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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-12-13 · No. 50. (13.12.1883) · p. Seite 200

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 50. (13.12.1883)
Date
1883-12-13
Page
Seite 200 (sequence 4)
Language
German
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— 200 —?3י5£ »,' Gmohichto der Israeliten. Zam ftr Schale ä&ä Haus. H TB eil. Von der len de• Grossen bi■ «af die Gegenwert. B Cirl GeroldV Sohn, 1*84. Dritte Auflage, 1^50 SL י~ י ' Wie gewünscht kommt das Bach dem jüdischen Manche Vorzüge, nnter denen der massige. ־ niokt der geringste ist, seichnen das Bach vorns. Pie Darstellung ist, ohne tabeilenwerden, schhoht and einfach. Ein für die nnnätaer Notiaenkram tritt ans hier nicht in Musen and Zahlen überhaupt weise Be- Sieht man die letsten Seiten mancher hiehte awecklos vollgepropftmit Bücher- Namen and Zahlen, so finden wir hier Hauptsächlichste im Zasammenhange s angeführt. Auerbach’s ־Wort: ״Wir haben Distans an and־ selbst,“ scheint dem Verfasser *npgeaohwebt *a haben. Nor streift das Knappe der Diktion manchmal an’s Trockene. Das fanden wir beacQtders bei den biographischen Darstellungen _ Eine j«wbe Geschichte bleibt als Geschichte gelten, Mph wenn sie die Sage, natürlich jtls solche,׳ hat der Verfasser, nebenbei bemerkt, bei der Erjtthwfl von der Abfassung der Septuaginta an betonen rVecaittmt) mit in den Bereich der Darstellung zieht. Dia Sag« giebt manchmal ein klareres Bild von dem Wirken eines Geisteshelden, als eine Anhäufung vpn Namen and Zahlen. Kann man das Letztere zwar Bache nicht vorwerfen, so hat der Verfasser _auch das Erstem nicht genügend berücksichtigt (pp bei Baachi, Rabbi Akiba, Jehu da »ha— Levi, Hülal a. a.). Ein Buch, das für ״Haus und Schule“ bestimmt ist, muss dieser Forderung gewiss nachkommen. Lieber vermisste man das schon so oft gezfigto Urtheil über Personen and Bücher (so Seite 52 über Karaiten: ״Ihre Litteratur ist nicht von grosser Bedeutung, es fehlt ihrer Exegese an Gründlichkeit, Üpwi historischen Mittheil angen an Verlässlich eit, ihrer Polemik an Witz und Schärfe“). Würden dafür unsere ״jüdischen Geschichten* Musterstücke (natürlich übersetzt) aas grossen Meistern bringen, soware das zweckdienlicher. Manches Nebensächliche dürfte fehlen, manches mehr ineinandergesohoben werden (auf 130 8eiten befinden sich etwa 150 'Stnaeldsrstellungen), wie denn der Grundsatz der Konzentration des Stoffes bei der Abfassung unserer *jüfechen Geschichten“ noch keine Beachtung zu finden scheint. Im allgemeinen dürfte dann die Form der- Biographie als die geeignetste Daratellangsweise empfohlen werden Es sei uns gestattet noch einige Einzelheiten hsrvorzaheben: Seite 9: ״Chanakafest, Einweihungsfest aach Lichterfest genannt, weil den Juden an diesem Tage, rin glänzendes Licht aafging“. Dadurch wird schwerlich einem Unkundigen ein Licht aufgehen. . Seite 82: ״das berüchtigte. Werk von Eisenmenger bietet in dieser Richtung (gehässige Anklagen aas den alten jüdischen Schriftwerken begründen,) das Höchste, was der Judenhass ersinnen konnte“, — ist eine Zurücksetzung Rohlings. Seite 125: ״das verbesserte Schulwesen verlangte, dass die Jugend in den ahgemein nothwendtgen and nützlichen Kenntnissen unterrichtet werde, and so mnszte natürlich der hebr. Unterricht verkürzt werden-.* So viel wir wissen, wurde das U tili täte- -princip damals nicht geltend gemacht. Seite 91: ,״Rin Opfer .der rabbinisenen Inquisition (!) in Amster- ><Jam war Uri#l Aoosta“, — frei nach Gutzkow. Last least —- bei einer hoffentlich bald nöthig. werden- .׳**»> w den neuen Anflsge dürften die bemerkenswerthen Namen mit gesperrter Schrift gedruckt werden, was von nicht zu unterschätzender Bedeutung für rin ״Lernbuch* ist. Die Schrift bezeichnet einen Fortschritt in. der Methodik des iüd. Geschichtsunterrichte,' sie sei hiermit beetens empfohlen. N. Notizen. 