Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 5. (31.1.1884)
- Date
- 1884-01-31
- Page
- Seite 20 (sequence 4)
- Language
- German
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- möchte, sondern, da» dis Viertelsmeister, dis Vorsteher der einmeinen Stsdttheile, also die *»oeBpot, die Mitadieder des Stsdtrathes waren. Die Umwandlung von Kalbs Sohabna nnd Genossen in SocialistenfÜhrer ist nttr ein geiatvollee Pbantasiegebilde. Das ״Beth hanizgaz* ist das Observatorium, von welchen das ,Aulstrahlen“ der Sonne beobachtet wurde. Im Norden lag das Beth hammoked, dort brachte der Hohepriester die Nacht zu über dem Souterrain, wo das Beth ha- Tewilah war (der Beweis für diese, der Tosefta Joma 1,20 widersprechenden Annahme ist nicht zwingend). Unweit der Beth hannizzuz und in demselben Baume mit den anderen war das .Beth hattelaim, wo die Opferthiere ihrer Verwendung warteten. Die 2. Note: ״Zacharias ben Kabutal und das Buch Daniel* macht darauf aufmerksam, dass nur dieser etwa in den letzten 30 Jahren des Tempels Lebende d. B. Daniel erwähnt, was wohl auf die späte Beception dieses Buches schliessen lässt. Psalmen waren schon Gebetstücke und die Sprüche waren zur Lectüre nicht geeignet, somit sind alle ״Schriften“ da gebraucht worden. Die Frage ob der Hohepriester nicht שמע gelesen und gebetet habe, beantwortet die folgende Note. Note 3:/״Die Gebete des hohen Priesters am Jom hakippurim“ gingen dahin, dass P. H. M. 4 von Joma und ein kurzer Auszug von Tamid dahier zu ergänzen ist. Die Awoda von Jose ben Jose zählt 8 Segenssprüche auf על התורה (etwa ,(נוח! התורה על העבודה (etwa על ההודאה ,(שאותך לבדך נעבד (etwa על מודדת העון ,(הרמנה בומסדבה (etwa ,(המרבה למלח על ישראל (etwa על המקדש ,(הבוחר בעמו וג־ (etwa בונה על המהנים ,(?יס המדרש (etwa הבוחר בזרעו של אהרן) und על ירושלים (etwa שוק ירושלים), sodann ,״שאר תפילה. Dabei fallen Streiflichter auf die Gebetentwickelung überhaupt, die man im Buche selbst nachlesen wolle. — Die 3 anderen Noten besprechen השם und כשם, die P. 7, M. 8 genannten Opfer und die Zeit ihres Darbringens nach den verschiedenen Awoda’s und wie B. Saadia den Zugang zum Allerheiligsten und den!TTTO-Stem (von ״ שתהgründen“ und von ״ שתי"Webkette*) in seinem Commentar (Mscr. in Petersburg) erklärt. Der ״Anhang“ sucht die Awoda’s nach dem Alter zu rangiren. Es ist eine reiche Gabe, die Herr Prof. Deren- ־bonrg hier bietet — nach vielen Seiten streut er die Goldkömer seines Wissens und seines Geistes. Möge Dun die orthodoxe Bekämpfung nicht die Lust verleiden, auf diesem Gebiete weiter die Bahnen deutscher Forscher zu verfolgen und weiter zu fuhren. Coblenz. Lewin. -,Das Gibraltar des Ostens“ betitelt sich eine Schilderung Adens von V. Baden in der Westermann'sehen Monatsschrift. Etwa 1200 Jaden wohnen in Aden. ״Aach in Aden bewohnen sie ein besonderes ״ Quartier, das sich durch seine schmutzigen Strassen ״aaszeichnet, auch hier nehmen sie eine traurige ״Sonderstellung ein. Als Marodeure 'des Handels ״beschränken sie sich auf den Geldwechsel, ״den Verkauf von Straussen - Federn und — den ״Handel mit alten Kleidern. Doch sind auch ״viele von ihnen Maurer und Gold- und ״S überarbeit er. — Was nun die Stellung ״der Juden betrifft, so lässt die Verachtung, welche ״die Araber für sie haben, nichts zti wünschen ״übrig. Man nenne den Araber einen Hundesohn ״und er wird nichts dagegen einzuwenden haben, man ״nenne ihn aber Jben el jahudi, ״Sohn eines-Juden*, ״und er wird tödtüoh beleidigt sein. Die Juden ״keimen diese arabisohe Gesinnung, und da sie fort- ״während Misshandlungen ausgesetzt sind, wagt es ״keiner, allein anszugehen, sie erscheinen auf der ״Strasse immer zu 4, 5, 6. Die Frauen zeigen sich ״nie. Im Mai vorigen Jahres kamen