Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 48. (29.11.1883)
- Date
- 1883-11-29
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Litterfttur-Blatt. Zar BalMektaag alltr iUntt■■ •■4 M« katntTuB•■ lltUnrittkui Kr• «Mania aaf 4m G«kl«U 4cr Fkil•- nfkU, ämklckt«, Ktkakfn^klr, TkM- I«fl4, OHmUIU, Kx«b«m, Haaültttk, Lttardk, PUa«<f». ־ | , Herausgegeben I ▼OB!Rabbiner Dr. Moritz Bahmer. Q\Za<jdef>uz<j, 2c> ^Lovefnte-z■ 1883. Bf ehar 44r •taackliglfea Utt4rafar,w4i*h* 4w IdotlM aa««Ma4t rata, fa4«a 1■ 41<m1 Bltttatlaifkmk Bwpriek—y. B«t Hmknii T«a awal Baeaaalfaa• Kx«a1]»laraa arfkl(t «iaauliBa karaa ttratil-Iaaertkaa. Le . allen־ Das ״JädlBcbe Litteratar-Blatt« erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; freu -bet allen BackkandluaeeB {in ipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Postanstalten and Bachhandlangen 8 Merk kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratar-Blatt-‘ gratis. — laserate werden mit M Ff• für die gespaltene Petitzeile berechnet and von der Expedition dieses Blattes sowie durch die Central-Annoncen-Expedition ▼on 6. L. Baabe Jk Ce•« Frankfurt a. M.. ■jsgdebarg» Berlin, Cöln, Hamburg, München, Zürich, Wien, Paris befördert,! I rituelle Schlachten des 3r. Rothschild-Alzey. י yon Inhalt: Wi ssenschat'tliche Aufsätze: Das Geflügels und die Kapores. Von Dr. — Einige Notizen zu den Targnmim dqr Megilloth. Dr. Immanuel Deutsch. 1 L itter aturbericbt. Recensionen. Htrzield, Dr. L. Eiablicke in das Sprachliche der semitischen Urzeit a. 8. w. (Schluss.) — Zar Geschichte der Blutbei chuldigung gegen die Juden. — Apion. Ein Caltarbild aus dem christlichen Jahrhundert.! Notizen. ■ ■ ' ■ - I. Nachdruck nur mit -voller Quellenangabe gestattet. Das rituelle Schlachten des Geflügels und die Kapores. Dass die Vorkommnisse beim Soblachten des Ge- Hügels, wenn dieses nach dem HaJssabnitt noch fortlebt, fliegt und sich bewegt, eine Thierquälerei ist, lässt sich nicht in Abrede stellen. Ich fürchte, dass die!Feinde des rituellen Schlachtenls aus den Mittheilungen von Hannover über dieses Vorkommniss wieder Kapital schlagen werden. Aber mit Unrecht. Wenn das Schlachten regelrecht geschieht, ist das geschilderte Vorkommniss unmöglich; es ereignet sich nur, wenn die Arterien (Pnlsadern) des Halses ()ורידי), welche seitwärts liegen und ein Biegen des Messers nach vom und rückwärts bedingen, nicht durchschnitten werden. Diese Durchschijeidung bewirkt erst durch Bluteutleerung Empfindungslosigkeit und durch Verblutung den schnellen Tod. Wenn Luft- und Speiseröhre ohne Arterien durchschnitten sind, so •dauert das Absterben länger und ijst schmerzlicher״ um so mehr, wenn nur eine dieseit Röhren, sei es Luft- oder Speiseröhre, und gar nur theilweise, durchschnitten ist. Deshalb ist es auch glauben, mit dem Niederdrücken (שסד כובע) den Tod beschleunigen ein Irrthum zu des Kehlkopfs Zu können, falls die Arterien unberührt geblieben sind. Eine Erstickung in dieser Weise ist nnr möglich, wenn die Luftröhre nicht durchschnitten ist. In , diesem Falle ist anch eine Berührung der Arterien kaum mögliqh, und das Thier wird eine Zeit lang uooh unter ]Qualen fortleben. Eine Beschleunigung djes Todes' durch Zerbrechen des Genickes, in Folge des Druckes kann möglioh werden. Selbst wenn die Luftröhre theilweise, über die Hälfte oder ganz durchsChnitten worden, ist eine Fortathmung, wenn auch unvollkommen und mit Beschwerden, noch immer möglich; die Ernährung kann sicherlich fortgesetzt werden wenn die Speiseröhre unverletzt bleibt, kann aber auch, obwohl kümmerlich, stattfinden, wenn die Speiseröhre ganz oder theilweise durchschnitten ist,' jedoch kann die Ernährung länger entbehrt werden^ als die Athinung. Das Gesetz begnügt sich nur principiell mit Durchschneidung der Speise- und Luftröhre, weil diese die Träger des animalischen Lehens sind; faktisch wird Durchschneidung der Arterien dabei bedungen und ausdrücklich gefordert (Karo IR. 21 und 22). Die Erörterungen darüber, oh die Durchschneidnng der Lüft- oder Speiseröhre, auch theilweise, genügt, haben mehr einen doctrinären Werth. Facti8ch werden beide ganz durchschnitten, wenn die Arterien getroffen werden sollen.*) So ist die Sache auch wissenschaftlich begründet Bei den hezüglichen Prüfungen der Schochtim verfehlte ich nie, nach dieser Seite hin die erforderlichen Belehmngen zu geben. Indess wird es bei der Fülle und-Uebereilung der Arbeit am Vorabende des Versöhnung»- tages leicht Vorkommen können, dass bei einem schnellen und oberflächlichen Halsschnitt dia Arterien unberührt bleiben. Eine Hervorhebung der ritualen Satzung, dass die Durchsohneidang dieser mit er. forderlich ist, erscheint demnach nothwendig. Wir möchten hei dieser Gelegenheit auch unsere Ansicht über den Gebrauch* der Kapores (בפרות) für das Jom-Kippur-Fest hinzuftigen. Der Gebrauch geht über die Geonim-Zeit nicht zurück; Karo (R 600) spricht sich dagegen aus, Nachmauides schon verwirft ihn unter der Bezeichnung eines heidnischen Gebrauchs (דרכי האמרי p). Wir erklären denselben nicht blos für nnjüdisch, sondern sogar für chris tli oh. Unter den Geomen mit den *) Die ursprüngliche Tödtangs weise bei Geflügel ist I שחימר• מליקה ist spätere, rabbiniache Anordnung. ירי אומד עד שישחט א־ הורידין! (Chat 27, aj; vgi. synh. הווזרו בודידין•■ S.. Tur and Karo II, 22. .