1. Die im ״Littor&tur-Blatt“ No. 48 versuchte Erklärung von אסמרקליליה (Targ. Ost 9,6) kann man keine glückliche and befriedigende nennen. Es ist dort die Bede von dem Sclavenbriefe, womit ■ich der gefallene!Taman dem begünstigten Mordechai ״für ein Stück Brodes* verkauft habe. Dieser Brief sei geschrieben gewesen, wie es heisst, ,באסמלקליליד »in seiner Estrangelo-Schrift“ (ag liegt in ק, ähnlich wie in ע) Es ist dies die altoyrische Schrift, abweiohend von der spater gebräuchlichen Pscnito-Sohrift des Syrischen. ״Seine Schrift“, wohl in Bezug auf Haman’a mnthmassliche Heimath, und diese heimathliche Schrift wurde wohl angeblich gewählt, weil man vorauseetzte, dass sie ihm bekannt sei, um jede vermeintliche Täuschung vorznbengen. Vielleicht ist dieses Wort aber auch corrumpirt durch Doppelschreibung und Umschreibung (Dittographie und Metathese) der Buchstaben 80 ,לי dass die richtige Schreibung wäre אסטלקילה; alsdann fiele das Suffix weg. Die genannte Schrift hatte grössere Buchstaben und wurde besonders für Inschriften gebraucht. Mit dem Kaufbrief ist wohl die Schrift gemeint, womit man Sclaven als sein Eigenthum bezeichnete, ähnlich der B randmarkung, wie sie für Verbrecher bis in die neuere Zeit üblich war und für Thiere noch üblich ist. Die Zeichen wurden in die Wade eingeschrieben, wie es an jener Stelle heisst: ״ כל קבל ארכובתיהseinem Knie gegenüber“, nicht wie Levy (Lexic.) übersetzt: auf seinem Schienblech (Schienbein?). Hier wäre eine Inschrift unmöglich. Die Beine, namentlich die Unterschenkel, waren fast allgemein, besonders aber bei Volk und- Sclavßn, unbekleidet and entblösat, die In- Schrift war also sichtbar. Dr. Rothschild-Alzey. 2. In dem Aufsätze ״Das rituelle Schlachten des Geflügels and die Kapores“ im ״Littoratar-BL“ No. 48 S. 190 kommt der folgende Passus vor: ״Im Jndentham hat das Opfer keine stellvertretende, sondern symbolische Bedeutung“. Gegen diese- Ansicht führe ich folgende jüdische Autoritäten an. Baschi, Ibn-Esra, Bamban. S. 3. B. M. 17,11. Baschi bemerkt dort ausdrücklich: יתבא נפש ותכפר על הנפש Ganz so Ibn-Esra. Auch Bamban sagt zur steile: שתהיה נפש הבהמה מכפרת על נפשו» Man vergleiche noch die Einleitung zu 3. B. M. von Isak AbravaneL Auerbach-Dresden. 8. Herrn Aaerbaoh in Dresden erlaube ich mir auf seine Anfrage in No. 48 dieses Blattes .Folgendes zu erwidern: In der Tnat besteht zwischen den drei allegirten. Formen von *עלו kein Zusammenhang. 1. Diejenigen, auf welche Ihn Esra zu (2 M. 13. 13) anspielt, gehören za jenen aus phiionischer Schule stammenden W ortkönstlem, die keinen Anstand nahmen, ein hebr&iscbee Wort nach seinem Gleichklange in griechischerBedeatangzu nehmen. Diesen ist 1עלפת yfKJZftXül du sollst schreiben, 2. Elia Levita stützt sich bei der Verbeeserang des üblichen מערב iu *מעלין auf das Targum in Buth und auf die Stelle in den Decisoren שהוא מכירו ומעליפו. Die Targumsteile war ihm selbst schon uncontroUirbar and auch im Decisor muss es ׳מעליכו heissen, welches den Hauptverkehr bezeichnet, in welchem damals die Juden zu den Christen standen. עליכו& heisst: dem er auf Pfänder leiht (siehe dazu Nehemia 6,3) ,א,בל" מעליכיל heisst ״Verlust des Pfandgeachäftes.“ Auch David de Pomis liest an dieser Stelle עלב nur leitet er ee von ״mischen‘‘ her: deren Geschäfte mit einander vermischt sind. Was endlich 3. Sifri za 6 M. 82J2 an betrifft, ist ׳Auerbach wohl eine Verwechslung psssirt; Sifri zur Stelle enthält kein Wort von פלט in der Bedeutung von oder umgekehrt. Du Beispiel פללט לי 0לע ans der ערף kaufmännischen Sprache — wobei es noch unentschieden bleibe, ob es לשח מעני »der ,לשון מיסד heissen muss -»• kommt eben mir im Jalkut zur Stolle vor and giebt einen sogar im Deutschen recht hübsch wiederzugebenden Sinn. Man sagt im gewöhnlichen Leben nicht: ״wechsle mir (פל7ט לי) einen Tbaler, sondern mache mir klein, zerschlage mir (לוף לי®) einen Thaler.1‘ *עלן aber, in der Bedeutung zerschlagen, zerschmettern ist biblisch, besonders Hoeea 10,2. Caro — Pilsen. Berichtigung No. 48 S. 190: Z. 29 v. u. lies ״Hahns unÜ Hahn■“ statt »Hahns oder Huhns“. •^vESatwertlicher Bedactotu^Bahmer, Magdeburg ,Druck von D, L, Wolff, Magdeburg. Verlag von Öobert Friese, Leipzig. 3: ‘i i I aäifl

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