Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 7. (14.2.1884)
- Date
- 1884-02-14
- Page
- Seite 28 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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im Suide surück, das geläuterte Wasser flies 8t unterhalb der Steine weiter, durchfliesst eine breite Oeflhung im Kanal», wird nun mechanisch gehoben, nachdem das Wasser in einen grossen metallenen Bottich, der fest in der Erde ruht, gelangt ist. Vom Bottich strömt das Wasser in eine metallene Sinne und von dieser in viele andere unterirdische Kanäle. Das Wasser gelangt in das Hebewerk theils unmittelbar aus den unterirdischen Kanälen, theils mittelbar durch eine steinerne Binne. An 2 Seiten dieser steinernen Kinne finden sich steinerne Wände, jede Wand hat 3—40effnungen, durch diese Oefihungen geht das Wasser in die Filtrir ־ Anstalt. _ Vor jeder Oeflhung findet sich ein kleiner hölzerner Bottich, mit einem Steine in der Mitte, von drei Seiten bedeckt, an der vierten frei. Seit Jahr und Tag haben die Kabbinatscollegien in Amsterdam ein Bedenken getragen, von dem auf diese Weise geleiteten Wasser das rituelle Tauchbad herstellen und benutzen zu lassen. Ein talmudkandiger Mann hat die Zulässigkeit dieses Bades angefochten. Vom halachischen Standpunkte aus giebt es hier Zwiefaches zu bedenken. Da das Wasser in den Dänen dem Kegen seinen Ursprung verdankt, 80 fallt dieses Wasser am Ende unter den Begrifi von נוטפים D'23 und nicht von מים זוחלים oder מי נמק und da das Wasser ferner in Bottichen aufgefangen wird, fällt es schliesslich unter den Begriff Von מים שאובים. Mit übersichtlicher Klarheit und erschöpfender Gründlich- ־־ keit geht nun der gelehrte Verfasser auf jedes der geltend gemachten Bedenken Sein. Von den Primärquellen ausgehend und auch die Bespongen der späteren Decisoren gewissenhaft berücksichtigend, gelangt der Verfasser dazu, beide Bedenken als irrelevant zurückzu- 'weisen. Obgleich durch Kegen entstehend, hat das unterirdisch geleitete Wasser nach halachischer Anschaumig doch die Qualität von מי מלק, was Verfasser eingehend und quellenmässig zu begründen sucht. Eine sehr wirksame Stütze erhält seine Ansicht durch die sehr zutreffenden Ausführungen des R. Joseph Kolon in seinem Kesponsum 56 ׳. (Vgl.מהריק שרש נו) Auch . das Bedenken von מים שאובים oder gar von בל־ המקבל טומאה lässt Verfasser nicht gelten. Wir verweisen den talmud-kundigen und halachisch-geschulten Leser auf die Lectüre des Gutachtens selbst, das streng wissenschaftlich pro und contra prüft. Auch hier hat der Verfasser festen Grund unter seinen Füssen und ־kommen ihm namentlich die Deductionen des K. Mendel Kargau in seinem גדיל* טהרה D lQ• zwar im 5. Kesponsum sehr zu Statten. Viele Grossstädte finden sich in einer anälogen Lage. Darum hielten wir es für angezeigt, etwas näher auf die Entstehung und Leitung des sogen. Dänen-Water’8 •hinzuweiseu. Kundige Leser werden die Ausführungen des gelehrten Verfässer’s mit regstem Interesse verfolgen. Seine Schrift sei ihnen auf . das Wärmste empfohlen! <׳ Sohrau O.-S. Dr. Immanuel Deutsch. Magjar-Zsidö Szemle (״Ungarisch-jüdische Revue“) betitelt sich die neue in Budapest .unter der Redaction' von W. Bacher und J. B an oczi,. Professoren ander Landes-Kabbinerschule, erscheinende Monatsschrift, welche, als daserste derartige Organ für jüdische Wissenschaft und die sonstigen Interessen der jüdischen Confession in ungarischer Sprache, den Beruf haben wifd, sowohl bei den immer mehr sich sprachlich magyarisirenden Juden Ungarns das Interesse und Verstandniss für ihre inneren Angelegenheiten und die Kenntnisse des Judenthums zu fördern, als. auch dem nichtjüdischen Publikum in Ungarn die heute mehr als sonst erwünschte Gelegenheit zur Onentirang in allen das Judenthum betreffenden Fragen zu bieten. Aus dem Inhalte des ersten, Ende Januar