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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-02-07 · No. 6. (7.2.1884) · p. Seite 24

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 6. (7.2.1884)
Date
1884-02-07
Page
Seite 24 (sequence 4)
Language
German
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*>■' ־ י 24 — Secte zu sein; als ztMitffggfoBvBnh wurde es betrachtet durch die offenkundige propagandistische Tendenz, die ee mit begeisterter Selbstverleugnung bethätigte: Die Systematische, auf gesetzlichem ־Wege einherschreitende ־Verfolgung wurde Regierungsmaiime des römischen Kaiserthrones. Das Christenthum griff zur Vertheidigung, nämlich auf geistigem, litterarischem Gebiet. Denn־ nicht die römischen Legionen waren der Feind, gegen den die Vertheidigung gerichtet sein konnte, sondern die officielle römische Welt, die heidnischrömische Bildung. Diese zu besiegen und zu einer günstigen Auffassung des Christenthums zu stimmen, musste der zielbewusste Plan der Vertheidigung sein. War nun diese litterarische Rechtfertigung aus dem Kampf um’s Dasein hervorgegangen, so kann es nicht überraschen, dass die eingeschlagenen Wege and in Anwendung gebrachten Vertheidigungsmittel den Charakter annahmen, der in Folge der Nofchwehr gleichsam wie durch ein Naturgesetz sich von selber einfindet. Die Noth greift eben za solchen Bettangsmitteln, die vor dem strengen Bicherstuhl der Wahrheit and Gewissenhaftigkeit nicht Bestand haben. So hat auch in dem System, welches die Vertheidiger des Christenthams im II. Jahrhundert gegenüber dem Heidenthum befolgten, die Nothlage einen mächtigen Druck ausgeübt auf Kosten der Wahrheit, und dieser Druck ist für Niemand so furchtbar verhängnisvoll geworden, wie für das Judenthum. Im Sturme der Vertheidigung fielen die Hiebe auf das schwer gepiüfte Haupt des Judenthums — zur Abwehr der gegen das Christenthum , erhobenen Anklagen und Be- 8cbaldigHngen. Den Nachweis dieser Thatsäche, die fast gänzlich unberücksichtigt geblieben, die aber wegen der schweren Folgen, die sich daraus ergaben, die grösste und gründlichste Beachtung verdient, zu fuhren, ist die wesentliche Aufgabe des Joel’schen Buches, und nach der Meinung des Beferenten ist dieser Nachweis sohlagend und überzeugend ausgefallen Es sind aber auch andere bedeutsame Enthüllungen in dem Buche niedergelegt, durch welche eine ganze Beihe trüber, verderblicher Quellen des Judenhasses in die Seheweite jedes Vorurtheilslosen und Ünbefangenen mit unwiderstehlicher Kraft gerückt wird. , Ich möchte nur den Inhalt des ausser der Einleitung nnd einem Nachtrag aus sechs Capiteln bestehenden reichhaltigen Buches in grossen Zügen skizziren und zu einigen Punkten, wo ich den Ausführungen des verehrten Verfassers nicht zustimmen konnte, meine Bemerken gen einflechten. (Fortsetzung folgt.) ־־ Notizen. VomSimon Hock in Prag. H. Ueber die ebenfalls in No. 47 versuchte Erklärung der in der Pesikta befindlichen schwierigen .Stelle 23כר*כתא Xmp bat •ich in No. 50 bereits Herr Fürst ausgesprochen. Wir wollen nur noch hinzufügen, dass, wenn auch מבלכתא als Namen einer Stadt angenommen würde, dieselbe doch, als in der Nähe von Macbuza gelegen, ein babylonischer Ort sein müsste, der m einem palästinensischen Midrasch, wie es doch die Pesikta ist, nnd in welchem sonst kein babylonischer Ortsname vorkommt, nicht am Platze wäre. Was die Emend&tion des Mabortha im Joeephus anbelangt, ־welche G-räz in Mabrachta umändem will, steht ihr noch entgegen, dass derselbe Name auch in Plinius (N, N. V 14) erscheint, and man auch da Mabrachta emendiren müsste. Es bleibt uns aber noch die Talqmdaselle in Ketaboth 10a אסכוהו בכופרי מברכחא חביסא ליה zu eriautem übrig. Baschi’s Erklärung, deren Banne sich auch die Neuem nicht «nhKialwm kiymtmi, ist nichts weniger als plausibel. Denn VT12DK heisst mabt: ״schlaget ihn“ חכי&א bedeutet nicht ״liegen“, nnd ausserdem fehlt das wichtigste Wort וונ1ת im Satze. Aruch hat bereits anders interpretirt. und nimmt •רית^ gleichbedeutend mit rD"UU *Teich“ (Art uur fasst er es figürlich auf. Wir mbchten darum eine einfache Deutung Vorschlägen und übersetzen ״Lasset für ihn nehmen Nadelholzruthen vom Teiche und schlaget ihn“. 