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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-02-07 · No. 6. (7.2.1884) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 6. (7.2.1884)
Date
1884-02-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Litteratur-BIatt. Zar BcUaefttaag all«r Judenthuat □ad Jade« betreffendes IlttererUehen Kr• •ehelaangea aaf dem Gebiete der rkiilo• lophfe, tiewefafrhte, Kthnographfe, Tlieo• logie, OrIwiUlU, Exegese, Homiletik. Mtargik, l’ftdagoffik. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Rahnier. 0?£acj9c'6w-t,<j, 7. 3־e/61׳ucu. 1SS4. Bicher der ela Mb tägiges Lltterster, welche der Bedectio■ »ageuadt wertes, iadea ר ן la dteeeai Blatte eiagekeade Bespreefcaag. 1' Bel Eiaeeadaag rea awet Beeeaateaa• Eaeaiplarea erfolgt eiaiaallge karae Sratle-lasertleB. Das ״Jüdische Litteratur-Blatt« erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei• allen Postanstalten und Buchhandlungen 8 Mark kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratur-BIatt“ gratis. — Inserate werden mit 25 Pf. für die gespaltene Petitzeile, Beiligen mit 16 Mark, berechnet nnd sind an die Expedition dieses Blattes zu senden. Buchhändler, welche direct oder durch Robert Friese in Leipzig, Inserate einsenden, erhalten' 25 Rabatt■ Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Gedäohtnissrede! aut Eduard Lasker am Sabbatb Waera, 2(1. Januar 1884. — Kompert’s gesammelte Schriften. Besprochen von Dr; L. Treitel Rabbiner in Briesen. , L itteraturberichte: Joel, Rabb. Dr. M.־ Blicke in die Religionsgeschichte zu Anfang des zweiten christlichen Jahrhunderts mit Berücksichtigung der angrenzenden Zeiten. Notizen Nachdruck nur mit ־troller Quellenangabe gestattet. Gedäohtnissrede auf Eduard Lasker am Sabbath Waera, 28. Januar 1884« M. A.! Der erste Satz der heute vernommenen prophetischen Rede enthält das Gottes wort): ״Ich will geheiligt werden durch Israel vor den!Augen der Völker“. Die Heiligung Gottes durch Israel vor den Augen der Völker ist die höchste Aufgabje, ist das erhabene Ziel der Edelsten und Besten in unserer Mitte. Das Judenthum ist keine Religion,: die nach Geltung strebt, indem sie die Gewalt der [Waffen anruft; der Glaube Israels hat es sogar vor) jeher versohmäht, auch nur durch die Kraft dies Wortes, durch die sanften Mittel der Ueberredung seinen Anhang zu mehren. — Aber ist dann solch iein Glaube nioht der Gefahr der Verkennung preisgegeben? Müssen nicht die seltsamsten Anschauungen über ihn in den Kreisen der Nichtisraeliten 8ibh bilden? Müssen nicht Vorurtheile entstehen über den Lehrgehalt des Judenthums? Wie sollen wir diesen Gefahren begegnen, diese Vorurtheile entwaffnen? j Zudem 8011 dieser Glaube, dies ist uriser Hoffen, dereinst das Erbe das ganzen Erde werden. Haben wir gar nichts zu thun, um diesen Sieg voifzubereiten? Ist dies nur ein Streit Gottes nnd nicht auch ein Streit der Menschen? Darf es uns gleichgiltig sein, wie die Welt über Juden und Judenthum i urtheilt? Nimmermehr! Die Heiligung Gottes vor den Augen der Völker ist des Israeliten oberste Pflicht; durch unsem "Wandel sollen wir vor aller Welt!es darthun, dass unser Glaabe zur lautersten Nächstenliebe mahnt, dass er zu allen Tugenden uns leitet, zu ajllen Opfern uns begeistert, dass er unsem Geist erleuchtet und unser Herz erglühen lässt in heiligem Feder. Die Bewährung dieser Pflicht rühmen ünsere Alten denen nach, die um des Glaubens willen [freudig den Tod erlitten haben, die keine Gewalt[dir Erde zur Verleugnung ihrerUeberzeugungenhat zwingen können; an dieser Treue brach sich die Gewalt deiTMächtigen, nnd Ehrfurcht und Scheu empfanden die Völker vor einem Bekenntniss, das zu solchen Opfern den Muth einflösste. Aber ein noch herrlicheres Zeugniss für den idealen Gehalt unserer Lehre legen diejenigen unserer Genossen ab, di» durch ein Leben der Arbeit und der Pflicht vor aller Welt - sich[ auszeichnen, dereM ganzes Dasein ein fortwährendes Opfer ist im Dienste des Gemeinwohls. Solche Persönlichkeiten zwmgeti auch den Widerwilligen zu dem Geständniss, dass das jüdische Volk ein gar werthvolles Reis am Baume der Menschheit ist, und sie heiligen dadurch den Gott Israels vor den Augen der Völker. Und wenn irgend einem Israeliten dieser Zeiten der ehrende Nachruf ziemt: Er hat das Judenthun^ geheiligt und zu Ehren gebracht bis in die. ent- Iegensten Enden der civilisirten Menschheit, 80 ziemt er dem Manne mit dem grossen Geiste uncT dem grossen Herzen, den sie beim Beginn der kommenden Woche in der Hauptstadt dieses Landes zur ewigen Ruhe ein betten werden. Eduard Lasker, sein hoher Name geht in diesen Tagen von Mund zu •Mund im deutschen Vaterlande, und wer ihn nennt und sein Walten erwägt, und wurzelte auch noch so fest in seinem Innern das Vorurtheil gegen das Judenthum, er merkt, feie es wankt und erschüttert wird durch den Zauber, der von diesem Namen ausgeht. Eduard Lasker besass einen ausgezeichneten Verstand, scharf und schneidig, wenn es der Kritik des Schlechten galt, ideenreich und aufbanend, wenn das Gu£a ( hergerichtet werden sollte; aber wer glaubt es wohl, dass1 ihn sein Verstand auf die Hohe gebracht hat, auf der er, ein Gegenstand der Bewunderung und der Na eiferung für zwei Erdtheile, jetzt dasteht? Zu die Höhen trug ihn sein Charakter, jene Selbtlosigke und Reinheit der Gesinnung, die ein ganzes Leb hingelegt hat auf den Altar des Vaterlandes. ■ Lasker spricht in seinem bekannten Aufsatz^: ״über Anlagen und Erziehung“r vielleicht umstandlicher als es nöthig ist, davon, dass die Erziehung nicht mit den Jugendjahren abschliessen dürfe, daäs sie ein Werk des Lebens sei; aber die Ausführlichkeit, mit der er diesen Gegenstand behandelt, ist zum Thfil dadurch erklärlich, dass es ihm mit dieser Selbste(!־- ziehung heiliger Ernst gewesen ist. So wurde er der herrliche Mann , dessen Geist fast ausschliesslich auf das Gemeinwohl gerichtet war, den die Aermlichkeit materieller Vortheile nicht reizen konnte, für menschliche Grösse in Kunst und Wissen sohaft und Staatsleitung glühend begeistert und dab*T ÜÜ

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