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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-01-24 · No. 4. (24.1.1884) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 4. (24.1.1884)
Date
1884-01-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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) f.mr Beleaehtaag aller Jad*athnm «ad Jadea betroffeadea HtterarUehen Kr* eehefaaagea aaf den Gebiete der Phile- •efhfe, Geeekiekte» fc'tktognpble, Theo• löffle» Orlentalia» Excge•«, Homiletik. Lltarflk,!*idagogik. Herausgegeben ▼on Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. 9lta^c(e6׳ut^, 24. danuai 1884. Hieher derelaeehtSfigea Lltteratar,weJehe der Bedertioa 11f«ua4t «rerdea, Bade• 1■ dleeeai Blatte etafeheade Beeprecfcaag. Bei Etneeadaaa tob awel Beeeaeiea«• Kxenplarea erfolgt eianaltye karse ׳ Gratia• laeertiea. Das ״JBdiscbe Lltteratnr-Blatt« erscheint!Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 M allen Postanstalten and Buchhandlungen 8 Bark kojs׳ f 5 Pf. für die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit Buchhändler, welche direct oder dnrch Robert wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in grk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich, bei tet) erhalten das ״Jüdische Litterafur-Blatt•‘ gratis. — Ingerate werden mit 14 Mark , berechnet and sind an die Expedition dieses Blattes zu senden. Friese in Leipzig, Inserate einsenden, erhalten '25 •)i Rabatt. Inhalt: Wi ssenscbaftliche Aufsätze: Süsskind von Trimberg. Von D r. A. Lewin Coblenz. (Schluss).— Referat def Dr. Herzfeld über sein Buch. (Schluss). — Kritische Bemerkungen zu Wünsche’s ״Die Räthselweisheit bei den Hebräern“, von D« O. St rasch un. (Schluss). Lit teraturberich t: Essai de restitution deancien ie redaction de Massechet Kippourim par Joseph DerenbourgJ Paris 1883. Inserat.. Süsskind von Trimberg. Von Dr. A. Lewin-Coblenz. (Schluss.) Schon in dem ersten Sange: ״Wer adelichen tuot, den wil ich han vür edel“, der wenig Gelegenheit giebt, Beminiscenzen anzubringen, entwickelt der!Jude, dass e die Tbat ihm adlig erscheint, nicht Abstammung von Edlen undHohen. Hier klingt der talmndische Satz durch: ״Nicht die Stelle ehrt den Mann, sondern; der Mann die Stelle“. (Wer niht si von hohem namen, unt sich Untugenden welle schämen, dar zuo sip dink zuo dem besten kan gezamen den heiz’ ich edel, swie er nicht si von adel der gebome). Sicherlich hat er hier auch an das Wortspiel des Propheten gemacht שריך ״ סורריבשdeine Edlen sind Abtrünnige“ upd an den Spruch der Weisen: ״Ein gelehrter Bastard geht einem ungelehrten Hohenpriester voran“. Deutlicher wird die Einwirkung in der zweiten Strophe: Keiu bez?er lat werke nie gemachet wart, als ich 1er1 unt künde. — Wer denkt da nicht an □חיי DQ ״die Lebens - Latwerge“, das Lebenselixir, als welches in ernstem Scherze die Gotteelehre empfohlen ward. Die dritte Strophe erinnert an Sprüche der Väter 3,1. Wenn ich gedenke, waz ich was, ald waz ich bin, ald waz ich werden muoz. Der Dichter kann nicht froh sein: daz ich von tak ze tage muoz fürchten den tot, Wie er mich bringe in der unreinem würxne gesindeV Sollte ״unrein“ ihm entschlüpft sein, weil שרץ MSB ,das Gewürm unrein“ ist? Doch der unerwartete Schluss: j ״So han ich an dem Herzen min Michel grozer ahte. Wie daz min ael’ dort kumber vol Mit Sünden u. a. w.“ Betrachte 3 Dipge (und Du kommst nicht zurlSünde) wisse, woher Du kommpt, wohin Du gehst und vor wem Du zu Gericht stehen und Rechnung ablegenmusst. WohinDu gehst? למקום עפר רמה ותולדה Orte des Staubes! des Wurmes und Gewürmes!) , ist nur verständlich aus dem ■ hebräischen Urtexte. Süsskind hat keine Freude am Leben, weil der ,Tod ihm näher kommt. Dass die Sünden bestraft werden, hat er nicht erwähnt. Aus dem: ״Vor wem Du zu Gericht stehen wirst“ dagegen ergiebt sich die Furcht vor diesem Gericht und das Gebet: Das wol nur ein Commentar ״AUmächtik Herre, dn bist aller gnaden voll; Hilf mir, daz min sei dort vor dir genade vinde“. ist za der Benennung Gottes מלך מלכי המלכים הקדוש ״ ברוד הואKönig der Könige, der Heilige, gelobt sei er'1. Diese 2 Gebetesstrophen aber mahnen an Psalm 86,15—16: ״Und Du Ewiger, Gott, barmherzig and gnädig, langmüthig und voller Gnad’ und Wahrheit, wende Dich zu mir und sei mir gnädig“, wobei besonders hervorzuheben ist, dass dieser Psalm zu den Bekenntnissgebeten des Sterbenden, CTT!) gehört. In II finde ich nur geringe Anklänge, wie: Gedenke nie man kan erwem, aen toren, noch den wisen Viel sind der Gedanken im Herzen des Mannes. (Sprüche Salomo 19,21.) t Sehr reich dagegen tönt in m es wieder: - , 1) Künik herre, hochgelopter Got, was Dn X’ermaht =s Meine Seele lobe den Ewigen: Ewiger mein Gott, Du bist sehr gross, Schönheit'und Glanz hast Dn angekleidet. Er breitet das Licht wie ein Kleid, spannt den Himmel, wie einen Teppich, Psalm 104,1—2 (Sabbäth-Nachmittag gebetet oder ähnlich im Morgengebet!) (אל מלך נדול) Gott, König, gross an Lob, Gott des Dankes, Herr der Wunderthaten. ״Du liuhtest mit dem tage unt vinsterst mit der Naht entweder Abend-Gebet: Der den Tag vorbeiführt und die Nacht bringt“ oder Morgengebet (Jozer or) ״Er bildet das Licht und schafft die Finsterniss“. . ״Davon diu werlt vil vröude unt ruowe hat“ — עושה שלום er macht Frieden. ״Künig aller eren, dir noch nie gebrast — אל ארק על כל המעשים Gott, Herr über alle Werke, gelobt und gepriesen in aller Seelen Mund• seine Grösse und seine Güte füllt die Welt, Wissen und Einsicht umringen ihn“. Wie den tak du zierest mit der sunnen glast dem Folgenden und besonders: ״und oueh die naht dies manen lieht wol stat u. 3. w.“. Die Sonne rief er, und. Licht erstrahlt, er sah und best immte desMondesGestalt ״Du hast ze geben gäbe vil, der nit zergat“ — (ihid) כי תא לבדו פועל גבורות• Denn er allein macht Gewaltiges, •schafft Neues etc. r 2) ״Irs manes krön ist daz vil reine wip“ ~ Sprüche 12,4.* 1 Ein wackeres Weib ist die Krone | ihres Mannes. V ״Ie mer in wol eret ir'wol weder lip“ — ib 11,16. Ein annruthiges Weib stützt die Ehre.

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