d. J. erschienenen, Heftes werden die Ziele des neuen Unternehmens zur Genüge kenntlich. Die Beiträge sind nach den sechs Rubriken: Wissenschaft, Litteratur, Gesellschaft, Nachrichten, Quellen, Vermischtes, geordnet. Der ersten Rubrik gehören zwei Abhandlungen an: von S. Kohn, über Juden und Ungarn zur Zeit der Einwanderung der Letztem, aus des Verfassers demnächst enscheinenden Werke über die ״Geschichte der Juden in Ungarn“; von A. Ho'chmuth über die Beziehung zwischen Judenthum und Christenthum in den ersten zwei Jahrhunderten. Die Litteratur-Rubrik eröffnet eine Uebersicht der litterarischen Publicationen des Jahres 1883 über die heil. Schrift und die jüdische Wissenschaft, von W. Bacher. H. Bloch bespricht G. Wolf’s Buch über die ״Juden Oesterreichs“. Dann folgen zwei Gedichte religiösen Inhalts von Jos. Kiss. Die dritte Rubrik leitet ein Aufsatz D. Kaufmann’s ein: ״An der Schwelle des Jahres“, eine Beleuchtung des Antisemitismus. Ein Anonymus erörtert die Frage der Autonomie der jüd. Confession in Ungarn. L. Patöczi beginnt eine Artikelserie über den Zustand der Bildung in Ungarn, mit besonderem Hinblick auf die Juden, auf Grund der amtlichen Publicationen über die jüngste Volkszählung. Dann folgen ״einige Reflexionen“ von Immanuel Löw. Auch die anderen Rubriken enthalten viel Neues und Beachtenswerthes. Unter den ״Quellen“ sei ein Document aus dem Jahre 1666 genannt. Es verdient hervorgehoben zu werden, dass die neue, die jüdische Intelligenz Ungarns zuihren Lesern zählende Zeitschrift in ihrem litterarischen Theile besonders die das Judenthum betreffenden litterarischen Erscheinungen des Auslandes auf geeignete Weise anzeigen und besprechen wird Notizen. 1. Gegen <lie Notiz des Herrn Dr. Fürst in N'o. d »ub '2 sei uns zu bemerken gestattet: a!l a.) Das Fern, von חד heisst allerdings חדא: aber der hier in Betracht kommende st. emph. des letzteren kann bekanntlieh nur חדתא heissen. S. Winers Gramm, des Chald für akad. Voll. § 31, 2 und § 3(1. Wie es scheint, hält Herr F. חדא für den 8t. emph. fern., da er auf Unk. zu '2. M. 1,-15 hin weist, wo חך־א das determinirte!האחר paraphrasirt; dem sei Onk. zu 1. M. )!*,!! gegenübergesrellt, wo das doch zweifeilos nicht determ. הד das liebr. האחד übersetzt. Die Seltenheit des iju. חדתא kann nicht mehr autfallen, als irgend ein äroac Xt'(. Ebensowenig kann die Determination befremden, da ״ חדתאdie einzige“ bedeutet, auch neben dem gleichfalls determ. מרביתא steht. Den von uns gegen die Auflassung ״Neustadt“ angegebenen Grund hat Herr F. zu entkräften nicht einmal versucht. v■ ad b.) Angesichts der von uns in No. lb—17 S. (17 v. J. angeführten Beispiele, in denen das agadische Schriftthum nicht nur die Gleichheit,sondern auch die Ae hnlichkei t von Wörtern zu der ihm eigenen Exegese benutzt, erscheint die Betonung der Niphalformgeradezu irrelevant, ganz abgesehen davon, da«?, wie wir dargethan, unsere Emendation auch dieser Form gerecht wird. Dass mit מרב״תא die umnittelbar darauf folgenden Pesiktaworte ״in gar keinem Bezug stehen“, behauptet zwar Herr F., beweist es aber mit keiner Silbe. Im Fiebrigen gereicht es uns zu besonderer Befriedigung, dass (in No. fl, Notiz 3) Herr Dr. Gebhardt, und zwar ganz unabhängig, eine der unsrigen ähnliche und gleichbedeutende Emendation (מרב״נתא) vorschlägt und begründet. Brandenburg. t Dr. Kroner.!Inzwischen ist von Herrn Dr F. auch eine ״Notiz‘• gegen Dr. G’s. Erklärung eingegangen. Red.) 2. Der Vortrag des Grand rabbin honoraire Ast ruc über die Quellen des Antisemitismus wurde vor einem zahlreichen und ״■? März und April werden die Herren Wilhelm Guizot, Pro,- fessor am College de Franceund Moritz Vernes, ehemaliger Professor der Protestant. Theologie, sprechen. .Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg! Druck von D. L. Wolff^ Magdeburg. Verlag von Robert Fries e, Leipzig.