Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 52. (27.12.1883)
- Date
- 1883-12-27
- Page
- Seite 208 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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[TT״ Zwei te vermehrte and verbeeeerte Anf- Kgsnthum de« Herausgebers. Zn beziehen darob r.xKs11ftnann, Buchhindler in FrankAjtrt a. M. 1883.( 1 Werk bezeichnet sieb «16 eine vollständige der gottesdienstfioheef Gesänge and Beoipolnischer, deutscher (aschkenasischer) and _ner (sefhräiecherf Weise nebst allen den st betreffenden rituellen Vorschriften and nahen. Dieses Werk ist von früher schon als .seicknet bekannt. Beweis dafür ist nach die erfolgt« ■weite Auflage Ein anderer Vorzug di• HeaapBsetsitng des Preises <30 Mk. stitt fc0);!׳dies spricht für den starken Abgang des Werkes die ephneüe Verbreitang. Und dennoch ist das Verhältnis» zu der grossen Zahl von Can- ► noch in zu wenigen Händen. Man begnügt der mit Absingang formloser Melodien, ~_j auch den Charakter traditioneller Weisen tragen, oder man beschränkt sich auf Compo- ■ untergeordneter Arten, deren «0 noch zn viele «der man entbehrt bei Erlernung nnd Vortrag je der musikalischen Unterlage durchaus; welche beliebige, weltliche Melodien in die agen, ganz zu schweigen. Wir machen st, doch nicht allein, die Cantoren dafür fcwertlich, denn 1. wird die fachmäs-jge der Ischen Ausbildung der Cantoren atu den 1 ,aan zn wenig gepflegt, nnd 2. stellt die Mehrder Gemeinden an den Cantor zu wenig musi- Ansprüche. Nur wenige nnd meistens nur emeinden machen eine Ausnahme in den .anea ־ Gemeinden liegt der Gottesdienst und besonders der musikalische -Vortrag _9jen .noch im Argen Dies ^gereicht der 3wtt mit za Schaden, nicht blos in religiöser ~״־ in-cultueller Beziehung, sondern auch in *_xjher. Wir Juden wollen doch eine Sonderin religiösfer Beziehung aasmaoben, deshalb . wir in Bäcksicht auf den Cultus eine tadellose nach Aussen abzugeben. Man beurtheilt den eben nach dem Gesammtbilde, flicht nach n . exceüirenden städtischen Gemeinden und ..r..-J)0hfceitea,8ondem hauptsächlich nach den kleinen ädgepminden, wQ.dje Mehrzahl der Juden noch zu int *l^ir dhfnMliiiliiiriiiiii niiiiinl m i 1111 jüdischen ctere hauptsächlich von -den sogenannten Landmögen sie ^ich in den Städten oder anf dem 1 befinden. Und fibr die ׳grösste Zahl der Ge- _en lässt Ser Gottesdienst noch sehr viel, fast . Alles zn wünschen übrig, hauptsächlich aber der esffigiyffifr die Ausbildung der Cantoren ^mmarx^,' wie für die private Ansnnd rildang wissen w׳ir kein besseres'Werk, zu emlen, als das in Bede stehende/־ Wir sprechen hier w Theil auch aas Erfahrung, denn das Beer’sehe fisrk ist auf dem hiesigen in fcerconfeäsionellen Sohul- *‘'■«-Seminare mit groässsa Nutzen und anerkanntem elge eingeführt. Schön als.Schäler vermögen unsere!' ' als HfÜfsQ^ntazen an den hohen Feier-!in auswärtig«£%^n|g»^Mh^i^u1ung zu und werden dafh^-^tSfemt^'^SdÖn?. Wie es mit den Beligionslehrajm mit den QmSboien. Die meisten C^memden begnügen sich, wenn die Jugend nothdürftig hebräisch lesen (oren) lernt und nennen dies Beligionsunterricht, Gotteeiehre; «sb^jaflgen sich auch, wenn der Cantor nothdürftig Bam Ttnd gingt und nennen dies Gottesdienst. Die ■»-—״■״ Gemeinden sorgen nur für sich, sind theilnnd indifferent gegen das Judenthum über- / ohne Gemeinainn nnd darum auch ohne Interesse f&r die allgemeinen Zustände des Judenthums. Auf Hülfe des Staats und gesetzliche Ordnung und Besserang ist wohl vorläufig nicht zn hoffen; sehr nothwendig erscheint es daher, dass sioh eine Gesammtvertretung unter den Juden bilde, welche die Gesammt- Interessen des Judenthums nach innen und aussen pflege. Das