Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 7. (14.2.1884)
- Date
- 1884-02-14
- Page
- Seite 26 (sequence 2)
- Language
- German
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Halfen man keinen Hass and keine Bache kennt, fern. Es war ein Versehen der Redaction, einem ״Anstisemiten* ein Bach Uber ״semitische“ Urzeit zur Besprechang anzuvertrauen,' und wenn sie '— wie wir za ihrer Entschuldigung annehmen — auf die wissen- SchaftlicheObjectivität des Gymnasialprofessors rechnete, so musste sie, als sie sich darin getäuscht sah, die .obeneitirten, eine grosse Anzahl von Gelehrten nur um ihrer Beligion und Abstammung willen verlästernden Worte streichen. Hass trübt das Urtheil. Die 70 Gottesnamen. Von Rabbiner Dr. A. Nager. Die siebenzig Namen, die im Hebräischen Gott beigelegt werden, finden sich im Baal-ha-Turim zu 4. B. M. 11. 16. namentlich aufgezählt und lauten wie folgt*): אל, אלוהן(אלהים), ייגאדני). אדון, אדיר. אחד. אהיה אמיץ, אמת או־ך אפים, אחרון, שאין מוסר 5מלכותו לאחר, אמונת אשכול הכופר, ברוך, בורא, נדול, נאת נואל, נ3וד, דנול. היודע וכד. וזכר, חי, חסד, חוקר, חסין, חכם, מות טהור עינים ישר. יושב סתר. יושב קדם סלו־־" כבוד, מסתתר, נורא, נשנב, גצה נוצר חסד, נושא עדן, נושא פשע, נושא חטא, נוקע נוטר, נקה םלד1 עליון. עופר, עזוז, פודת פוקד. צור, צבי, צבאות קדוש, קנא, קרוב, רחום- רם ראשון, שלא קבל מלכותו מאחר, רב חסד, שומר, שופט, שלטון, שר. שוק עד. תמית תקיף. Diese Gottesnamen der Beihe nach hier zu expliciren, habe ich mir im Folgenden zur Aufgabe gestellt. 1. ־־* אל Gott, der Starke, Mächtige (abgeleitet von der Badix ״ אדלstark, mächtig seih“). Schon Baschi zu 1 B. M. 34. 29 erklärt: (כל אל שהוא (לשק קודש על שם עזוז ורוב אונים הוא. »Jedes (Wort) אל, welches den wahren heiligen Gott bezeichnet, ist c seiner Stärke und Allmachtsfulle za verstehen“. אע שדי der Allmächtige, die Summe der Einheit aller vorhandenen Kräfte und bedeutet die Macht, die Alles bezwingt und beherrscht, der Alles unterworfen und auch der Mensch mit allen seinen Kräften anterthan ist. Nöideke will lieber**)אל שדי lesen (der Herr, mein Gebieter) אל wäre nicht ״der Starke“, sondern der Führer, Herr, von der Wurzel ״ אךלvom sein“ (vergl. besonders אילם Vorhalle). 2. אלוה wird auf doppelte Weise abgeleitet, entweder aus dem Arabischen ,אלך sich scheuen, furchten, also das ״furchtbare- Wesen“, oder wie das Vorige. 3. אלהיט ist offenbar die aus אלה gebildete Pluralform. Ueber die Bedeutung des PJuralis in אלהיט herrscht eine Meinungsverschiedenheit. Die Einen erblicken darin einen polytheistischen Ursprung, die Anderen einen Plural der Würde (plaralis majestatis), welche Bezeichnung die meisten Grammatiker an erkennen. Allein deutete der Plural auf eine polytheistische Mehrheit und polytheistischen Ursprung, der nach RinfÜhrung des Monotheismus beibenalten wurde, 80 hätte Moses das Wort gewiss nicht, — nicht einmal mit dem Singular-verbum verbunden, was sprachlich allerdiu^s richtig wäre, — gebraucht.***) Und אלהיט für einen Majestätsplural wie bei anderen nominibas domini z. B. אדנים und כעלים zu halten, ist darfim nicht stichhaltig, weil wir bei אלך,ים auch das Verbum in *) Vergl. anch Zeitschrift der deutschen Morgenländisohen Gesellschaft 36. Bd. 8. 