plötzlich grosse ״Schaaren flüchtender Juden nach Aden, zerlumpt ״verhungert, noch mehr von Durst geplagt. Erschöpft ״und um Wasser flehend, lagen ganze Familien, ״Mütter, die verschmachteten Säuglinge im Arm, vor ״den Thüren der Europäer. Die Aermsten kamen von ״Sana in der Landschaft Yemen, nördlich von Aden, ״woselbst irgend ein arabischer ״Hofprediger“ eine ״ JudenVerfolgung in Scene gesetzt batte. Die Araber ״Adens wollten dies gewinnbringende Drama auch ״hier in Scöne setzen; mit Plünderung der Häuser ״war bereits begonnen worden, glücklicherweise schritt ,die Begierung beizeiten und' energisch dagegen ein. ,Der Elenden aus dem Lande Yemen nahm sich der ״reichste Jude Adens, Menachin Missa, in edel- ״müthiger Weise an: er rüstete sie mit dem Nöthigsten ״aus und spedierte sie nach Jerusalem.“ (Ueber die Ankunft dieser Flüchtlinge haben wir feiner Zeit berichtet. Sie sind zumeist Handwerker. ' Bed.1 Notizen. Von Simon Hock in Prag. L~ In No. 47 d. Bl. bemerkt Herr S. Spinner, dass die Correctnr Buber’s in seiner Vorrede zur Pesikta bezüglich der Haftaroth-Ordnung in den 3 Wochen vor dem 3. Ab unhaltbar sei, weü Ha imuni laut Tosaphot (Magillah 31 b) diese Ordnung nicht angenommen habe, indem es dort ausdrücklich heisst: דלא כדברי הרב החובל ההופך ומבלבל וב׳• wer sagt Herrn Spinner aber, dass unter dem רב החובל Haimuni gemeint־ sei? Es ist dies allerdings ein traditionelles Mährchen, das aber eben nur ein Mährchen ist. Die erwähnten Tosaphoth beziehen sich, wie schon der Herr Bedacteur d. Bl. in einer Bemerkung schreibt, auf die Haftarah שובה Q• 8. w. Der letzte Theil, der als mnemonisches Zeichen lür die Haltharoth - Ordnung zu Ende des Jahres gebrauchten Abbreviatur, nämlich שד־ש> wurde vom B&benu Tarn und vielen Anderen in: שוש תשיש, דרשו,'שובה aufgelöst, dass man also שוש תשיש zur Perikope נצבים vor dem Nenjahrsieste und ,שוכך nach demselben zu der הארגו lese. Jemand hatte aber die Abbreviatur in umgekehrter Ordnung genommen, das erste 'ש mit ,שובך und das zweite mit שוש תשיש erklärt, so dass man שובה zu נצב ים, und שוש תשיש zu האזינו zu lesen hätte. Diesen Mann bezeichnet nun Tosaphat mit dem Ausdruck רב החובל etc. Dies kann aber keinestalls der Bambam sein, denn er erklärt sich eben tür dieselbe Ordnung, wie sie der B. Tarn, hat (Tepillah 13,19). Ich fand nur 2 Dacisoren, die sich tüi die 2. Ansicht aussprechen, der Eine ist Isak b. Giath, den aber Tosaphoth gewiss nicht im Sinne hatten, da er als Spanier ihnen unbekannt zu sein scheint. Es kann daher nur der zweite sein, nämlich der im ם TIC (9 H, edit Warschau) angeführte, und ich will es dahin gestellt sein lassen, ob es vielleicht Baschi selbst, oder einer seiner Schüler ist, den die Tosaphoth רב החובל benennen. Was den *מנהג ספרד betrifft, von dem Herr Spinner in No. 1 spricht, so hat derselbe mit den betreffenden Haftaroth nicht das Geringste zu thun. Nur bei jenen, betreffs welcher vom Talmud und den alten halachischen Schriften nichts festgesetzt wurde, konnte ein divergirender Usus entstehen, ein מנהג ספרד Oder צרפת ואשכנז Sich bilden, keineswegs aber, wo, wie hier, bereits von der Pesikta eine Entscheidung erfolgt war. Wie wir nachgewiesen haben, ist in diesem Falle Bambam gleicher Meinung mit B. Tarn, und Jbn Giath wieder mit Baschi oder dessen Schüler. * Im Verlage von Jah. Ambr. Barth in Leipzig ist neu erschienen: TalmudiBChe Chrestomatliie m. Anmerkungen, Scholien u. Glossar, unt. besond. Berücksicht, der talnadltcbsa Otscusslon, als Lesebuch zu der von ihm edirten Winer’schon Grammatik, bearbeitet von Dr. B. Fischer. _ 8». 268 Seiten, 1884.• 6 Mark. f961b. Verantwortlicher Bedacteur Dr. Bahmer, Magdeburg.■Druck von D. L. Wolff; Magdeburg. Verlag von Bobert Friese, Leipzig.