Baer’eohe Buch hat den Vorzug, .auch die Gesänge des sefardischen Bitus za bieten; die siah sonst nirgends gesammelt Anden. Dieselben haben nicht blos allgemein culturellen, sondern auch speoiell oultarellen Werth, indem Manches davon für unseren dänischen Bitus za verwenden nnd zu übertragen ist. Aneh die Angabe der rituellen Vorschriften and Gebrauche (DWO&I DVH) ist für ■den angehenden Cantor werthvoll, wenn dieselbe auch nicht vollständig ist. Accentaation und Vocalisation sind trotz der Schwierigkeit, welche die Musik entgegenstellt, vielfach in der zweiten Ausgabe verbessert; in beiden Ausgaben heisst es aber incorrect נעילה statt נעילה. Die Abtheilungen für den dreijährigen Cyblas der Thora Vorlesungen hätten in diesem Buche für die Gesammtheit^eutbehrt Werden können; sie sind wohl mehr in Bücksicht auf das Pedürfniss der Gemeinde in Gothenburg aufgenommen worden. Wir billigen auch nicht die vorliegende Eintheilung, welche nach geschichtlichen Abschnitten entworfen ist, obgleich sie aach anderswo vorgefunden wird. Wir <םדר עבודת זד> und Hochstädter חלקות התורה» haben eine andere Eintheilung vorgeschlagen, nämlich nach Büchern, und zwar erstes Jahr L Bach, zweites II. und HI. and drittes IV. und V. Es liegt so für jedes Jahr ein Schluss (DVD) vor. Für keine Nummer des Gottesdienstes ist der Cantor rathlos gelassen,.- obwohl demselben trotzdem noch vieles überlassen bleibt, wie er seine eigenen Gefühle zum Vortrag bringen kann. Indess auch dazu findet er die Anleitung vor. Nur muss er freilich das Vorzutragende sprachlich und inhaltlich verstehen und nicht blos• singen, sondern auch zugleich beten, können. Leider sind diese Eigenschaften des Cantors, obwohl Principal- Erfordernisse, nicht immer anzutreffen. Den Compositionen des Verfassers liegen sie durchweg zu Grunde. Wir empfehlen daher das Buch nicht nur den Seminarien und Cantoren, sondern aach der Berücksichtigung seitens der Gemeinden. In diesen sollte der Cantor es vorräthig finden and 80 genöthigt sein, darin zu studiren. Dr. Bothschild-Alzey. Notiz. Joseph Kistchl uad Abulwslld. Die Auslassung des Herrn Dr. Bacher in No. 50 d. BL m&ssen wir als völlig anmotivirt bezeichnen, ln unserer Becension (No. 47) haben wir neben der Anführung des Zeugnisses des Prof. Fürst bemerkt, dass in den Litterarhist Mitth. Stuttgart 1£44, Art. Jona ben Danach, hauch Dukes naehaewiesen, wie stark Ibn Eara, Kimohi und die pfipMaren Abuiwand als Gewährsmann angeben. Diese Bernerkuag, a« zutreffend sie Jeder, der den Artikel Jona ben Danach gelesen, finden wird, sagt indess mit keinem Wort, dass die jExempufication des Herrn B. der Dukes’schen gleich und daher .überflüssig“ sei Zudem haben wir betont, dass wir die Arbeit de» Herrn B. mit recht vielem Interesse gelesen. Dass kann doch noch weniger zn der Meinung Anlass bieten, dass wir diese Arbeit als crambe repetita hinstellen wollten. In solchem Falle hätten wir bei unserer Auffassung der Referentenpflicht — des sei Herr'®, versichert — uns anders ausgedrückt -- Dass wir überhaupt Dukes’ Artikel. beregten, erheischte nach unserem Dafürhalten die Gerechtigkeit. Von .Vielen“, die in Bacher’s nnd Dukes’ Art die Prioritätsrechte Abulw&lid’s constatirt, war in unserer Becension überall mit keiner Silbe die Bede. ־Wie HerrB. bei'alldem uns eine ״Unterschiebung“ zuschreiben kann, ist uns ebenso anerfindlich, wie der verehrliehen Bedactaon, die denn auch ihr Befremden darüber bereite durch ein beigemgtee Fragezeichen zu erkennen gegeben hat BrandAiburg. Hp. Bk. Bedacteur Dr. Bahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff) Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig. T1.&C I 11 n 11 Hin I .־/ : £u״i.