161—167. **) Wissenwohnftlicher Jahresbericht Uber die morgenltadischen Stadien im Jahren 1880. Leipzig, 1883. ***) Vecgl mein Schriftdien i Die Beligionsphilosophie des Talmud in ihrpn Haapänomenten dargestellt S. 12. der ersten Person Plaralis gebraüeht finden (L B. M. 1,26): ״wir wollen einen Menschen schaffen in anserm Ebenbilde, in Aehnlichkeit mit ans“, was doch sicherlich nicht biblisch wäre. Bichtiger ist die Pluralform mit Tore sahab im Jore Dea § 276,7 zu erklären: שמורה על הרכה אלדדת ושררות שיש בו יתברך אע״ם שהוא יחיד ומיוחד. »Dass Gott trotz seiner Einheit die lebendige persönliche Zusammenfassung einer Fülle von göttliehen Kräften und Mächten sei“, dass er also ganz anders als Menschen durch ״wir“ von sich reden kann (night muss) u '.d dass er bei der Schöpfung um so passender es thut, theils wegen der Feierlichkeit des Augenblickes, wo er aus dem Vollgefühl seiner Würde herausspricht, theils weil es sich jetzt darum handelt, von der Fülle der göttlichen Kräfte, die er in sich vereinigt, an den Menschen mitzutheilen. Im Allgemeinen heisst also יאלהים wenn es von dem wahren Gott gebraucht wird, so viel als Urquell und Concentration aller Kräfte, weshalb auch die mit ihm verbundenen Prädicate oder Attribute meistens im Singular stehen, während da, wo von den Götzen oder von überirdischen Mächten überhaupt, oder von Engeln, oder von Richtern gesprochen wird, das Prädicat oder Attribut im Plural steht. Auch bezeichnen die Rabbiner Gott als strengen gerechten Richter (מדת הדין) oder (kabbalistisch) nach seinem Walten innerhalb der Grenzen der Naturgesetze. 4. ״Die zwei Buchstaben ״Jod“, mit Waw überschrieben, werden als eine Abbreviatur für den vierbuchstabigen Gottesnamen gebraucht, der Zahlenwerth beider ist gleich 26. (Fortsetzung folgt.) Litter&turbericht, -*־ Recensionen. Joel, Rabb. Dr. M., Blicke in die Religionsgeschichte. 2. Abth. Breslau, Leipzig, S. Schottländer. , (Fortsetzung). Die Lage des Christenthums im zweiten Jahrhundert hat dessen Wortführer gezwungen zu beweisen, dass das Christenthum vor der regierenden Welt im römischen Cäsarenreich zu Anfang in Gunst gestanden, dass das Strafgericht über Jesus durch die Juden und nicht durch die römische Obrigkeit hereingebrochen sei, dass eigentlich die Juden als die Feinde und Verfolger des Christenthums von vornherein sich bekundet haben. Man hat in Folge dessen auch keinen Anstand genommen, die Juden als Urheber der schrecklichsten Gräuel zu stempeln, welche die heidnische Verworfenheit zur Brandmarkung des Christenthums hasserfüllt erfunden. Die Anklagen auf ״tye- ׳ steische Mahlzeiten“ und ״ödgodische Verbindungen“ ■ konnte doch nur — wie j. wahr und geistreich sich ausdrückt — ihren Ursprung der Graecia men dar“ verdanken. Nichts lag dem Judenthum ferner als Kinderopfer, um so näher aber dem Heidenthum das - noch im zweiten Jahrhundert von derartigen An- Behauungen sich geistig nährte und stärkte im öffentliehen wie im Privatleben. Sehr lehrreich ist die : auf classischen Zeugen beruhende Uebersicht über den Menschenopfer - Cultus, die J. zur Illustration einschaltet. Während 80 einerseits die Juden zum Sündenbock heidnischer Gewissenlosigkeit ausersehen waren, hören wir anderseits Tertulliain als Verthei־ diger der Christen, wie wenn er für gesetzestreue Juden ־׳ in die Sohranken treten würde. ״Euere (der Heiden/ H Verirrung möge erröthen vor uns Christen, die wir * nicht einmal Thierblut zu den essbaren Gerich-jB