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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-12-13 · No. 50. (13.12.1883) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 50. (13.12.1883)
Date
1883-12-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. SO. Jüdisehes Jahrg. Xll. Xu BtilMCbtlBg All MT uuä J«4m htreffMl«■ UtUrirUehe■ BrmMiii!« uf de0H Gebiet• der Pblle- Nflle, Geecbfrble, EthMfmphf«, Tb««- lofit, OrieaUlU, Exegese, UoatltUh, LltergU, Pldagvflk. Herausgegeben | ▼on Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. I __ 2)ltaj<j9c-6nt^, 13. SWemßer. 1S83. Bieber der •laeeblicigw l4tBnto,Ml«M der Bedeetlea seiest■ dt werde■» tedea la die••■ Blatte •iagebeade Besyrcehaag. Rsf Rtaeeadaag ▼ea iwet Beeeaeieae* Exoeaglarea erfWjrt etaaMlUe karae Gretts-laaerttee. Das ״Jüdische UUerstar-BUtt« erseht Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang ' allen Postangtalten und Buchbandlungen 0 Marg H Pf. ftir die gespnltene Petitzeile berechnet Ton (1• 1» Daube 4 Ce., Frankfurt a. Al.. Mab׳ der päpstlichen wegen Kindermer in Darmem im Aufträge ilästina’a. Von 1g. (Fortsetz.) — Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Zur Geschieht« Regesten. — Die Beschuldigung der Juden mord im Mittelalter. Von M. Mannhei stadt. — Joseph Kimchi und Abalwälid. Litteraturbericht. Ausgrabungen bei Jeraaali des Deutschen Vereins zur Erforschung Pal Lic. Hermann Gathe‘, Privatdocent in Leipz ן Daniel Egramm. Geschichte der Israeliten, Notizen._ Nachdruck nur mit ■voller Ouslienangabe gestattet Zur Geschichte der päpstlichen Regesten.*) ■ I AIh der grosse Forscher Johann Friedrich Böhmer in Frankfurt a. M. seit 1831 mit seinen von Band zu Band bedeutender werdenden Kaiserregt isten hervor• trat, die das Entzücken Jakob Grimm’s and Leopold Ranke’s erregten, und von denen unsei} Wattenbach sagt, sie hätten mehr geleistet, als alle tjleatsohen Gesohichtsvereine zusammengenommen, da erkannte er bald, welchen Werth Regesten der Päpste haben müssten, und er lieferte solqhe, soweit Sie das h. römischeReich deatscherNation angingen, in seinen späteren Werken für die Zeit vom Jahre 1198 Ibis zur Zeit Ludwigs des Bayern. Allein das genügte nicht. Er begehrte vor Allem Regesten von Anfang der Kirche an bis 1198. Nur erwartete bei seine! 1 Sympathien dir den Katholicismus der ״Urrnndins Registiuswie ihn sein Freund Clemens Brentano nannte, Papstregesten von einem Katholiken verfasst za sehen, and war erschrocken, als er vernahm, ein ״Berliner Jade“ gehe an die Arbeit. ״Papstregesten aut Berlin,“ rief er aus, ״das hiesse so viel als Hymnen und Sequenzen aus Halle!“ Indess Niemand in Rom, roch sonst an einem katholischen Mittelpunkte, wagte 1ioh an so'ch’ ein Riesenwerk, nur der ״Berliner Jude“ unterzog sioh der überaus schwierigen Aufgabe. Es war Philipp Jaff6 aus Posen (geh. 1819), der in bittrer Armuth auf die Universität gekommen und von Leopold Ranke so unwiderstehlich gefesselt worden war, dass er sich zum Stadium der Geschichte en!schloss, worüber er mit seinen erzürnten Eltern zerfiel. Aber die Lösnng einer Preisanigabe über Kaiser Lothar den Sachsen offenbarte seinen eiserne^ Fleiss und sein herrliches Talent, versöhnte ihn auch mit seinem Vater, der ihn freilich nur wenig zu unterstützen vermochte. Doch das Erscheinen jenes Werkes und der ihm folgenden Geschichte Konrad £H. empfahlen ihn seinem ,nochherzigem Glaubensgenossen, dem in Ber- ]in noch heata verehrten Dr. Moritz Veit, der damals *)'Nach Mitteilungen in der ״Voss. Zeit,“! int wöchentlich in einem halben Bozen; Preis bei allen Buohhandlanjxen (in 8 Mark. