ist hinreichend (zu beklagen) in der Zeit des Leidens (wenn es wirklich vorhanden ist)“ worauf der Heilige, gepriesen sei er. erwiderte: ״gehe, sage ihnen, der Seiende schickt mich zu euch“. Dieses ist anch im Context ganz begründet. Moses soll zu den Israeliten sprechen: ״der Ewige, der Gott eurer Väter, der seine, besondere Fürsorge für das auserkorne Volk stets den Vorfahren gezeigt hat, und der in dieser seiner Eigenschaft derselbe unveränderlich sein wird, hat mich zu euch gesandt, das allein ist der grösste Beweis dafür, dass esEin^n giebt, zu dem sie das vollständige Vertrauen bei der} grossen vor der Thüre stehenden Katastrophe des Auszuges und in der Zukunft haben sollten und mussten. 10. ״ אמיץStarker, Gewaltiger.“ Nach Job. 9, 4 ״ הכם לכב ואמיץ כחweisen Sinnes und starker Kraft“. Das. 19 ״^ אם לכה אמיץ הנהKommt’s auf Kraft an. Er ist mächtig“. Auch Jes. 40, 26. j 11. ״ אמתDie Wahrhaftigkeit.“ Zuvörderst die, wonach Gott das ist, als was er sich öffenbart. Jerem. 10, 10. ״ י־־* אלהים אמתAber der E^ige, ist Gott der Wahrheit.“ Gottes Aussprüche,! Gebote, Gesetze, Rechte und Anordnungen enthalten Wahrheit; Alles was er über die Zukunft verkündet, trifft] wirklich ein. 2. Sam. 7,28: ״ ודברך יהי אמתUnd Deitje Worte werden Wahrheit“. Ps. 119,151: וכל מצותך אמת! Das.100: ״ ראש דברך אמתDein erstes Wort war Wahrheit.“ Denn als treu, d. h. diejenige Verlässlichkeit], welche das Verheissene hält, sogar die Drohworte erfüllt, nennt Moses ihn: 2. B. M. 34,6: ורב חסד ואמת. AuetyPs. 31,6 heisst er ״ .אל אמתGott der Wahrheit“. (Fortsetzung folgt.) Collectanea. \ on Dr. Kroner, Rabb. in Brandenburg a. dl H. XV,; אסטרקליל. Die in den Nrn. 48 und 50 v. J. enthaltenen Erklärungen dieses Wortgebildes zeigen mancherlei anfechtbare Punkte. ' Die Alten, auch wenn sie nicht wie Mordechai am Hofe verkehrt haben, wichen jedem!דבר מגונזן ängstlich aus; und Mordechai sollte ״eine )Urkunde, mit Unrath geschrieben“, noch bei und an sich getragen haben? — Ferner: sollte Haman, de!! Königs alter ego, sein Sklavenmerkmal selbst zur Schau getragen haben? Nach unserm Dafürhalten ist אסטרקליל aus אפטר אפתי") und קליל zusammengesetzt und als )leichter St ater zu fassen. S. Aruch 8. v. אסתרא, woi bemerkt wird:יש אמתלא סורסיא פי׳ סלע של אותו מקום שהן קלים Auch im griechischen Schriftthum finden wir!zweierlei Stater: Silber- und Goldstater. In der talmudischen Chirurgie kommt ein Mittel gegen eine Wunde an der Fusssohle vor, unter der Benennung אסתירא דצוניתא. Vide Ketub. 93 b; der Sabb. 65 a angeführte mischnische Satz: יוצאה בסלע שעל הצינית wird das. von der Gemara also erklärt: Man darf am Sabbath mit einer Münze, welche auf einer an der Fusssohle befindlichen Wunde. aufliegt, ausgehen. Diese Münze soll wegen ihrer drei Eigenschäften, nämlich der Märte (zum Schutz der offenen Wunde), des Oxydirens und des Gepräges heilsame Wirkung üben. Raschi zu Ketub. 1. 0. Stichw. אסתירא דצוניתא erklärt: *שנפסלה המטבע ואין יוצאת כהוצאה ומי שיש לו מכה בפיסת רגליו וב׳. Es dürfte sich sonach folgender Sinn der qu. Targumstelle ergeben: Als Haman in seinem Hochmuth die Kniebeugüng Mordechai’s erwartete, da streckte dieser seinen rechten Fuss hin und zeigte dem Haman den betreffenden Kaufvermerk, der au^ dem Kleinstater, welcher auf der Fusssohle des Mordechai gegenüber dem Knie lag, geschrieben war. Schreiben heisst hier selbstverständlich so viel wie eingraviren, einstechen (מכתב חדות). Dem etwaigen Einwande bezüglich der kleinen Schreibfläche eines Stater ist leicht zu begegnen: zu jenem Kaufvermerk genügten ja schon die drei Worte ״Haman, Sklave Mordechai’s“. Es war in der That eine arge Demüthigung für den Emporkömmling Haman, den sein früheres Sklavenverhältniss bekundenden Vermerk, und zwar auf einer abgerufenen Münze zu erblicken, die sein ehemaliger Gebieter Mordechai benutzte, weil bei dem geringen Preis (טולמא דלחומא) des Sklaven Haman es sich nicht lohnte, ein Stück Pergament oder ähnliches Schreibmaterial zu verwenden. — Das Hinstrecken des Fusses erinnert übrigens an das biblische הדביר תחת TTO ,נפל רגל׳ und an das griechische ävSpdbioSov (Sklave), von ävTjp und 7105;, dem Fuss, den der Herr auf den Sklaven setzt, um seine Herrschaft zu zeigen, (s. Pape, Griech. Wörterb. s. v.), oder den der Sieger nach alter Sitte dem Besiegten׳ auf den Nacken setzte. Litteraturbericht, Recensionen. Joel, Rabb. Dr. M., Blicke in die Religionsgeschichte. 2. Abth. Breslau, Leipzig, S. Schottländer. (Fortsetzung). Die Angaben sind zu prüfen, die in der uncensirten Amsterdamer Ausgabe des babylonischen Talmud (1645) über Jesus enthalten sind, natürlich mit Ausnahme derjenigen, die auf den ersten Blick verrathen, dass ihre Entstehung dem vielgeschäftigen Bereich der Sage angehört. Es kommen daher vornehmlich in Betracht die Angaben: והכרח יוצא מלפניו ארבעים יוט יוצא ליסקל על שכשף והסית והדיח את ישראל ותלאוהו כערב פסח (Synh. 43 a); וכן עשו לק סטדא בלוד ותלאוהו בע״פ (Synh. 67 a). Aus diesen Stellen ist ersichtlich, dass der Talmud in sehr wesentlichen Punkten den Berichten der Evangelien widerspricht. Nach diesen war ״Gotteslästerung“ das Motiv der Verurtheilung Jesu, erfolgte die Hinrichtung durch die römische Obrigkeit, von der auch der Leichnam Jesu behufs Bestattung erbeten wurde, erlitt Jesus den Tod durch Kreuzigung, — von einem Steinigungstod findet sich keine Spur; nach den talmudischen Angaben wird Jesus verurtheilt wegen ״Zauberei, Volksverführung und Irreleitung“, justifiuirt durch den jüdischen Gerichtshof^ ist die Todesart Steinigung, zu der noch eine andere unjüdische hin- Zutritt. Diese Confrontirung bietet ein Räthsel, denn