1. Bezüglich Mabartba ivergl. Fürst No. 49 vor. Jahrg.) verweise ich auf: ״Frankl’s, Nach Jerusalem“ H 432, wo es heisst: ״Es verdient allgemein bekannt gemacht zu werden, dass der deutsche Gelehrte Olshausen den lange im Josephus unverstandenen Namen der Stadt Mabartha auf die einfachste Art erklärt hat, indem er nachwies, dass dieses Wort im Aram&ischen ״Pass“ bedeutet. Natürlicher konnte die Stadt, die eine Passlage zwischen den zwei Bergen Ebal und Garizim hat, nicht bezeichnet werden.“ — Spinner-Tamow. 2. Die Erklärung, welche Herr Dr. Kroner-Brandenburg den Worten חדר1א מבלכתא P gibt, leidet an zwei Fehlern, welche diese Erklärung unmöglich machen. a. Das Wort חלתא kommt in der ganzen Talmud- und Midrasch-Litteratur, sowie in den Tasgumen niemals als Feminiuüm von “yTT vor; dieses heisst: חדא (siehe Targ. zu 2. Bh. 1,15.) Dagegen wiid in Berachott 28 a Ende gegenüber gestellt: חדא היא לך או חדת היא לך. b. Die Activa אומן und אמק werden zwar als ptedagogus erklärt, niemals wird aber das Passivum נאמן in diesem Sinne gedeutet. Dadurch erweist sich die an sich unberechtigte Aendemng von מרכבתא, מרבבתא) מברבתא) in מרביתא wiederum als unthunlich. Es kann demnach nur die einfachste Erklärung Berechtigung haben: Neustadt (Neapolis), Stadt Mabrachta (Segensstaat). Die Erklärung von ק׳ נאמנה durch ק׳ חדחא ק־ מברכתא steht mit der nachfolgenden Erklärung des R. Pinchas in gar keinen Bezug, ist nicht die Begründung der ersteren. Fürst. 3. Schon vor Jahren schickte ich dem Redacteur dieses Blattes unter anderen Notizen die noch nicht abgedruckt sind, (aber nächstens an die Reihe kommen sollen, Red.) auch folgende ein: Pesikta d’R. Kahana ed. Buber. S. 121. קריה נאמנה קרתא חדתא, קרתא מרבבתא. Die chaidäischen Worte sind Jalkut 289 Uebersetzung der Worte Jesaj. 22. עיר הומיה» קרתא מרבבתא. קריה עלמה, קרי׳ ח ד יהא. In der Einleitung zu Echar. heisst es: 5 משא ניא IV)B PID' ר־ עיר הומיה, קרתא מערבבתא. Ich vermuthe nun, es habe zu קריה נאמנה gestanden: קרתא רבתא, - קרתא מרבינתא (nach Br. r.אומן פדנוג, אומן רבתא) »ns מרבינתא (Kid. 31) wurde מרבבתא verschrieben und dann — nach Jesaj. 22 — רבתא in חדתא korrigirt. Dr. Gebhardt. 4. Ueber Jb» E8rs zu 2 B. M. 13,13 Wenn Jbn-Esra die Erkiärung aniührt,וערפתו bedeute:80 ,תכתב על ערפו קדש scheint mir diese Erklärung daher zu stammen, dass man das biblische ערף mit dem aramäischen Worte ערף identificirte und es mit ״wechseln“ übersetzte. So übersetzen dieLXX וערפתו XuxptnaTj airci während sie ,תפלה בשד übersetzen mit TzpoßdxüX. Das Auslösen mit einem Lamm war in der That ein £XX£aae1v ein Aus wechseln. Daher erlaubte man sich hier, dem פרה die Bedeutung von ערף, iXXdciaecv zu geben, und dem ערף die Bedeutung von פדה, Xuxpoöv. In 2. B. M. 34,20 wird תפדה בשה richtig übersetzt Xotpaiut) TcpoSdcTa) und וערפתו ®it xtpfjv §u>a£l£. Vielleicht hängt diese Uebersetzung damit zusammen, dass (nach Bechoroth 9 b) man statt eines Lammes den Werth dafür in gekochten Kräutern geben darfj indem die Bedeutung von ״ ערףwechseln“ auf diese Ansicht Einfluss übte. Sonach erklärte sioli die Uebersetzung dXXiljei{ npoßaxo), ffiev 8£ (1 ij dXXaijtjj, XircpmaTj txino als übereinstimmend mit jener Stelle im Bechoroth. Fürst. 5. Der Leibarzt'des Sultan, Dr. Isak Gregori, berichtet aus Zanzibar dem Arch. isr., dass er der einzige europäische Jude dort sei. Die portugi Herrschaft; batte die jttd. Gemeinde ausgetiigt und nach Cochin getrieben. Nur einige Beni Israel (indische Juden) leben dort als Schreiner, Schmiede und dergL Diese sehr betriebsamen, säubern Menschen kleiden aioh den Eingeborenen gleich, nur dass sie ein Arba Kanfos mit Zizzis tragen. M inj an zum gemeinsamen Gebete ist nicht vorhanden. Selbst bis hierher kommen die Sendboten von Palaestina, um für die Chalukah zu sammeln. (i. Oppert ist zum correspondirenden Mitglieds der Akademie der ־Wissenschaften in Petersburg (Abtheüung für Geschichte und Theologie) erwählt worden. Verantwortlicher Redacteur Dr. Rabiner, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese,‘Leipzig• ' .... - k ׳ it י:■'■*

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