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit md von der Expedition dieses Blattes sowie durch die Central-Annonoen-Expeditioa deburg, Berlin, Cöln, Hamburg, München, Zürich, Wien, Paris befördert. רי noch seine Buchhandlung inne hatte. Es war der Wendepunkt in Jaffä’s Leben. Er gewann den Dr. Veit für den Plan, eines Regesten werke / das in chronologischer Form sämmtliche Data and Urkanden der Päpste von ihren Anfängen- bis 1198, soweit sie zn beschaffen waren, mit historischer Kritik verzeichnen sollte. Jaffä meinte, in fünf Jahren diese gewaltige Arbeit vollenden zn können, and Veit g®- währte ihm für jedes Jahr 300 Thaler Vorschuss. Und nun ging der jüdische Jüngling mit wahrhaft heroischem Fleisse an’s Werk; am aas Material im weitesten Umfang zusammenzubringen, masste er sich die herbsten Entbehrungen aaferlegen, die dürftigste Nahrung and Kleidung ertragen und auf jede sonstig^ Lebensfreude verzichten. Aber er hielt ee aus und als Michaeli 1851 der gewaltige Qaartant ״Regeste pontifieam Romanoram“ erschien, war seine Unsterb■! Iichkeit gesichert, denn die Geschichtsgelehrten aller Länder erkannten sofort, ein Werk ersten Ranges vor sich zu haben, für das selbst Papst Pius DL seine Anerkennung aasdrüoken liess; doch in dem damaligen Berlin war ihm, dem Jaden, der dem Glaaben seiner Väter treu bleiben wollte, jede Aussicht auf Beförderung versagt. Tief verbittert ent• schloss sich der damals 32 Jährigefür immer auf , historische Studiein zu verzichten, ging, so geheim als j möglich, mit dem letzten Reste des Honorars nach I Wien, und hier liess sich der langjährige Doctor der Philosophie und ruhmvolle Verfasser der ״Regeste [pontifieam“, die ihn als ersten Kenner der Papstget schichte documentirten, als — Stad, medicinae immatrikuliren! Er verschmähte, die Wiener Historiker aufza8uchen, die ihn mit offenen Armen empfange■, haben würden, er widmete sich unter Rokitanski, Skoda, Hyrtl and Oppolzer mit Aufgebot aller Kräfte einer Wissenschaft, an die ihn keine Neigung fesselte; schon nach zwei Jahren konnte er rühmlioh als Dr. med., chirurg. et art. obstetr. promoviren; aber die Dissertation ״de arte medica 88bo. XI.“ zeigte, dass die historischen Stadien seine Liebe geblieben waren Nach der Rückkehr nach Berlin qaälte er sich, sich in den neuerwählten Beraf zn finden, es war ihm unmöglich. Und so nahm er an, als ihm Pertz eine schmalbesoldete Stelle als Gehilfe bei der Herausgabe der ״Monumenta Germaniss'‘ anbot. Eine neue Leidenszeit brach für ihn an, äusserlioh war für den so massigen Mann, gesorgt, aber von dem Eigensinn and despotischen Wesen des hochvomehmen Pertz, dem er als Qaellenkritiker, Urknndenforscher und Paläograph weit überlegen war, hatte er viel zu ertragen. Endlich kam eine bessere Zeit, mit der (Bed).

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